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Unser Leistungsspektrum

Diagnostik und Therapie

Diagnostik und Therapie

Die Abklärung der Ursachen für die vorliegenden Erkrankungen und Beschwerden bezeichnet man in der Medizin als Diagnostik. In einem Gespräch mit dem Patienten werden die vorliegenden Beschwerden, deren Beginn und Häufigkeit sowie alle weiteren Umstände erfragt und dokumentiert. Anschließend wird gemeinsam mit dem Patienten ein individuelles Behandlungskonzept geplant. Neben allgemeinen diagnostischen Maßnahmen wie körperliche Untersuchung sowie Laboruntersuchungen gehören unter anderem folgende Untersuchungsmethoden zum Leistungsspektrum der Kardiologie.

Elektrokardiographie (EKG)

Durch das Anbringen von 9-10 Elektroden auf die Haut des Patienten an verschiedenen vordefinierten Stellen wird die elektrische Aktivität des Herzmuskels aufgezeichnet.

Hier erfolgt die EKG-Aufzeichnung im Liegen. In einem Ruhe-EKG werden unterschiedliche Informationen über die Funktion des Herzmuskels erfasst. Unter anderem werden:

  • Regelmäßigkeit (Rhythmus)
  • Geschwindigkeit (Frequenz)
  • Überleitungszeiten innerhalb des Herzmuskels
  • Störungen durch Extraschläge, Herzstolperer oder krankhafte Muster
  • Hinweise auf Durchblutungsstörungen

erkannt.

Auch als Ergometrie bekannt. Dabei wird das EKG unter Belastung, wie beim Fahrradfahren, aufgezeichnet und analysiert. Dadurch können Rückschlüsse über die Reaktion des Herzmuskels unter körperlicher Belastung gezogen werden. Hier lässt sich feststellen, ob der Puls (Herzfrequenz) adäquat zur Belastung ansteigt, ob spezielle Rhythmusstörungen unter Belastung auftreten oder ob gewisse Hinweise auf Durchblutungsstörungen erkennbar werden. Es werden auch Beschwerden wie Luftnot oder Brustenge erkannt die nur unter Belastung auftreten.

Auch als 24-Stunden-EKG oder „Holter“-EKG bekannt. Diese dienen vorwiegend der Aufdeckung von Herzrhythmusstörungen. Wichtig sind auch die Nachtphase und die Unterschiede zwischen Tag und Nacht.

Echokardiographie

In der Echokardiographie werden Ultraschallwellen von einem auf die Haut angebrachten Schallkopf erzeugt und gesendet. Diese Wellen durchdringen die Haut, verbreiten sich im menschlichen Gewebe und treffen auf verschiedene Strukturen und Organe. Dabei wird ein Teil dieser Wellen reflektiert und zum Schallkopf wie ein „Echo“ zurückgesendet. Dadurch kann ein Computer 2- und 3-dimensionale Bilder des Herzens erstellen.

Treffen diese Schallwellen auf bewegliche oder strömende Medien (wie z. B. Blut) dann ändert sich ihre Wellenlänge. Dieser Effekt ist als Doppler-Effekt bekannt und hilft die Blutströme innerhalb des Herzens zu erkennen und zu messen. Diese Blutflüsse werden abhängig von ihrer Richtung farblich unterschiedlich dargestellt, daher spricht man von einer „Farb-Doppler-Echokardiographie“.

Ösophagus ist die lateinische Bedeutung für die Speiseröhre, „transösophageal“ beschreibt den Weg der Echosonde durch die Speiseröhre. Die Speiseröhre verläuft direkt hinter dem Herzen und von hier können mittels Ultraschalles hochauflösende Bilder der Herzinnenräume gewonnen werden. Diese Methode wird im Volksmund auch „Schluck-Echo“ genannt. In der Regel wird die Untersuchung unter einer leichten Schlafnarkose durchgeführt, da es für den Patienten dadurch viel angenehmer ist.

Mittels transösophagealer Echokardiographie werden Bereiche des Herzens dargestellt die man von außen in der normalen Echokardiographie nicht gut sehen kann. Das sind unter anderem:

  • Funktion und genaue Anatomie der Herzklappen
  • Thromben und einige Raumforderungen im Herzinneren
  • Entzündungen der Herzinnenwand oder der Herzklappen
  • Funktion von künstlichen Herzklappen
  • Fehlbildungen der Herzräume
  • Defekte an den Herzinnenwänden

Das ist die häufigste Form der Echokardiographie, transthorakal bedeutet, dass der Schallkopf auf die Brust von außen angebracht wird. In dieser Echokardiographie gewinnt man Informationen über:

  • Dimensionen der Herzkammern (Herzinnenräume)
  • Funktion des Herzmuskels und die Pumpstärke des Herzmuskels
  • Darstellung der Herzklappen und ggf. Störungen oder Verkalkungen der Klappen
  • Funktionszustand der Herzklappen wie Verengungen oder Undichtigkeiten diverser Herzklappen
  • Wandbewegungsstörungen bei Durchblutungsstörungen
  • Herzfehler ob angeboren oder erworben
  • Ungewöhnliche oder künstliche Strukturen im Herzen
  • Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel

Um das Verhalten des Herzens unter Belastung zu erkennen, wird die transthorakale Echokardiographie (von außen) durchgeführt. Um den Puls für die Untersuchung zu steigern, erfolgt die Belastung entweder durch ein Fahrradergometer, oder es wird durch die Verwendung spezieller Medikamente eine Stresssituation erzeugt.

Bei der Stressechokardiographie erkennt man:

  • Wandbewegungsstörungen, die in Ruhe nicht vorhanden waren und Hinweise auf Durchblutungsstörungen darstellen
  • Klappenfehler, die unter Belastung deutlich mehr werden und dadurch Beschwerden auslösen

Herzkatheter

Als Herzkatheter bezeichnet man die Untersuchung, bei der ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) über die Adern zum Herzen geführt wird. Über diesen Katheter werden die Druckwerte der Herzinnenräume gemessen, Kontrastmittel gespritzt und im Röntgen der Abfluss des Kontrastmittels verfolgt oder es können unterschiedliche Therapien durchgeführt werden. Unterschieden wird zwischen Rechts- und Linksherzkatheter. Mit links oder rechts ist die Seite des Herzens gemeint, die hier untersucht wird.

Hier werden die Herzkammer bzw. die Herzkranzgefäße der linken Herzseite untersucht. Die Herzkranzgefäße werden auch Koronararterien genannt, daher der andere Name der Untersuchung Koronarangiographie.

Um an die linke Seite des Herzens bzw. an die Herzkranzgefäße zu kommen, muss eine Schlagader, auch Arterie genannt, punktiert werden. Früher wurde die große Beinarterie in der Leiste punktiert und der Katheter bis zum Herz entlang dieser Arterie vorgeschoben. Viel moderner und sicherer ist der Zugang über die Unterarmarterie, die sog. Radialis-Arterie. Dies hat den großen Vorteil, dass eine Blutung deutlich seltener vorkommt und der Patient gleich im Anschluss an die Untersuchung sitzen kann. Das lange Liegen nach der Untersuchung entfällt bei dieser Methode.

Mittels der Koronarangiographie werden die beiden großen Gefäße, die den Herzmuskel versorgen, dargestellt. Engstellen können dadurch erkannt und ggf. mittels Aufdehnung (Ballon-Dilatation) und einer Gefäßstütze (Stent-Implantation) behandelt werden.

Die Koronarangiographie gehört bei einem Herzinfarkt zu den Notfalluntersuchungen und kann bei uns rund um die Uhr durchgeführt werden.

Bei der Rechtsherzkatheteruntersuchung werden die rechten Herzhöhlen sondiert, dann wird der Katheter durch die rechte Herzkammer in die Lungenarterien geführt und es kann dabei der Lungenblutdruck gemessen werden. Um an die rechte Herzseite zu kommen, wird eine Blutader (Vene) und nicht die Arterie punktiert. Die Untersuchung wird entweder von der Beinvene in der Leiste oder von der Armvene im Ellenbogen durchgeführt.

Die Untersuchung wird bei folgenden Fragestellungen durchgeführt:

  • Bei Lungenhochdruck, um den Druck in den Lungenarterien direkt zu messen. Hier kann auch der Effekt der Sauerstoffgabe oder von Medikamenten ermittelt werden, um die Behandlung besser planen zu können.
  • Bei fortgeschrittener Herzschwäche, um die Belastungen der einzelnen Herzkammern zu verifizieren.
  • Bei Herzfehlern, um das funktionelle Ausmaß zu messen.
  • Bei Klappenfehlern wird das funktionelle Ausmaß ermittelt.

Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

EPU ist eine Untersuchung mit elektrischen Strömen, ähnlich wie bei einem EKG. Bei dieser Untersuchung werden die Elektroden im Herzinneren angelegt, um die elektrischen Signale direkt am Entstehungsort im Herz zu messen. Mit anderen Worten: Es ist wie ein EKG, das nicht auf die Haut des Patienten angelegt, sondern mittels Katheter aus dem Herzinneren abgeleitet und analysiert wird. Die EPU kommt bei unterschiedlichen Herzrhythmusstörungen zur Anwendung.

Um die Elektroden ins Herz zu bringen, wird gewöhnlich ein Weg über die Blutadern (Venen) gewählt, ähnlich wie beim Rechtsherzkatheter. Zusätzlich zur alleinigen Ableitung der elektrischen Aktivität, können mittels einer EPU auch Eingriffe am Herzleitungssystem unternommen werden, um Herzrhythmusstörungen behandeln zu können. Daher kommt diese Untersuchung bei folgenden Erkrankungen zur Anwendung:

  • Vorhofflimmern
  • Vorhofflattern
  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Kreisende Herzrhythmusstörungen (sog. Reentrytachykardien)

Brustschmerzeinheit / Moderne Chest Pain Unit (CPU)

Akute Brustschmerzen können auf Symptome lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Herzinfarkt hindeuten. Das schnelle Erkennen und die richtige Behandlung eines akuten Herzinfarkts ist entscheidend, um schwere Folgeschädigungen des Herzens zu minimieren und das Überleben dieser gefährlichen Erkrankung zu verbessern.
Ziel einer „Brustschmerzstation“ (englisch „Chest-Pain-Unit“) ist, akute Brustschmerzen zielgerichtet und ohne Zeitverlust abzuklären, um einen drohenden oder bereits eingetreten Herzinfarkt zu erkennen. Bestätigt sich die Diagnose eines Herzinfarkts, erfolgt die sofortige notfallmäßige Herzkatheteruntersuchung mit Behandlung des Infarkts und Wiedereröffnen des verschlossenen Herzkranzgefäßes und Stentimplantation. Anschließend erfolgt die Betreuung nach dem Herzkatheter auf einer modernen Intensivstation oder auf der angeschlossenen Überwachungsstation (Intermediate-Care-Station).