Wissen

Schnupfen behandeln: süß und salzig, aber immer flüssig

Wir alle lieben unsere Oma, aber mit Unterkühlung hat ein Schnupfen wenig zu tun. Wohl aber viel mit zu wenig Bewegung und Schlaf, denn das stärkt unser Immunsystem. Ist der Schnupfen erst einmal da, hilft nur, ihn in seiner eigentlich sinnvollen Arbeit zu unterstützen. Dann sind Viren und Schnupfen bald wieder weg.

Schuld am Schnupfen sind Viren, meist so genannte Rhinoviren. Die gibt es in einer Vielzahl von Varianten, Schnupfen bringen sie alle. Jedoch nicht für jeden Menschen: In den 1940er Jahren wurden in Studien Erkältungsviren Freiwilligen in die Nase gesprüht, trotzdem infizierten sich nur 50 Prozent der Teilnehmer. Offenbar kann unser Immunsystem Schnupfenviren erfolgreich bekämpfen, etwa dann, wenn es die Viren schon kennt.
Kinder, die einen Kindergarten besucht haben, erkranken später seltener an Erkältungen. Aufgrund der Vielzahl der verschiedenen Viren ist nach durchgemachtem Schnupfen eine neue Erkältung leider wieder möglich. Erkältungsviren werden in mikroskopisch kleinen Tröpfchen durch Hustenstöße oder Niesen nach außen gebracht und können auf Oberflächen tagelang überleben. Die Viren gelangen zum Nächsten durch direkten Kontakt oder von der eigenen Hand in Mund, Nase oder Augen. Die Symptome, wie eine verstopfte, laufende Nase, Husten, Niesen, Fieber und Kopfschmerzen dauern normalerweise nicht länger als 14 Tage. Wobei das gerade für Kinder eine unüberschaubar lange Zeit ist.

Die effektivsten Mittel zur Behandlung sind Ruhe, Schlaf und ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch warme Tees und Suppen; hier hatte Oma wieder recht. Kochsalzhaltige Lösungen werden getropft, gesprayt oder inhaliert. Heißer Dampf oder stark aufgeheizte Luft sind bei Kindern aber unbedingt zu vermeiden, weil hier Verbrennungen und Verbrühungen auftreten können. Interessanterweise hat sich 1 Teelöffel (ca. 10 g) Honig vor dem zu Bett gehen in mehreren Studien als effektiv für die Hustenbehandlung erwiesen.

Von Erwachsenen häufig gebrauchte Medikamente wie abschwellende Nasentropfen, Hustenmittel, Vitamin C, Zink, Knoblauch, Echinacea oder Schleimlöser sind bei Kleinkindern alle ineffektiv. Im Gegenteil, sie können bei jungen Patienten Schaden verursachen. Deshalb gilt: Abwarten, Tee trinken und vielleicht ein wenig mit Mama und Papa kuscheln. Aber bitte nicht anstecken!