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Die häufigsten Fragen bei einer Darmkrebsoperation

Wenn feststeht, dass Sie Darmkrebs haben, ist eine Operation meistens unausweichlich. In der Zeit bis zur Operation möchten wir Ihnen mit diesen Informationen helfen, sich bestmöglich vorzubereiten.

Was bedeutet eigentlich minimalinvasive Chirurgie?

Hierbei werden über mehrere kleine Schnitte (zwischen 5 bis 12 mm) spezielle Instrumente (Trokare) und eine Kamera in Vollnarkose in die Bauchhöhle eingeführt. Die Bauchhöhle wird zuvor mit CO2-Gas (unschädlich für den Organismus) wie ein Ballon aufgeblasen, um Platz zu schaffen für eine bessere Sicht.

Aktuelle Studien: Wo liegen die Vorteile minimalinvasiver Operationen?

Interessanterweise kann die Entfernung des Darmkrebses durch den Einsatz minimalinvasiver Verfahren viel exakter und radikaler erfolgen, da wir mit der Kamera einerseits aus verschiedenen Winkeln und andererseits mit einer hohen Vergrößerung (Lupenfunktion) auf den zu operierenden Darmabschnitt schauen können. Diese deutlich größere Präzision in der Hand eines erfahrenden Operateurs konnte aktuell in mehreren nationalen und internationalen wissenschaftlichen Studien belegt werden.

Ebenso konnte gezeigt werden, dass Patienten, die minimalinvasiv operiert wurden, deutlich weniger Schmerzen, weniger postoperative Komplikationen der Atemwege, eine schneller wieder einsetzende Darmfunktion und vor allem ein längeres Langzeitüberleben erreichen konnten. Daraus ergibt sich auch eine frühzeitigere Entlassung in das häusliche Umfeld.

Wie muss man sich die Vorbereitung auf eine Darmoperation vorstellen?

Die Vorbereitung zur Operation (Aufklärung zur OP, Blutentnahme, Vorstellung in der Narkoseabteilung) kann grundsätzlich ambulant erfolgen. Anschließend  werden Sie einen Tag vor der Operation (meistens mittags) auf die geplante Station aufgenommen und erhalten eine sanfte Darmvorbereitung (Flüssigkeit zu trinken mit einem Antibiotikum) zur Darmreinigung. 

Wie gestaltet sich die Phase nach der Operation?

Durch das schonende OP-Verfahren sind Sie meistens in der Lage, noch am OP-Tag wieder selbständig zur Toilette zu gehen. Für eine frühzeitige Mobilisation verzichten wir – wann immer möglich – auf Katheter und Wunddrainagen.

Auch der Kostaufbau beginnt direkt einige Stunden nach der Operation mit Getränken und flüssiger Kost. Künstliche Darmausgänge (Stoma) legen wir zum Schutz unserer Patienten nahezu ausschließlich bei tiefen Erkrankungen des Mastdarms (Rektumkarzinom) an. Diese können häufig nach einer Abheilungsperiode von wenigen Wochen wieder zurück verlagert werden. Mehr dazu finden Sie hier.

Ihre Entlassung erfolgt in der Regel innerhalb von einer Woche nach der Operation.