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Herzklappen-Operationen

Mit einem auf Sie abgestimmten Operationsverfahren stellen unsere erfahrenen Chirurgen die Funktion der erkrankten Herzklappe wieder her oder helfen mit einem Herzklappenersatz. Unser Ziel ist es, Ihnen wieder neue Lebensqualität zu schenken.

Wir bieten Ihnen in unserer Klinik das komplette Spektrum moderner Herzklappenchirurgie. Ob konventionelle Operation oder Schlüsselloch-OP: wir setzen ausschließlich modernste und patientenschonende Verfahren ein. Welches Verfahren unsere Herzspezialisten Ihnen empfehlen, hängt von Ihrem individuellen Krankheitsbild und Gesundheitszustand ab.

Haben Sie Fragen zu unseren Herzklappen-OPs?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Mehlhorn

Ärztlicher Direktor und Chefarzt Herzchirurgie und Intensivmedizin
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Mehlhorn

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Herzklappenerkrankungen verstehen

Die vier Klappen des Herzens funktionieren wie Ventile. Sie regeln, dass der Blutfluss durch das Herz nur in eine Richtung erfolgt. Kommt es zu einer Verengung (Stenose) oder schließt die Klappe nicht mehr richtig (Insuffizienz), wird der Blutfluss zwischen Herz und Körper erschwert. Beide Arten des Klappenfehlers führen über verschiedene Wege zu einer vermehrten Pumpbelastung des Herzens, die in einer zunehmenden Pumpschwäche münden kann. Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen, Abgeschlagenheit, Herzrhythmusstörungen und Schwellungen der Beine treten auf. 

Unser Behandlungsangebot für Sie

Wenn es möglich ist, erhalten unsere Spezialisten Ihre körpereigene Klappe und reparieren diese (Rekonstruktion). Das gilt besonders für Herzklappen mit einer Verschlussschwäche. Verengte Klappen lassen sich dagegen aufgrund starker Verkalkungen oder Verklebungen meist nicht erhalten. Hier helfen Ihnen unsere Operateure mit einer Herzklappen-Prothese.

Herzklappenrekonstruktion

Wo liegt die Mitralklappe?
Die Mitralklappe ist das Ventil zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. Sie verhindert bei jedem Herzschlag, dass das Blut zurück in die Lunge fließt.

Wann kann eine Rekonstruktion notwendig werden?
Die Verschlussunfähigkeit der Mitralklappe (Mitralklappeninsuffizienz) ist die häufigste Mitralklappenerkrankung in Deutschland. In den meisten Fällen ist die Ursache der Erkrankung eine Dehnung des Bindegewebsringes oder ein Abriss der feinen Fäden der Mitralklappe. Weiterhin kann eine Erkrankung des Herzmuskels die Position der Klappensegel verändern und so zu einer Mitralklappeninsuffizienz führen. Eine Mitralklappeninsuffizienz kann in 95% der Fälle durch eine Reparatur, auch Rekonstruktion genannt, behandelt werden.

Wie gestaltet sich die Rekonstruktion?
Unsere Operateure sind Experten für eine Vielzahl von Rekonstruktionstechniken. Eingriffe an  Mitral- oder Trikuspidalklappe sowie in Kombination an beiden Klappen werden von uns standardmäßig minimal-invasiv durchgeführt. Dabei wird über einen ca. 3-4 cm langen Zugang unter der rechten Brust mit Hilfe eines Endoskops in 3D-Technik operiert.

Wenn bei Ihnen neben einer Klappenrekonstruktion auch ein Bypass zu den Herzkranzgefäßen notwendig ist, kann dies in einem Kombinationseingriff gemacht werden. Dieser Eingriff ist nicht mit der Schlüsselloch-Technik möglich; der Brustkorb muss dafür eröffnet werden. Auch dabei sorgen wir dafür, dass die Operation so schonend wie möglich für Sie verläuft.

Wo liegt diese Herzklappe?
Die Aortenklappe ist ein aus drei Taschen bestehendes Ventil zwischen der linken Herzkammer und der aufsteigenden Hauptschlagader (Aorta). Sie verhindert den Rückfluss des Blutes aus der Hauptschlagader in das Herz.

Wann kann eine Rekonstruktion notwendig werden?
Während bei einer Verengung dieser Klappe (Aortenklappenstenose) in den häufigsten Fällen ein Herzklappenersatz notwendig ist, ist bei einer Durchlässigkeit der Klappe (Aortenklappeninsuffizienz) oft eine Reparatur möglich. Bei einer Aortenklappeninsuffizienz haben die drei Klappensegel der Aortenklappe ihre Schlussfähigkeit verloren. Das bedeutet: Es strömt nach jedem Herzschlag Blut aus der Hauptschlagader zurück in die linke Herzkammer. Das Herz kann nicht mehr richtig arbeiten.

Wie gestaltet sich die Rekonstruktion?
Der Zugang zur Aortenklappe erfolgt standardmäßig in minimal-invasiver Technik mit einem 5 bis 6 cm langen Schnitt über dem Brustbein. Das Herz wird mit der Herz-Lungen-Maschine verbunden und stillgelegt. Anschließend wird die Aortenklappe untersucht. Mit Hilfe verschiedener Nahttechniken oder Kunstprothesen wird die Aortenklappe in ihre richtige funktionelle Position korrigiert. Verlaufen die Tests der Klappenfunktion erfolgreich, wird die Herz-Lungen-Maschine entfernt und anschließend die Haut sorgfältig verschlossen.

Herzklappenersatz

Wenn eine Herzklappe so erkrankt ist, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist, kann sie durch eine biologische oder mechanische Herzklappe ersetzt werden. Der Operateur bespricht mit Ihnen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Herzklappe und welche Behandlung empfohlen ist. Gemeinsam entscheiden Sie, welcher Klappentyp bei Ihnen implantiert wird. Auch hier erfolgt der Eingriff standardmäßig in minimal-invasiver Technik.

Wussten Sie schon?

Europaweit gehört die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen, die verschleißbedingt, insbesondere im hohen Lebensalter, auftritt.  Ist die medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend, muss die Aortenklappe in den häufigsten Fällen ersetzt werden (Aortenklappenersatz). 

TAVI – Besonders schonend für Ältere und Risikopatienten


Ältere Patienten oder Patienten mit einem hohen Operationsrisiko können mit Hilfe des kathetergestützten Aortenklappenersatzes (TAVI) behandelt werden.