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Unsere aktuellen Besuchsregelungen in der Helios Klinik Köthen

Es gilt:

  • 1 Besucher pro Tag pro Patient
  •  Besuchszeiten: 10-11 Uhr und 16-17 Uhr
  •  Einhalten der Basishygiene
  •  Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutz

Wichtige Informationen, Links, Tipps, Regelungen und Hinweise finden Sie hier.

Pressemitteilung
Hilfe bei Inkontinenz

INTERNATIONALER INKONTINENZTAG

Köthen

Leider wird eine Stuhl- oder Blasenschwäche in der Gesellschaft noch immer als Tabuthema angesehen. Dabei ist ein offener Umgang mit diesem Thema sehr wichtig, denn in vielen Fällen kann eine Inkontinenz gelindert oder geheilt werden. Erste Informationen zum Thema geben die Spezialisten der Helios Klinik Köthen im Interview. Allein in Deutschland leiden über neun Millionen Frauen und Männer unter einem unwillkürlichen Verlust von Stuhl oder Urin. Diese Inkontinenz beeinflusst in einem hohen Maße den Alltag und schränkt die Lebensqualität von jedem einzelnen extrem ein. Im Interview erläutern Astrid Sonnabend, Leitende Oberärztin der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde sowie Olaf Mues, Leitender Oberarzt Chirurgie und Proktologie an der Helios Klinik in Köthen Ursachen, moderne Therapiemöglichkeiten sowie vorbeugende Maßnahmen.

Welche Formen der Inkontinenz gibt es?
A. Sonnabend: Grundsätzlich wird zwischen Harn- und Stuhlinkontinenz unterschieden. Probleme beim Wasserlassen unterteilt die Medizin in Belastungs- und in Dranginkontinenz, wobei es auch viele Mischformen gibt. Gerade bei der Dranginkontinenz müssen die Betroffenen immer wieder ganz plötzlich zur Toilette. Bei der Belastungsinkontinenz verliert die Blase Urin, wenn der Druck auf den Beckenboden den Verschlussdruck der Harnröhre übersteigt.

O. Mues: Als Stuhlinkontinenz wird der ungewollte Verlust von Stuhl bezeichnet. Sie betrifft Menschen aller Altersgruppen, kommt aber häufiger bei älteren Menschen vor. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Tritt die Darminkontinenz zusammen mit einer Blasenschwäche auf, spricht man von doppelter Inkontinenz.
Worin liegen die Ursachen für die Inkontinenz?
O. Mues: Die Ursachen der Stuhlinkontinenz sind sehr vielfältig. Eine allgemeine Schwäche des Beckenbodens, Polypen, Hämorrhoiden oder Tumore können der Grund dafür sein. Aber ebenso kommen Lebensmittel-Unverträglichkeiten, eine Zuckerkrankheit, bestimmte Nervenerkrankungen oder die Folgen eines Schlaganfalls in Frage.

A. Sonnabend: Auch der unfreiwillige Harnabgang kann ganz verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise eine schwache Beckenbodenmuskulatur, die mögliche Folge einer Geburt oder einen veränderten Hormonhaushalt nach den Wechseljahren der Frau.
Wie kann Inkontinenz behandelt werden?
O. Mues: Da die Ursachen für eine Inkontinenz so vielfältig sind, ist für uns eine individuelle Diagnostik von großer Bedeutung. Im Mittelpunkt steht dabei das ausführliche und vertrauensvolle Gespräch zwischen Arzt und Patient. Bei einer Stuhl- oder Harninkontinenz ist heute die Operation die Ausnahme. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, das Problem zu lindern oder ganz zu beseitigen. Reizstrom kann die Muskulatur des Darms trainieren, die sakrale Nervenstimulation funktioniert wie ein Herzschrittmacher - nur eben für den Schließmuskel. Das Training für den Beckenboden spielt in der Therapie eine wichtige Rolle und zählt zur Standardbehandlung bei Patienten mit Inkontinenz.

A. Sonnabend: Zentral ist für uns, dass wir den Patienten und dessen Lebensgewohnheiten genauer kennenlernen. Betroffenen empfehlen wir ein Miktionstagebuch zu führen, in dem die Trinkmengen und Toilettengänge festgehalten werden. Oft zeigt das Miktionstagebuch auf, dass für den Patienten Möglichkeiten bestehen, sein Verhalten zu ändern. Zum Beispiel sollte man tagsüber viel aber abends nur noch wenig trinken, damit das nächtliche Wasserlassen auf ein Minimum reduziert wird. Blasenschwäche, die durch einen Hormonmangel in den Wechseljahren hervorgerufen wurde, kann medikamentös behandelt werden.


Kann man einer Inkontinenz vorbeugen?
O. Mues: Schon junge Frauen sollten ihren Beckenboden trainieren. Denn ein starkes, stützendes Gewebe kann gerade Frauen eine Menge gesundheitliche Probleme im Leben ersparen. Was immer sinnvoll ist, ist eine gesunde Lebensweise. Die Ernährung bestimmt die Darmtätigkeit mit, ausreichend Flüssigkeit ebenso. Mit einer ballaststoffreichen Ernährung, die reich an Getreideprodukten, Gemüse und Obst ist, wird die Darmtätigkeit gefördert und die Beschaffenheit des Stuhls verbessert.

A. Sonnabend: Neben dem Beckenbodentraining ist in Bezug auf die Blase die Trinkmenge wichtig. Denn die Giftstoffe müssen regelmäßig aus der Blase ausgespült werden. Gewicht reduzieren, regelmäßige Bewegung und viel Trinken, um sich vor Blasensteinen und Infektionen zu schützen, sind weitere vorbeugende Maßnahmen.


SIE FRAGEN, WIR ANTWORTEN - HOTLINE ZUM THEMA INKONTINENZ
Im Rahmen der Welt-Kontinenz-Woche stehen die Fachärzte der Helios Klinik Köthen am 28. Juni von 9:00 – 12:00 Uhr über eine Inkontinenz-Hotline in Zusammenarbeit mit der Mitteldeutschen Zeitung für Fragen zur Verfügung.

Inkontinenz-Hotline:  T (03496) 52 16 50

 



Johanna Lässing

Referentin PR/Marketing
Johanna Lässing

Telefon

+49 3496 521 – 297

Die Helios Klinik Köthen ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Klinik hat ein zertifiziertes Traumazentrum und ein zertifiziertes Endo-Prothetik-Zentrum. In der modernen Geburtsabteilung kommen jedes Jahr rund 450 Kinder zur Welt. Über 400 Mitarbeiter versorgen jährlich 11.000 stationäre und ca. 13.000 ambulante Patienten.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 19 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2018 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 10 Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 47 Kliniken, 57 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 13,3 Millionen Patienten behandelt, davon 12,9 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.