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Leistung

Komplementäre Therapien

Bei vielen unserer Patienten wurde bereits eine Krebserkrankung in einem schon fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Häufig haben sich Metastasen in anderen Organen gebildet. In dieser schwierigen Lebensphase erhalten Betroffene und Angehörige immer wieder die sehr nüchterne Auskunft, dass eine weitere Therapie wenig Sinn macht.

Es ist richtig, dass wir den Krebs trotz größter Anstrengungen nicht immer besiegen können. Doch auch wenn die Erkrankung nicht mehr heilbar ist, geht es um den Gewinn wertvoller Lebenszeit bei höchstmöglicher Lebensqualität – geht es um eine haltgebende individuelle onkologische Betreuung, nicht nur um das Lotsen durch medizinisch vorgegebene Behandlungspfade.

Zusätzlich zu den konventionellen Therapien (medikamentöse Tumortherapien wie Chemotherapie, Immuntherapie und zielgerichtete Therapien sowie der Nachsorge) bieten wir unseren Patienten deshalb ergänzende, komplementäre Behandlungen an. So nutzen wir zur weiteren Optimierung der medikamentösen Therapie oder Bestrahlung zwei lokoregionale Tiefenhyperthermie-Geräte. Bewegung und psychoonkologische Entspannungsverfahren stärken das Immunsystem und zeigen Wege auf, wie Betroffene mit Hilfe eigener Kräfte besser mit ihrer Erkrankung leben lernen. Die Beratung zu Ernährung und Ernährungssupplementen oder Substanzen bzw. Medikamenten wie Melatonin, Mariendistel und Aloe Vera gibt Orientierung in der Fülle an Informationen und Angeboten.

Unsere zusätzlichen Angebote:

Ein Hyperthermiebett während einer Anwendung

Bei dem Verfahren der regionalen Oberflächen- und Tiefenhyperthermie werden die von Krebszellen betroffenen Körperregionen mit hohen Temperaturen erhitzt. Mit dieser ergänzenden Krebstherapie kann die Wirkung der parallel durchgeführten Chemo- oder Strahlentherapie verbessert werden.

Der Begriff Hyperthermie stammt aus dem Griechische und bedeutet  „Überwärmung“.  Bei einer Hyperthermie-Behandlung wird das Krebsgewebe von außen mit Hilfe elektromagnetischer Wellen auf 42 bis 43 Grad Celsius erwärmt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Krebszellen hitzeempfindlicher als gesunde Zellen sind und dass viele der aggressiven Zellen durch die Erwärmung absterben. Außerdem entstehen im Tumorgewebe sogenannte Hitzeschockproteine. Das sind Eiweißproteine, die das Immunsystem aktivieren, sogenannte Fress- und Killerzellen auszusenden, die den Tumor angreifen sollen.

Das Hyperthermie-Verfahren ist eine wichtige Säule der komplexen Krebstherapien. Die wärmebasierte Behandlung wird insbesondere bei lokal fortgeschrittenen, ausgedehnten oder wiedergekommenen Tumoren angewendet, da durch die hohen Temperaturen auch schlecht durchblutete Bereiche eines Tumors erreicht werden. Die Therapie wird bei den Patienten meistens parallel zu einer Chemo- oder Strahlentherapie angewendet, da sich die Wirkung dieser entscheidend verbessert.

Die Psychoonkologin Nicole-Maria Schampera im Gespräch

Eine Krebsdiagnose stellt das Leben auf den Kopf. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war.
Viele Betroffene beschreiben diesen Zustand als eine Art Vakuum. Ängste in Bezug auf die Lebenserwartung, die medizinische Behandlung, aber auch auf das eigene Körperbild, die berufliche Zukunft und das Familienleben bestimmen die Gedanken.

Neuroimmunologisch bedeutet dieser extreme Stress auch eine Schwächung des ohnehin angegriffenen Immunsystems. Hier setzt die gezielte Hilfestellung von Psychoonkologin Nicole-Maria Schampera an.
Unter professioneller Anleitung erlernen Sie Atemtechniken und Entspannungsverfahren, nehmen an Achtsamkeitstrainings (Mindfulness Meditation) teil und üben imaginative Verfahren (Visualisierungsübungen, Selbsthypnose) ein. Hierdurch bekommen Sie ‚Werkzeuge‘ an die Hand, die Ihnen dabei helfen, sich selbst wertzuschätzen und Ängste und Schmerzen zu reduzieren.

Auf Wunsch erhalten Sie in Einzelgesprächen gezielte, psychologische Unterstützung. Die Schockstarre kann sich lösen, die Lebensqualität verbessert sich spürbar. Sie erhalten so eine gute Basis, um wichtige Entscheidungen für Ihren individuellen Genesungsprozess zu treffen.

Früher wurde Krebspatienten häufig körperliche Schonung empfohlen. Heute gilt das Gegenteil. Sport und Bewegung können bei onkologischen Erkrankungen eine ganze Reihe von positiven Effekten erzielen.

Das allgemeine Wohlbefinden wird gesteigert und die Nebenwirkungen einer (Chemo-) Therapie werden abgemildert. Darüber hinaus hilft körperliche Aktivität dabei, den Stress zu bewältigen und die Lebensqualität zu verbessern. Durch den Sport in der Gemeinschaft können zudem neue Kontakte geknüpft werden.

Ob Geräte- oder Konditionstraining, Atemübungen oder Entspannungstechniken: In Zusammenarbeit mit dem Therapiezentrum Hüls (Michael Zuidberg) bietet die Onkologische Station allen Patienten mit einer Tumorerkrankung Bewegungsprogramme an, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Neben den Gruppenanwendungen erhalten Patienten bei Bedarf auch einzelne, physikalische Therapien (Massagen, Fango, Taping) und bei speziellen Bedürfnissen natürlich auch individuelle Physiotherapie.

Gerade bei Krebspatienten ist es wichtig, Nährstoffmangelzustände und ungewollten Gewichtsverlust zu vermeiden. Ein guter Ernährungszustand ist Voraussetzung für einen möglichst günstigen Krankheitsverlauf. Je besser Ihr Ernährungszustand, also die Nährstoffversorgung ist, desto besser kann Ihr Körper Operationen, Strahlen-und Chemotherapie verkraften. Eine auf Ihren Gesundheitszustand angepasste Ernährung ist daher wichtig, um wieder Kraft zu tanken und Energie zu gewinnen. Und wenn Sie in der Lage sind, Ihr Essen zu genießen, verbessert sich auch Ihre Lebensqualität.

Eine kompetente Ernährungstherapie ist daher fester Bestandteil der komplementären Krebstherapie in Hüls. Bei Ihrer stationären Aufnahme untersuchen wir daher zunächst Ihren aktuellen Ernährungszustand und besprechen mögliche Probleme und Schwierigkeiten in Bezug auf die tägliche Nahrungsaufnahme.

Patienten mit ernährungsmedizinisch relevanten Problemen berät und betreut die erfahrene Diätassistentin, Ernährungsberaterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und zertifizierte Ernährungstherapeutin Andrea Stallmann.