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Neue Möglichkeiten in der Kardiologie: Die interventionelle Therapie der Mitralklappeninsuffizienz startet an der Helios Klinik Köthen

Neue Möglichkeiten in der Kardiologie: Die interventionelle Therapie der Mitralklappeninsuffizienz startet an der Helios Klinik Köthen

Köthen

Die Mitralklappeninsuffizienz, die Schlussunfähigkeit der Herzklappe zwischen Vorhof und Kammer des linken Herzens, ist die zweithäufigste Erkrankung der Herzklappen und wird oft durch Zufall entdeckt. Symptome wie Atemnot, eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder auch Herzstolpern sind unspezifisch und vieldeutig. Wird ein Eingriff erforderlich, kann die interventionelle Mitralklappen-Anuloplastie als neue Therapie an der Helios Klinik Köthen durchgeführt werden.

Der Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Prof. Dr. med. Guido Arno Matschuck, führte am gestrigen Mittwoch die neue Therapie zur Behandlung einer Mitralklappeninsuffizienz an der Helios Klinik Köthen ein. Der kurze Eingriff verbessert die Dichtigkeit der Mitralklappe durch eine Raffung des Aufhängungsringes der Klappe, ohne die Klappe selbst zu berühren.

Wir freuen uns sehr, unseren Patient:innen die neue Therapie anbieten zu können. Der Eingriff erfolgt mit einem schonenden Katheterverfahren, wodurch kein künstlich hervorgerufener Herzstillstand oder das Anschließen an eine Herz-Lungen-Maschine sowie keine große Operation mit offenem Brustkorb mehr notwendig sein wird. Die Patient:innen können also mit einem Verfahren behandelt werden, dass sowohl das Herz an sich als auch das gesamte Kreislaufsystem weniger stark beansprucht.

Prof. Dr. Guido Arno Matschuck, Chefarzt der Klinik für Kardiologie

Prof. Dr. med. Guido Arno Matschuck hat in der Zeit von 2010 bis heute an verschiedenen großen Kliniken regelmäßig interventionelle Klappentherapien durchgeführt und ist zertifizierter Operateur für die Mitra-Clip-Therapie sowie für verschiedene katheterbasierte Therapien der Aortenklappe. Der Chefarzt erklärt weiter: „Das hier nun eingeführte Carillon-System ist vergleichsweise einfach zu handhaben und schonender für die Patient:innen. Die ersten Eingriffe im Klinikum Köthen fanden zudem unter der Begleitung durch weitere, erfahrene Operateure statt, die jeden einzelnen Schritt des Eingriffes begleiteten und gleichzeitig das Pflegeteam und die Ärzt:innen trainierten.“

Wann kommt es zu einer Mitralklappeninsuffizienz?

Verantwortlich sind Vorerkrankungen wie bspw. eine Herzklappenentzündung, ein Herzinfarkt, Herzschwäche oder auch der allgemeine Alterungsprozess, durch den die Klappen verkalken und degenerieren können. Ein wesentlicher Mechanismus ist aber auch die Erweiterung der Herzhöhlen durch Entzündungen oder Durchblutungsstörungen, die dann eine Erweiterung des Halteapparates der Klappen nach sich ziehen – und indirekt eine Schlussunfähigkeit.

Welche Symptome treten bei einer Mitralklappeninsuffizienz auf?

Undichte Mitralklappen führen zu einem teilweisen Rückfluss des Blutes in Richtung der Lungen. Dadurch muss das Herz vermehrt arbeiten, um seine Pumpleistung zu erhalten. Dies macht sich oft durch Atemnot bemerkbar. Gerade die Mitralklappe ist hier ein Ort, an dem Schlussprobleme schnell auffällig werden, da das „rückwärts“ geleitete Blut direkt in der Lunge ankommt und dort die Atemnot verursacht.

Prof. Dr. med. Guido Arno Matschuck (2. v. r.) wird von Prof. Dr. Dietrich Pfeiffer als Proctor (rechts) und zwei Mitarbeitern von Cardiac Dimension bei der Einführung des Eingriffs an der Helios Klinik Köthen unterstützt.

Wie wird eine interventionelle Mitralklappen-Anuloplastie durchgeführt?

Die interventionelle Mitralklappen-Anuloplastie kommt zum Einsatz, wenn die Mitralklappe undicht und sie (bzw. der Mitraklappenring) gleichzeitig erweitert ist. Per schonendem Katheterverfahren wird über eine Vene außen am Herzen eine Metallspange eingebracht (Carillon Mitral Contour System). Diese Spange rafft bzw. verkürzt den hinteren Teil des Mitralrings und sorgt dafür, dass die Klappen wieder dicht schließen und ihre Funktion wiederhergestellt werden kann. Der Erfolg der Therapie wird während des Eingriffs durch die gleichzeitige Echokardiographie (Herzultraschall) überprüft. Der Eingriff findet unter einer tiefen Sedierung, also im Schlafzustand, statt; Patient:innen verbleiben nach dem Eingriff für wenige Tage in der Klinik. Weitere ambulante Kontrollen können durch eine:n Kardiolog:in erfolgen.

Durch den neuen Eingriff kann die Mitralklappeninsuffizienz langanhaltend reduziert werden. Die Symptome der Patient:innen verbessern sich und auch die Belastbarkeit wird positiv beeinflusst. Zudem kann auf den dauerhaften Einsatz von blutverdünnenden Medikamenten verzichtet werden.