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Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein echtes Multitalent. Sie regelt nicht nur den Blutzucker, sie spielt auch eine zentrale Rolle bei der Verdauung. Ist die Bauchspeicheldrüse krank, hat das Auswirkungen auf den gesamten Körper.

Im Vergleich zu anderen Organen ist die Bauchspeicheldrüse fast winzig. Sie wiegt bei einem Erwachsenen nur 60 bis 100 Gramm und liegt zwischen Zwölffingerdarm, Magen und Milz. Je nachdem, welche ihrer Funktionen gestört ist, ergeben sich unterschiedliche Krankheitsbilder. 

Die Bauchspeicheldrüse hat zwei Hauptfunktionen:
  • die Bildung von eiweiß- und fettspaltenden Enzymen und deren Abgabe in den Darm (exokrine Funktion)
  • die Bildung der Stoffwechselhormone Insulin und Glukagon und deren Abgabe ins Blut (endokrine Funktion)

In unserer Klinik, die Teil des zertifizierten Pankreaszentrums ist, behandeln wir alle Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Dazu gehören:

  • Störungen der endokrinen Funktion: diese Störungen können unter anderem Formen der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) hervorrufen
  • Akute und chronische Bauchspeicheldrüsenentzündungen
  • Bauchspeicheldrüsentumoren

Diagnostik

Um Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse wirksam zu behandeln, ist eine präzise und umfassende Diagnostik notwendig. In einem ersten Gespräch befragen wir Sie zu Ihren Beschwerden und klären mögliche Vorerkrankungen. Im Anschluss folgen eine Laboruntersuchung Ihres Blutes und körperliche Untersuchungen. Dazu zählen eine Ultraschalluntersuchung, eine Endosonographie, also die Kombination einer Magenspiegelung mit Ultraschalluntersuchung von innen, sowie eine Computer- und/oder Magnetresonanztomographie des Bauchraumes.

In bestimmten Fällen wird auch eine sogenannte Endoskopische retrograde Cholangio-Pancreaticographie (ERCP) durchgeführt. Wie bei einer Magenspiegelung führt der Arzt ein Endoskop über den Mund ein. Das Endoskop wird über den Magen und Dünndarm bis zur Mündungsstelle des Gallenganges vorgeschoben. Dann wird ein Kontrastmittel gespritzt und mithilfe von Röntgenstrahlen die Bauchspeicheldrüse abgebildet.

Behandlung 

Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung kann lebensbedrohlich sein. Als Auslöser kommen neben Vergiftungen unter anderem durch Alkohol auch Entzündungen anderer Organe und Gallensteine in Frage. Je nach Schwere der Entzündung muss das abgestorbene Gewebe in einer Operation entfernt werden.

Sind Gallensteine die Ursache, so müssen diese entfernt werden – danach klingt die Entzündung meist ab. Sie werden entweder durch eine Endoskopische retrograde Cholangio-Pancreaticographie (ERCP) oder durch einen operativen Eingriff versorgt. Bei der Behandlung der Patienten arbeiten wir eng mit den Kollegen der Allgemein- und Viszeralchirurgie zusammen.

Die Ursachen der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung sind ähnlich wie bei der akuten Form. Ist das Organ dauerhaft entzündet, geht das Gewebe langsam zugrunde und seine Funktion nimmt ab.  Aufgrund des Funktionsverlusts kann sich Diabetes bilden, der mitbehandelt werden muss. Durch die andauernde Entzündung besteht die Gefahr, dass diese schließlich in Krebs übergeht. Außerdem kann die entzündete Bauchspeicheldrüse die Gallengänge einengen, was mitunter zu Gelbsucht führt. Da die Erkrankung für die Betroffenen meistens sehr schmerzhaft ist, erfolgt die Behandlung als erstes mit Schmerzmitteln. Bei einigen Patienten ist es erforderlich, die Bauchspeicheldrüse operativ zu entfernen. Dabei arbeiten wir eng mit den Kollegen der Allgemein- und Viszeralchirurgie zusammen.

Gutartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse sind relativ selten. Der Ursprung liegt häufig in den hormonproduzierenden Teilen der Bauchspeicheldrüse (sogenannte endokrine Pankreas). Die Tumoren können verschiedene Hormone ins Blut abgeben und dadurch mitunter den Körperhaushalt erheblich stören. In diesen Fällen ist eine Operation notwendig.

Die Erkrankung verläuft oft lange symptomlos, weshalb der Pankreaskrebs häufig erst zu spät entdeckt wird. Die Tumoren wachsen schnell und können früh in andere Organe streuen. Die Ursache ist noch nicht vollständig erforscht. Die besten Heilungschancen bestehen, wenn der Krebs im Frühstadium entdeckt wird. Dann werden in einem operativen Eingriff die befallenen Abschnitte entfernt.

Die Behandlung der Patienten erfolgt in unserem Onkologischen Zentrum in enger Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen des Klinikums. In der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz wird der genaue Therapieplan aus operativer Behandlung, Chemotherapie usw. für jeden Patienten individuell festgelegt.