Kardiologie international: Vernetzung zu Gunsten des Patienten

Herzberg am Harz

Gemeinsam behandelten Ärzte aus Herzberg, Erfurt und Japan einen Patienten mit einem besonders komplexen Fall der Koronaren Herzerkrankung. Bei einem Eingriff wurden verschlossene Herzkranzgefäße wieder aufgeweitet. So wird das Herz wieder besser mit Sauerstoff versorgt und der Patient ist beschwerdefreier.

Engegefühl und Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit bei minimalen körperlichen Anstrengungen, Atembeklemmung – bis vor kurzem waren diese Symptome ein täglicher Begleiter von Arno Schwiegershausen. Der Bad Lauterberger litt unter einer besonders schweren Ausdehnung der Koronaren Herzerkrankung: Das rechte Herzkranzgefäß sowie die beiden Äste des linken Herzkranzgefäßes waren verengt („3-Gefäß-KHK“), einige der Gefäße waren sogar seit mehreren Monaten vollständig verschlossen („CTO“ = chronic total occlusion). In der Folge wurde der Herzmuskel nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgt.  

Behandlung im Spezialisten-Team
Mit seinen Beschwerden wurde er in der Helios Klinik Herzberg/Osterode vorstellig. Nach eingehender Untersuchung empfahl Stephan Matzath, Chefarzt der Kardiologie, dem Patienten ein Vorgehen im Herzkatheterlabor. „Die Koronare Herzerkrankung an sich ist nicht heilbar. Wir können jedoch die Lebensqualität der Patienten verbessern und ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. In unserem modernen Herzkatheterlabor führen wir regelmäßig Eingriffe durch, bei denen wir chronisch verschlossene Herzkranzgefäße wiedereröffnen.“ Die sogenannte Rekanalisation kann dabei antegrad, d.h. über die ursprünglichen Gefäße, oder retrograd, über Kollateralgefäße erfolgen. „Retrograde Rekanalisationen sind technisch sehr anspruchsvolle Verfahren, die sorgfältig geplant werden müssen. Je nach Komplexität der Erkrankung und des Eingriffes arbeiten wir deshalb in solchen Fällen mit Spezialisten anderer Häuser zusammen“, erklärt Stephan Matzath.  

Zur Behandlung von Herrn Schwiegershausen zog der Herzberger Chefarzt seinen Erfurter Kollegen Professor Dr. med. Harald Lapp hinzu. Der Chefarzt der Kardiologie und Internistischen Intensivmedizin im Helios Klinikum Erfurt gehört in Deutschland zu den Spezialisten für das Behandlungsverfahren. Nachdem der erste Teil der Behandlung Anfang März in der Helios Klinik Herzberg/Osterode erfolgte, wurden Anfang Mai in einem mehrstündigen Eingriff im Herzkatheterlabor des Helios Klinikums Erfurt die verschlossenen Herzkranzgefäße des Patienten wieder eröffnet.  

Internationaler Besuch
Die Behandlung wurde in Erfurt zudem von Dr. Kinoshita, dem Chief Division of Cardiology am Toyohashi Heart Center begleitet. Der Japaner ist einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet spezieller Kathetereingriffe und der Wiedereröffnung chronisch verschlossener Herzkrangefäße. Er hat zahlreiche der Techniken und Instrumente, die heute etabliert sind, mit entwickelt. „Zwischen Dr. Kinoshita und mir besteht seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit regelmäßigen gegenseitigen Besuchen“, erklärt Professor Dr. Lapp. Wenn Dr. Kinoshita zu Gast in Erfurt ist, werden auch externe Gastärzte eingeladen, um sich mit Dr. Kinoshita auszutauschen und ihm bei der Arbeit über die Schulter zu gucken „Herr Matzath hat dabei gleich einen eigenen Patienten mitgebracht“, schmunzelt Prof. Lapp. Mittlerweile hat sich zwischen ihm und Dr. Kinoshita auch eine enge persönliche Freundschaft entwickelt.  

Lebensqualität gewonnen
Mit der Behandlung in Erfurt sind Chefarzt Stephan Matzath und sein Patient sehr zufrieden. Vor wenigen Tagen fand in der Helios Klinik Herzberg/Osterode die Nachkontrolle statt. „Die Durchblutung der Gefäße hat sich durch die Rekanalisation stark gebessert. Das Herz bekommt wieder mehr Sauerstoff“, so der erfahrene Kardiologe. Arno Schwiegershausen sagt: „Dank der Behandlung geht es mir heute viel besser. Die Vernetzung der Herzberger Klinik und der Austausch zwischen den Spezialisten hat mir einen enormen Zuwachs an Lebensqualität gebracht.“

Über die Koronare Herzerkrankung

Die Koronare Herzerkrankung, kurz KHK, ist eine häufige und schwerwiegende Erkrankung des Herzens, die mit Durchblutungsstörungen des Herzmuskels einhergeht. Eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Herzens ist insbesondere unter körperlicher Anstrengung nicht mehr gewährleistet. Grund für die KHK sind ein oder mehrere verengte Herzkranzgefäße. Um die Blutversorgung auch bei verschlossenen Herzkranzgefäßen aufrecht zu erhalten, sucht sich das Herz Umgehungskreisläufe aus anderen Gefäßgebieten. Diese Ausweichstraßen sind jedoch nicht so belastbar wie das Original. Folgen einer Koronaren Herzerkrankung können Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche sein.

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Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und in Spanien (Quirónsalud). Rund 17 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2017 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro.  

In Deutschland verfügt Helios über 111 Akut- und Rehabilitationskliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 17 Präventionszentren und 12 Pflegeeinrichtungen. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon vier Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 74.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund  6,1 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.  

Quirónsalud betreibt in Spanien 45 Kliniken, 55 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 11,6 Millionen Patienten behandelt, davon  11,2 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 32.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro.  

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