Leben mit Diabetes – Warum eine gute Blutzuckereinstellung in diesen Zeiten besonders wichtig ist

Leben mit Diabetes – Warum eine gute Blutzuckereinstellung in diesen Zeiten besonders wichtig ist

Sangerhausen

Am 14. November ist Welt-Diabetestag. Allein in Deutschland leben mehr als sieben Millionen Menschen mit der Diagnose Diabetes. Zum Weltdiabetestag spricht Diabetologin Jana Reponova aus der Helios Klinik Sangerhausen über die Erkrankung und erklärt den Zusammenhang zwischen Diabetes und der Vorbeugung von Infektionskrankheiten.

Schwäche, Müdigkeit, Leistungsabfall, häufiges Wasserlassen oder auch eine besondere Anfälligkeit für Infektionen können Symptome für verschiedene Diabetestypen sein.

„Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Insulin im Körper vollständig fehlt. Dies betrifft häufig schon Kinder oder junge Erwachsene“, sagt Jana Reponova, Diabetologin in der Helios Klinik Sangerhausen.

„Diabetes Typ 2 hingegen ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der eine Störung der Insulinproduktion beziehungsweise -wirkung vorliegt.“

Manchmal tritt auch in der Schwangerschaft ein Diabetes auf, der einige Zeit nach der Geburt jedoch wieder verschwindet. Dann ist es besonders wichtig, sich weiter kontrollieren zu lassen. „Nach einem Schwangerschaftsdiabetes ist die Wahrscheinlichkeit, später an Diabetes zu erkranken, erhöht“, so Jana Reponova.

Wie bei vielen anderen Erkrankungen ist es auch bei dem Diabetes wichtig, erste Krankheitsanzeichen frühzeitig zu erkennen.

Jana Reponova, Diabetologin DDG

Unbehandelt oder schlecht eingestellt kann eine Diabetes-Erkrankung schwerwiegende Folgen haben. Blindheit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können eintreten, landläufig ist auch der „Diabetische Fuß“ vielen Menschen ein Begriff. Hierbei ist das Empfinden und die Durchblutung in den Füßen gestört. „Wie bei vielen anderen Erkrankungen ist es auch bei dem Diabetes wichtig, erste Krankheitsanzeichen frühzeitig zu erkennen“, sagt Jana Reponova. Eine einfache Blutuntersuchung oder der sogenannte Zuckerbelastungstest, bei dem der Abbau von Zucker im Blut gemessen wird, können dabei helfen.

Unterschiedliche Therapiemöglichkeiten

Die Therapieformen sind davon abhängig, welcher Diabetes-Typ diagnostiziert ist. „Menschen mit Typ-1 Diabetes müssen das fehlende Insulin durch Spritzen ersetzen – etwa mithilfe eines Insulin-Pens oder einer Insulinpumpe. Menschen mit Typ-2 Diabetes können durch Gewichtsabnahme und regelmäßige Bewegung für einen stabilen Blutzuckerspiegel sorgen. Auch können Medikamente verschrieben werden, die beispielsweise die Insulinproduktion anregen“, erklärt Jana Reponova.

Heutzutage geht es aber nicht ausschließlich um die Einstellung der Blutzuckerwerte im Normbereich, sondern von Anfang an um die Bekämpfung oder Mitbehandlung bereits aufgetretener Herz- und Gefäßerkrankungen sowie Erkrankungen der Nieren. Viele Diabetologen bieten für Betroffene darüber hinaus eine Kommunikation online oder per Telefon an.

Leben mit Diabetes

An Diabetes zu erkranken kann erbliche Ursachen haben, aber auch ein ungesunder Lebensstil mit Übergewicht und wenig Bewegung kann Auslöser für die Zuckerkrankheit sein. Nach der Diagnose kommt der richtigen Ernährung eine wichtige Rolle zu.
Betroffene sollten auf eine ausgewogene, vollwertige Mischkost achten, rät Jana Reponova. Bei Diabetes mellitus Typ 2 sowie bei Typ 1 mit Übergewicht gehört eine Ernährungstherapie zur Behandlung. Leben lernen mit der Diabeteserkrankung sowie die richtige Ernährung können Patienten im Rahmen einer Ernährungsberatung. Hier erfahren sie, wie sie den Kohlenhydratgehalt der Nahrung richtig einschätzen, welchen Energiebedarf der Körper hat und welche Lebensmittel wie viel Energie beziehungsweise Kalorien liefern. In den Helios Kliniken Lutherstadt Eisleben, Hettstedt und Sangerhausen stehen den Patienten dabei ausgebildete Diabetesberater zur Seite. Das Diabetestherapiezentrum in der Helios Klinik Sangerhausen ist darüber hinaus eine anerkannte Einrichtung der Deutschen Gesellschaft für Diabetes der Stufe 1.

Gerade im Herbst und Winter ist es wichtig, auf ein gesundes Immunsystem zu achten, denn Diabetes, Adipositas und Kreislauferkrankungen sind Risikofaktoren für verschiedene Infektionskrankheiten.  „Ein gesunder Lebensstil und eine gute Blutzuckereinstellung tragen dazu bei, dass der Körper sich besser vor Infektionskrankheiten schützen kann“ erklärt Jana Reponova und motiviert, auf sich selbst besonders Acht zu geben. „Gerade jetzt sollte man sich mehr Zeit nehmen für einen ausgiebigen Spaziergang oder eine Runde Sport.“ Nicht zu vernachlässigen sei laut Jana Reponova auch die seelische Gesundheit. „So schwierig die Zeiten gerade sind, darf man diesen Faktor nicht vernachlässigen. Kümmern Sie sich gewissenhaft um Ihren Diabetes“, rät Sie. „Es lohnt sich, in sich selbst und die Zukunft zu investieren.“