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Zugenschrittmacher-Therapie

Zugenschrittmacher-Therapie

Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe fühlen sich tagsüber oft unausgeschlafen, dauermüde und können sich schlecht konzentrieren. Als Alternative zur CPAP-Maske hilft der Zungenschrittmacher, die Atemwege offen zu halten – ganz ohne Maskenbeatmung.

Von einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) sprechen wir, wenn die Zunge im Schlaf durch die Entspannung der Muskulatur zurückfällt und die Atemwege blockiert. Die damit einhergehenden Atempausen können mehrere Sekunden dauern – bisweilen sogar länger als eine Minute.

Der Sauerstoffmangel führt im Körper zu Stressreaktionen. Als Folge kommt es nicht nur zu starker Müdigkeit und einer damit verbundenen Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit, auf Dauer drohen auch ernsthafte Folgeerkrankungen.

Als Standardbehandlung gilt die nächtliche Beatmungstherapie, bei der eine CPAP-Maske die Atemwege durch leichten Luftdruck offenhält. Für Patienten, die mit dieser Therapie auch nach wiederholten Versuchen nicht zurechtkommen, bieten wir die Implantation eines Zungenschrittmachers als Zweitlinientherapie an.

Was ist ein Zungen-Schrittmacher und wie funktioniert er?

Für das Offenbleiben der oberen Atemwege während des Schlafes ist die Aktivität des Kinn-Zungen-Muskels (Genioglossus-Muskels) entscheidend. Durch die Aktivierung dieses Muskels über den Zungennerv (Hypoglossus-Stimulation) bleibt der Muskel in Kontraktion und das nächtliche Schnarchen wird deutlich reduziert.

Experten für die Zungenschrittmacher-Therapie
Unsere Experten beraten Sie gerne persönlich: Dr. Tasja Sokolowsky und Dr. Johannes Funcke (rechts).

Das Stimulationssystem ähnelt in Größe und Aussehen einem Herzschrittmacher. Es besteht aus einem kleinen Impulsgenerator, einem Atemsensor sowie einer Stimulationselektrode, die unter der Haut implantiert werden. Der Atemsensor erkennt den Atemrhythmus und sendet ein entsprechendes Signal an den Impulsgenerator, der wiederum den Zugennerv stimuliert und ein leichtes Vorwärtsschieben der Zunge erzeugt, um den Atemweg offen zu halten.

Zungenschrittmacher: Diagnose, OP und Nachsorge

Wir bieten die Behandlung in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Schlafmedizin und den externen Zuweisern an. Mithilfe endoskopischer Untersuchungen im Schlaf (Schlaf-Video-Endoskopie) können wir überprüfen, ob Sie von einem Zungenschrittmacher profitieren. Auf Basis der Diagnostik besprechen wir ausführlich die individuellen Therapieoptionen mit Ihnen.

Das Einsetzen des Zungen-Schrittmachers erfolgt im Rahmen eines minimalinvasiven Eingriffs durch die HNO-Klinik. Hierfür sind nur drei kleine Hautschnitte an Hals und Brustkorb nötig. Nach der Einheilungszeit (etwa vier Wochen) aktivieren wir das System und nehmen im Schlaflabor schrittweise die optimalen Einstellungen auf Basis Ihrer individuellen Bedürfnisse vor. Zuhause können Sie das System vor dem Zubettgehen einfach und komfortabel per Fernbedienung einschalten.

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff gilt es, Nutzen und Risiken der Therapie zu besprechen und eingehend abzuwägen. Mögliche Risiken können beispielsweise Schmerzen, Übelkeit, temporäre Zungenbeschwerden oder auch Infektionen sein.

Für wen ist die Zugenschrittmacher-Therapie geeignet:

  • Mittlere bis schwere Obstruktive Schlafapnoe
  • CPAP-Unverträglichkeit
  • Kein starkes Übergewicht
  • Keine signifikanten Begleiterkrankungen

Wir sind für Sie da!

Wir freuen uns, Menschen mit CPAP-Unverträglichkeit eine Behandlungsalternative für ihre Schlafstörung anbieten zu können. Wenn Sie mit Ihrer CPAP-Maske nicht zurechtkommen oder denken, ein geeigneter Kandidat für die Zungenschrittmacher-Therapie zu sein, sprechen Sie uns jederzeit gerne an.

Sekretariat der HNO

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(02151) 32-2501 | Fax: (02151) 32-2011

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