„Die alte Lehre stimmt nicht mehr“ – Neue Wege in der Antibiotika-Therapie
Pressemitteilung

„Die alte Lehre stimmt nicht mehr“ – Neue Wege in der Antibiotika-Therapie

Oschersleben

1928 entdeckte Alexander Fleming das Penicillin – bis heute eines der bekanntesten Antibiotika. 90 Jahre später sind zahlreiche Krankheitserreger gegen Penicillin resistent. Ein gefährlicher Trend, der durch den zu sorglosen Umgang mit Antibiotika zustande kam. Die Helios Kliniken in Burg, Neindorf, Köthen, Vogelsang-Gommern und Zerbst haben daher nun einen Spezialisten benannt, der sich ab sofort intensiv um den gezielten und fokussierten Einsatz von Antibiotika zur Therapie kümmert.

„Ein Viertel aller Antibiotika gegen den typischen Erreger des häufig auftretenden Harnwegsinfekt sind heutzutage wirkungslos – und das ist nur eines von vielen Beispielen“, sagt Dr. med. Edwin Heucke. Er ist seit Beginn des Jahres als sogenannter „Antibiotic Stewardship Experte“ in fünf Helios Kliniken in Sachsen-Anhalt tätig. „Die Masse an Informationen zur Wirkweise und zum Einsatz der fast 3.000 in Deutschlang zugelassenen Antibiotika ist einfach zu umfangreich für die tägliche Arbeit. Eine Integration dieses Wissens in den Klinikalltag ist oft schwierig, weil es nirgends gebündelt vorliegt. Als Antibiotic Stewardship-Experte habe ich einen Überblick über aktuelle Leitlinien und Entwicklungen und unterstütze die Klinikärzte bei der Therapiewahl, auch indem ich sie kontinuierlich schule und ihnen komprimierte Leitlinien für den Alltag zur Verfügung stelle“, erklärt Dr. Edwin Heucke seine neue Funktion. Der Facharzt für Anästhesiologie absolvierte hierfür die spezielle Weiterbildung zum Antibiotic Stewardship Experten, die unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) steht. Er berät seit Kurzem Ärzte der Helios Kliniken in Burg, Neindorf, Köthen, Vogelsang-Gommern und Zerbst beim richtigen Einsatz von Antibiotika.

Dazu gehört auch, dass ich mir bereits verordnete Antibiotika-Therapien ansehe und prüfe, ob das richtige Antibiotikum eingesetzt wurde und ob die Therapie anschlägt. Das bedeutet auch, dass ich das Antibiotikum nach Rücksprache mit den ärztlichen Kollegen ändere oder früher absetze

Dr. med. Edwin Heucke, Antibiotic Stewardship Experte

Denn: Die alte Lehre, ein Antibiotikum muss bis zum Schluss genommen werden, ist heute als nicht korrekt erkannt. „Viele Antibiotika-Therapien führen schneller zum Erfolg als bislang angenommen. Das heißt, dass wir viel früher mit der Gabe von Antibiotika aufhören können“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Irit Nachtigall. Sie ist Regionalkrankenhaushygienikerin in der Helios Region Mitte-Nord und unterstützt Dr. Edwin Heucke bei der Umsetzung der neuen Beraterfunktion. „Es ist wichtig zu betonen, dass unsere Ärzte bisher keine falschen Antibiotika-Therapien angewendet haben oder ihr Umgang mit den Medikamenten falsch war. Wir möchten vielmehr zeigen, dass es Alternativen gibt: Gezielte Antibiotikatherapien statt Breitbandantibiotikum, kürzere Einnahmezeiten statt Dauertherapie. Die Sensibilisierung unserer ärztlichen Kolleginnen und Kollegen und die fortwährende Schulung im Umgang mit den Medikamenten kommt vor allem unseren jetzigen und zukünftigen Patienten zugute, da wir durch den eingeschränkten Einsatz von Antibiotika wirksam gegen Resistenzen arbeiten“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Irit Nachtigall.

Dr. Edwin Heucke fasst seine verantwortungsvolle Aufgabe ganz simpel zusammen: „Agieren statt reagieren – wenn wir frühzeitig bessere Therapien ansetzen und sensibler im Umgang mit Antibiotika sind, legen wir einen wichtigen Grundstein für die dauerhafte Wirksamkeit von Antibiotika-Medikamenten und arbeiten aktiv gegen zunehmende Resistenzen.“ An diesem engagierten Ziel arbeiten Klinikärzte, der Antibiotic Stewardship Experte und die Regionalkrankenhaushygienikerin gemeinsam. „Eine gezieltere und speziellere Diagnostik in den Kliniken ermöglicht es Dr. Edwin Heucke und mir, statt Breitbandantibiotika spezieller wirkende Antibiotika zu empfehlen. Das Risiko für Resistenzen sinkt dadurch erheblich“, fasst Priv.-Doz. Dr. Irit Nachtigall zusammen.

Caterin Schmidt

Clusterleiterin PR / Marketing Sachsen-Anhalt
Caterin Schmidt

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