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Stoma: Maßgeschneidertes Provisorium

Oft führen geplante Operationen am Darm oder auch Notfalloperationen zu der Sorge, dass ein künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt werden muss. Lesen Sie hier, wann ein endgültiges Stoma notwendig ist und wie wir unsere Patienten individuell begleiten - von der Diagnostik bis über die Entlassung hinaus.

Aktuell wird nur bei etwa fünf Prozent der Darmoperationen ein künstlicher Darmausgang angelegt. Von diesen sind fast 90 Prozent vorübergehend und können nach drei bis sechs Monaten zurückverlagert werden. Ausschließlich bei tiefsitzenden und den analen Schließmuskel einschließenden Prozessen ist ein dauerhaftes Stoma notwendig.

Sollte ein vorübergehender oder dauerhafter künstlicher Darmausgang bei Ihnen notwendig oder wahrscheinlich sein, so besprechen wir die Anlage und den weiteren Therapieweg ausführlich mit Ihnen.

Genaue Diagnostik

Wir betreuen unsere Patienten individuell. Wenn die Notwendigkeit zur Anlage eines künstlichen Darmausganges als eigener Eingriff oder im Rahmen einer anderen Operation besteht, führen wir eine umfassende endoskopische Untersuchung durch und beraten Sie ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten der Stoma-Anlage sowie deren Vor- und Nachteile.

Vor der Operation

Um eine individuell angepasste Situation zu erzielen, zeichnen wir die Stomastelle präoperativ an. Dadurch können Sie mitbestimmen, an welcher Stelle das Stoma zu liegen kommt.

Professionelle Betreuung

Vor und auch nach dem Eingriff werden Sie von speziell ausgebildeten Stomatherapeuten begleitet, auch über die Dauer des stationären Aufenthaltes hinaus.

Die verschiedenen Stoma-Arten

Dieses Stoma ist ein Darmausgang im Bereich des unteren Dünndarmes. Häufig wird dieser Typ angelegt, um tieferliegende Darmverbindungen wie zum Beispiel bei einem Darminfarkt oder Durchblutungsstörung des Darmes (Mesenteriale Ischämie) zu schützen, und kann in der Regel nach drei bis sechs Monaten zurückverlagert werden.

Auch dieses Stoma wird angebracht um lokale entzündliche Situationen zum Abklingen zu bringen und kann in den allermeisten Fällen zurückverlagert werden. Nur in seltenen Fällen wie zum Beispiel bei einem in den Schließmuskel übergreifenden Enddarmkrebs muss ein dauerhafter Ausgang angelegt werden. Dafür stehen in der heutigen Medizin sehr gute Hilfsmittel zur Verfügung.

Selbsthilfeangebote

Wir arbeiten eng und vertrauensvoll mit der Selbsthilfegruppe ILCO zusammen. Die Mitglieder dieser Selbsthilfegruppe können Ihnen mit Erfahrung und Rat zur Seite stehen oder Ihren Angehörigen aus Sicht eines Betroffenen wertvolle Tipps und Hilfestellung geben. Gerne vermitteln wir Ihnen den Kontakt.

Sprechen Sie uns bei Fragen jederzeit gerne an!