Endlich wieder durchschlafen

Endlich wieder durchschlafen

Etwa fünf Prozent der Bevölkerung leiden an obstruktiver Schlafapnoe. Für den Körper bedeuten die Atemaussetzer Dauerstress. Das muss nicht sein. Betroffenen kann mit einer Schlafmaske gut geholfen werden.

Die regelmäßigen bis zu minutenlangen Atemaussetzer im Schlaf entstehen durch Blockierungen der Atemwege sowie durch Atempausen und können sich mehrmals in der Nacht wiederholen. Dies setzt den Körper unter enormen Stress und führt zu einer extremen Belastung für Körper und Psyche. Die unbemerkten Atempausen führen zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff sowie steigendem Blutdruck. Herzinfarkt und Schlaganfall können die Folge sein. Auf Dauer können durch den nächtlichen Sauerstoffmangel auch Organe geschädigt werden.

Schlafapnoe: Erklärung und Behandlung im Schlaflabor

Wolfram Meister, Chefarzt der Klinik Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin erklärt auf leicht verständliche Weise, wie die Erkrankung "Schlafapnoe" in unserem Schlaflabor behandelt wird.

  • Unwillkürliches Einschlafen am Tag
  • Tagesmüdigkeit
  • Schnarchen mit Atemunterbrechung
  • Gesteigerter Blutdruck
  • Sekundenschlaf beim Autofahren
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Häufiger nächtlicher Harndrang

Im Schlaf entspannt die Muskulatur der oberen Atemwege. Die Atemwege werden schlaffer und vibrieren beim Einatmen im Luftstrom. So entsteht das sägende Geräusch. Jeder zweite Mann und jede vierte Frau schnarcht. Bei vielen Schnarchern erschlafft der Rachen im Schlaf so stark, dass eine für die Funktion der Atmung bedeutsame Verengung der oberen Atemwege mit Verminderung der Atmung (Hypopnoe) oder vollständigem Atemstillstand (Apnoe) eintritt. Die zwischen zehn Sekunden und mehr als zwei Minuten andauernden Atempausen können in schweren Fällen über 60 Mal pro Stunde auftreten. Die Patienten kämpfen mit heftiger Atemanstrengung dagegen an, sodass sich die Atemwege verengen und zu wenig Sauerstoff aufgenommen wird. Die Atempausen werden schließlich durch Weckreaktionen beendet. Diese führen nicht dazu, dass man das Bewusstsein erlangt, aber der Schlafablauf empfindlich gestört wird. So wird zwar das Ersticken, aber auch ein erholsamer Nachtschlaf verhindert. Als Folge der Müdigkeit am Tag können Konzentrationsprobleme und Sekundenschlaf vor allem bei verantwortungsvollen Tätigkeiten zu einer erhöhten Unfallgefahr führen.

Neben allgemeinen Maßnahmen wie einer Gewichtsreduktion, einer Vermeidung von Schlafmitteln oder einem Verzicht auf Alkohol und Rauchen kann die sogenannte nasale CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) Abhilfe verschaffen. Dabei wird ein von einem kleinen Gerät erzeugter gleichmäßiger Überdruck über eine Nasen- oder Mund-Nasenmaske auf den Rachen übertragen und so der Kollaps der Atemwege verhindert. Der notwendige Druck wird individuell ermittelt. Schnarchen und Atempausen werden sofort unterdrückt. Die Schlafqualität verbessert sich meist innerhalb kürzester Zeit - der Nachtschlaf wird wieder erholsam und man ist am Tag wieder fit. Oft können Blutdruckmedikamente reduziert werden und auch der nächtliche Harndrang verschwindet.