Mert  - der Tapfere
Pressemitteilung

Mert - der Tapfere

Hildesheim

Der 3-Jährige Mert Felix musste bereits kurz nach seiner Geburt wegen einer Zwerchfellhernie operiert werden. Nach dem Eingriff wurde er von Simone Siemke, Familien-Kinderkrankenschwester am Helios Klinikum Hildesheim betreut. Für diese Unterstützung haben sich die Eltern jetzt mit der Spende der Taufkollekte bedankt.

Hildesheim, 31. Mai 2018 – Der erste Schrei nach der Geburt eines Kindes ist der Ruf des Lebens. Das Neugeborene schnappt mit dem Schrei automatisch nach Luft, die Lunge entfaltet sich und der Kreislauf stellt sich auf das Leben außerhalb des Mutterleibs um. Bei Mert Felix erfolgte dieser Start unter erschwerten Bedingungen: Er konnte nicht alleine atmen und musste gleich nach seiner Geburt operiert werden. Grund dafür war eine sogenannte Zwerchfellhernie. Bei dieser Fehlbildung drängen andere Bauchorgane wie Magen, Darm, Leber oder Milz durch eine Lücke im Zwerchfell in den Brustkorb, in dem sich normalerweise nur Herz und Lunge befinden. Da die anderen Organe viel Platz im Brustkorb beanspruchen, wird die Lunge in ihrer Entwicklung eingeschränkt und das Herz wird verdrängt. Bei der Operation wurden die Organe aus dem Brustkorb des Jungen in den Bauchraum zurückverlagert und die Lücke im Zwerchfell verschlossen. Nach dem Eingriff lag Mert-Felix eine Woche in einem komaähnlichen Zustand. Für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt und die ersten Monate zuhause stand den Eltern Annette und Andreas Handzik, die als Gemeindereferentin bzw. als Diakon im Bistum Hildesheim tätig sind, Familien-Kinderkrankenschwester Simone Siemke vom Bunten Kreis des Helios Klinikum Hildesheim rund um die Uhr beratend zur Seite. Als Dankeschön für die gute Betreuung haben die beiden Hildesheimer ihre Freunde gebeten, bei der Taufe ihres Sohnes für den Bunten Kreis zu spenden. Dabei sind 500 Euro zusammengekommen, die sie jetzt überreicht haben.

Wie ein Sechser im Lotto
„Es ist ein kleines Wunder, dass Mert Felix noch lebt“, berichtet Anette Handzik. „Das zeugt von einem sehr starken Willen und den stellt er inzwischen jeden Tag erneut unter Beweis“, so die 46-Jährige. Sie und ihr Mann haben den kleinen Jungen, der von seiner leiblichen Mutter nach der Geburt zur Adoption freigegeben hatte, ein Zuhause gegeben und sind überglücklich mit dieser Entscheidung. „Mert ist für uns wie ein Sechser im Lotto“, so Andreas Handzik. „Als wir die Anfrage für die Adoption erhalten haben, mussten wir nicht lange überlegen. Wir haben alles, was sich ein Kind wünscht und wollen gerne etwas zurückgeben, auch wenn wir keine eigenen Kinder bekommen können. Jetzt sind wir Mama und Papa mit Leib und Seele“, erzählt der 45-Jährige Hildesheimer mit einem Lächeln. Inzwischen besucht Mert Felix den Kindergarten und spielt ganz normal mit den anderen Kindern. Seine Prognose für seine weitere Entwicklung ist gut, auch wenn er sicherlich immer mit einer eingeschränkten Lungenfunktion zu kämpfen haben wird, da es sich nicht vorhersagen lässt, wie sich die Lunge weiter entwickelt. Hinzu kommt auch, dass Mert Felix ein Loch in der Herzscheidewand hat und regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen muss. Die gute Nachricht ist aber, dass das Loch in der Größe bestehen bleibt und Mert weiter wächst. Das bedeutet: die Ausdehnung nimmt im Verhältnis ab. „Mert muss kein Sportler werden, ein Musiker reicht mir“, sagt sein Vater mit einem Lächeln. Andreas Handzik ist selbst Musiker und hat früher Trompete und Schlagzeug in einer Blues-Rock-Band gespielt. Die musikalische Vorliebe liegt wohl in der Familie, denn Mert Felix tanzt heute schon mit, wenn seine Lieblingsmusik läuft: Blasmusik mag er am liebsten.

„Wir sind Frau Siemke unendlich dankbar, dass Sie nach dem Krankenhausaufenthalt für uns da war und wir mit allen Fragen zu ihr kommen konnten. Das war unser zweites Netz“, so Annette Handzik. „Für uns war von Anfang an klar, dass wir für die erste Zeit professionelle Hilfe in Form einer Kinderkrankenschwester haben wollten falls etwas mit Mert ist. Bei ihr wurden auch unsere Bedürfnisse und Empfindungen wahrgenommen und der Fokus der Kommunikation lag ganz klar bei uns und nicht immer nur auf der mit Mert. Das war ein großes Zeichen der Wertschätzung und Wahrnehmung für uns. Deshalb haben wir unsere Freunde bei der Taufe von Mert gebeten, für den Bunten Kreis zu spenden, damit dieser auch anderen Eltern in schwierigen Situationen helfen kann.“ Die Taufkollekte hat die Familie jetzt zusammen an Kinderkrankenschwester Simone Siemke im Helios Klinikum Hildesheim übergeben. „Ich bewundere die Familie wie gefasst, aber auch wie einfühlsam sie mit der Situation umgeht und wie gut sie inzwischen ihren Alltag organisiert. Ich freue mich sehr über die Spende und werde sie dafür nutzen, Familien zu unterstützen, deren Krankenkassen- Anforderungen nicht übernommen werden.“

Hintergrundinformationen „Zwerchfellhernie“
Eine Zwerchfellhernie ist eine angeborene Fehlbildung, die bei 1 von 2500 Kindern auftritt. Sie entsteht, wenn sich das Zwerchfell in der Schwangerschaft nicht vollständig verschließt und eine Öffnung zurückbleibt. Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel des menschlichen Körpers und ist eine Muskel-Sehnen-Platte, die den Brustraum von der Bauchhöhle trennt. Entsteht im Laufe der Schwangerschaft durch den unvollständigen Verschluss des Zwerchfells eine Lücke, werden Organe, die normalerweise im Bauchraum liegen (Magen, Milz, Leber, Dünn- und Dickdarm) in den Brustraum verlagert, in dem sich normalerweise nur Herz und Lunge befinden. Das Herz und das es umgebende Gefäßsystem werden durch die in den Brustraum verlagerten Organe verdrängt. Die Lunge wird durch den Verdrängungsprozess in ihrer Entwicklung gestört, sodass sie bis zum Zeitpunkt der Geburt bei weitem nicht ihre normale Größe erreicht.

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Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. 15 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios.

In Deutschland verfügt Helios über 111 Akut- und Rehabilitationskliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 17 Präventionszentren und 12 Pflegeeinrichtungen. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon 3,9 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt in Spanien 43 Kliniken, 44 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden in Spanien über 9,7 Millionen Patienten behandelt, davon 9,4 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.
 
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Mandy Sasse

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