Kardiologie

Elektrotherapie: Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Elektrotherapie: Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Das Herz kann im Rahmen bestimmter Erkrankungen zu langsam oder zu schnell schlagen. Hier ist neben einer optimalen medikamentösen Behandlung manchmal auch das Einsetzen eines Herzschrittmachers oder Defibrillators nötig.

Herzschrittmacher

Sollten Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen nicht ausreichend sein, ist es manchmal nötig, dass ein Herzschrittmacher in einem kleinen operativen Eingriff eingesetzt werden muss. Beim Herzschrittmacher handelt es sich um ein kleines elektrisches Gerät, welches über eine im Herzen eingelegte Elektrode das Herz überwacht und ggf. künstlich zum Schlagen anregt. So kann ein drohender Herzstillstand vermieden werden.

Defibrillatoren

Darüber hinaus besteht in unserer Klinik die Möglichkeit, Patienten mit lebensbedrohlichen, sehr schnellen Herzrhythmusstörungen, durch Einsetzen eines Defibrillators zu schützen. Hierbei erkennt das eingesetzte Gerät lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen und beendet diese sofort durch Abgabe eines kurzen Stromschlags.

Weitere Spezialtherapien

Man ist heute sogar in der Lage verschiedene Formen der Herzschwäche durch Einsetzen eines speziellen Schrittmachers zu behandeln. Hier wird durch Einbringen einer zusätzlichen Elektrode auf die linke Herzseite der Herzschlag synchronisiert und die Herzpumpleistung gesteigert. Auch diese sehr spezielle Therapie ist bei uns verfügbar. Für einige Geräte besteht sogar die Möglichkeit, über einen Sender von zu Hause vollautomatisch Informationen über die Gerätefunktionen an unsere Klinik zu senden. Dieses „Homemonitoring“ stellt für den Patienten eine zusätzliche Sicherheit in der Behandlung dar, weil der Arzt so noch schneller auf neue Probleme reagieren kann.

Dauer des Eingriffs

Die Herzschrittmacher-OP wird ohne Narkose in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert in der Regel 45 - 60 Minuten. 

Vor der Untersuchung

Der Patient bleibt am Tag der Operation nüchtern. Er bekommt eine venöse Verweilkanüle, um allenfalls Medikamente verabreichen zu können und erhält bei Bedarf ein leichtes Beruhigungsmittel.

Die Operation

Der Eingriff findet in unserem Herzkatheterlabor statt. Dieser entspricht hygienisch allen Anforderungen eines modernen OP-Saals. Nach einer örtlichen Betäubung wird eine kleine Hauttasche formiert und es werden ein oder zwei dünne, flexible Elektroden in der Herzkammer und –vorkammer verankert. Dann werden die Elektroden mit dem Schrittmacher verschraubt und dieser in die Hauttasche eingelegt. Anschließend wird die Wunde durch eine Naht verschlossen und steril verbunden.

Nach der Operation

Nach der Operation wird ein Kühlakku und ein leichter Sandsack auf die Eingriffsstelle gelegt, um einer Blutergussbildung vorzubeugen. Bis zum Folgetag hat der Patient Bettruhe. Bei unauffälliger Wunde erfolgt die Entlassung nach Kontrolle des Herzschrittmachers am Folgetag. Dies geschieht drahtlos durch Auflegen eines Programmiergeräts durch die Haut.

Risiken, Komplikationen, Schmerzen

Natürlich ist das Einsetzen eines Herzschrittmachers ein, wenn auch kleiner, operativer Eingriff. Ein leichter Wundschmerz in den nächsten Tagen kann auftreten. Hierzu erhält der Patient bei Bedarf ein Schmerzmittel. Blutungen oder Gefäßverletzungen sind selten. Im Ausnahmefall kann bei der Punktion der Schlüsselbeinvene etwas Luft in den Lungenspalt gelangen und die Einlage einer Drainage zum Absaugen der Luft nötig machen. Manche Patienten bemerken ein Fremdkörpergefühl durch das Aggregat. Die Herzschrittmacher sind heute sehr klein geworden und tragen kaum noch auf. Blutergüsse, Haut- oder Nervenschäden sind ebenfalls sehr selten. Manchmal kommt es zu einem Abrutschen der Sonde. Dies kann durch einen kleinen Folgeeingriff meist unkompliziert revidiert werden. Eine ausführliche Aufklärung zum Eingriff erfolgt in jedem Fall im Vorfeld der Behandlung.