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Leistung

Operative Intensivmedizin

Nach ausgedehnten Operationen oder bei schweren Verletzungen betreuen wir Patienten häufig auf einer Intensivstation. Unsere zentrale Aufgabe dabei: die Aufrechterhaltung oder der vorübergehende Ersatz lebenswichtiger Organe wie Lunge, Herz und/oder Niere. Hierzu stehen nicht nur alle modernen Verfahren der interventionellen Intensivmedizin auf internationalem Niveau zur Verfügung, sondern auch ein sehr engagiertes Pflegeteam, das Patienten und Angehörige liebevoll mitbetreut.

Uns ist bewusst, dass es für viele Angehörige eine sehr belastende Situation ist, dass ihre ihnen nahestehenden Verwandten hier behandelt werden müssen. Deshalb weichen wir in Einzelfällen von unseren Besuchszeiten ab und geben Ihnen die Gelegenheit, Ihre Angehörigen jederzeit zu besuchen.

Das Helios Klinikum Krefeld hat seit 2007 ein Ethikkomitee, das im Rahmen klinischer Fallbesprechungen nicht nur Ärzte und Pflegekräfte in ethischen Fragen berät, sondern auch Angehörige berät und unterstützt.

Unsere Intensiv- und Intermediate-Care-Stationen

Auf zwei Intensivtherapiestationen (B1A2, A2A1) und zwei Intermediate-Care-Stationen (B1B2, A1D1) mit insgesamt 52 Betten behandeln wir jährlich etwa 3.000 Patienten aus den operativen Kliniken Allgemein-, Viszeral-, Herz- und Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie, Neurochirurgie, Kinderchirurgie, Urologie, Orthopädie, Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Gynäkologie und Unfall- und Handchirurgie sowie der Klinik für Neurologie. Zur Behandlung unserer oft schwerstkranken Patienten mit sehr komplexen Krankheitsbildern kommen alle verfügbaren Monitoring- und extrakorporalen Organersatzverfahren zum Einsatz.

Es besteht weiter eine enge Kooperation mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie zur akuten Behandlung von Schlaganfallpatienten (Thrombektomkie) und Patienten mit Subarachnoidalblutungen (zerebrale PTA). Besondere Schwerpunkte sind neben der Behandlung schwerstverletzter Patienten (Polytraumata) die Therapie des Akuten Lungenversagens und die Behandlung neurochirurgischer Patienten.

Die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Helios Klinikum Krefeld ist ein Zentrum für die Behandlung von Patienten mit schwerer respiratorischer Insuffizienz (ARDS und hyperkapnisches Lungenversagen) und Mitglied des Deutschen ARDS Netzwerkes.
Über die Basismaßnahmen wie lungenprotektive Beatmung und Lagerungstherapie hinausgehend verfügt die Klinik über weitere zusätzliche apparative Therapieoptionen. Diese reichen von der inhalativen Stickstoffmonoxid (NO)- oder Prostaglanidin-Applikation über extrakorporale Verfahren zur CO2-Eliminierung bis hin zur extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO). Die inhalative NO-Applikation kann durch eine Änderung des Ventilations-Perfusions (V/Q) -Verhältnisses zu einer Verbesserung des Gasaustausches beitragen.

Neuere extrakorporale Verfahren ermöglichen eine CO2-Elimination und erlauben somit die Reduktion von Tidalvolumina und Atemwegsdrücken und damit eine protektive Beatmung. Als Rescue-Verfahren bei schwerer, refraktärer Hypoxämie setzen wir die extracorporale Membranoxygenierung (ECMO) als passageren Lungenersatz ein. Die Indikation zum Einsatz eines der oben genannten Verfahren stellen wir individuell unter sorgfältiger, interdisziplinärer Abwägung von Nutzen und Risiko. Für Fragen der Therapieoptimierung und/oder Übernahme eines Patienten mit ARDS stehen wir Ihnen rund um die Uhr zur Verfügung.

Kontaktaufnahme

Die Kontaktaufnahme erfolgt über die (02151) 32-4146. Bitte lassen Sie sich mit dem diensthabenden Oberarzt der Klinik für Intensivmedizin verbinden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Versorgung neurochirurgischer Patienten mit Verletzungen des Schädels und des Gehirns sowie intrazerebralen Blutungen und/oder aneurysma-bedingten Subarachnoidalblutungen. Hier führen wir folgende spezielle Leistungen durch:

1. Postoperative Überwachung nach neurochirurgischen Eingriffen

Nach Operationen von Gehirntumoren sowie nach neurochirurgischer oder neuroradiologischer Versorgung intrakranieller Gefäßanomalien (Aneurysmen, Angiome, Cavernome) ist die postoperative intensivmedizinische Überwachung der Patienten erforderlich. Auch im Anschluss an Hypophyseneingriffe ist eine spezielle neurochirurgische Überwachung unverzichtbar.

2. Intensivmedizinisches Management des schweren Schädelhirntraumata

Übergeordnetes therapeutisches Ziel bei der Versorgung schwer schädelhirnverletzter Patienten ist die Bewahrung des Gehirns vor sekundären Schädigungen. Jegliches therapeutisches Streben richtet sich auf die Kontrolle des intrazerebralen Drucks und die Bekämpfung des sich ausbildenden Hirnödems. Ziel ist es dabei, den intrakraniellen Druck auf Werten von weniger als 20 mmHg zu halten. Neben der Basistherapie (Analgosedierung, Oberkörperhochlagerung, Normokapnie und Normothermie) ist die Messung des intrazerebralen Drucks für das weitere optimierte intensivmedizinische Management zwingend.

3. Intensivmedizinisches Management der Subarachnoidalblutung (SAB)

Die Entstehung des SAB-assoziierten Vasospasmus ist bislang nur teilweise bekannt. Nur mit engmaschigem, intensivmedizinischem Monitoring (mehrfach täglich durchgeführte dopplersonographische Untersuchungen der Hirngefäße, regelmäßige bildgebende Verlaufsuntersuchung, Sauerstoffpartialdruckmessung und Messung des intrakraniellen Druckes) ist eine suffiziente intensivmedizinische Versorgung dieses Krankheitsbildes möglich. Übergeordnetes therapeutisches Ziel ist es, der Bildung des Vasospasmus durch Beeinflussung der Kreislaufsituation des Patienten (Erhöhung des mittleren arteriellen Drucks) entgegenzuwirken.

Unsere Leistungen der Operativen Intensivmedizin

  • Erweiteres hämodynamisches Monitoring (Piccokatheter, Pulmonaliskatheter)
  • Elektronisches Patientendokumentationssystem
  • Differenzierte Kathecholamintherapie
  • Ultraschalldiagnostik (FAST & FEEL, transthorakale und transösophageale Echokardiographie, Thorax- und Abdomensonographie)
  • Differenzierte invasive Beatmung
  • Hochfrequenzoszillationsventilation
  • Ilomedin-/NO-Inhalationstherapie
  • Perkutane Dilatationstracheotomie
  • Nierenersatzverfahren (Kontinuierliche veno-venöse Hämofiltration, Hämodialyse und Citratdialyse)
  • Kinetische Therapie (Bauchlagerung, Rotationstherapie)
  • Differenziertes Neuromonitoring (invasive Hirndruckmessung, Messen des zerebralen Perfusionsdruckes, kontinuierliche EEG-Ableitung)
  • Neurophysiologische Untersuchungen (EEG, SEP, AEP)
  • Alle Verfahren der extrakorporalen Membranoxygenierung und Myokardunterstützung (ILA-passiv, ILA-aktiv, VV-ECMO, VA-ECMO, Cardio-Help)
  • Passagere Herzschrittmachertherapie
  • Videobronchoskopie
  • Interdisziplinäre Schockraumversorgung
  • Überregionales Traumazentrum zur Versorgung von Schwerst- und Mehrfachverletzten
  • 24 Stunden Intensiv Notfall-Hotline