Jeder kann Lebensretter sein!

Jeder kann Lebensretter sein!

Herzberg am Harz

Unter dem Motto „Ein Leben retten“ findet auch in diesem Jahr die deutschlandweite Woche der Wiederbelebung des Bundesministeriums für Gesundheit statt. Die Helios Klinik Herzberg/Osterode und der DRK-Kreisverband Osterode am Harz e.V. haben im Rahmen der Aktionswoche am Dienstagvormittag alle Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums Herzberg in der Laien-Reanimation geschult. Ein weiterer Kurs fand am Donnerstagnachmittag für die Mitarbeiter der CAVITÄT GmbH in Hörden statt.

Die Schulungen begannen mit einem kurzen Fachvortrag zum Thema Herzstillstand, Reanimation und Beatmung. Im Anschluss folgte die praktische Anwendung. An speziellen Reanimationspuppen wurde geübt, was im Notfall zu tun ist. „An den Puppen kann man ein gutes Gefühl für den Kräfteeinsatz und die Druckfrequenz, die bei der Reanimation notwendig ist, entwickeln. Die Schülerinnen und Schüler haben das Wissen sehr schnell verinnerlicht und umgesetzt“, so Dr. med. Bianca Klutt, Assistenzärztin in der Anästhesie und Intensivmedizin der Helios Klinik Herzberg/Osterode, die die Schulung für das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium leitete. Die Schülerinnen und Schüler, die mit ihren Lehrern in die Klinik gekommen waren, konnten zudem noch weitere Stationen des DRK und der Klinik entdecken. So stand ein Einsatzfahrzeug zur Besichtigung bereit und sie erhielten Einblicke in die Zentrale Notaufnahme. Zum Abschluss bekamen alle Schüler und Schülerinnen einen Reanimations-Ausweis und eine Einmalbeatmungsmaske als Schlüsselanhänger.  

Schulungen sollen Hemmschwellen abbauen
Mit dem kostenlosen Schulungsangebot möchte die Helios Klinik Herzberg/Osterode Hemmschwellen abbauen und Wissen über lebensentscheidende Sofortmaßnahmen vermitteln. „Beim Herzstillstand sind Betroffene auf schnelle Hilfe angewiesen: Bereits nach drei Minuten wird das Gehirn nicht mehr genug mit Sauerstoff versorgt, nach fünf Minuten wird ein Überleben unwahrscheinlich. Durch eine Herzdruckmassage werden die Überlebenschancen verdoppelt oder sogar verdreifacht“, sagt Stephan Matzath, Chefarzt der Kardiologie.  

Notärzte und Rettungskräfte erleben jedoch immer wieder, dass viele Menschen nicht helfen. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin sind im Notfall nur 15 Prozent der Menschen bereit, zu helfen. „Viele haben Angst, etwas falsch zu machen oder handeln nicht, weil sie unzureichende Erste-Hilfe-Kenntnisse haben. Dabei ist helfen ganz einfach. Ersthelfer müssen gemäß dem Motto „Prüfen-Rufen-Drücken“ in der Lage sein, den Kreislaufstillstand zu erkennen, den Notruf richtig abzusetzen und eine korrekte Herzdruckmassage durchzuführen“, erklärt Denis Boger, Leiter Fachbereich Aus-, Fort,- und Weiterbildung beim DRK-Kreisverband Osterode am Harz e.V.  

Dr. med. Patrick Jung, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, ergänzt: „Bei einem Herzstillstand sollten sich Laien auf die Herzdruckmassage konzentrieren. Das ist entscheidend. Sie brauchen weder die Mund-zu-Mund-Beatmung noch die stabile Seitenlage beherrschen. Selbst wenn sie bei der Wiederbelebung eine Rippe brechen sollten, ist das immer noch besser als der Herztod.“

Richtiges Verhalten im Notfall: PRÜFEN-RUFEN-DRÜCKEN

Wer eine leblose Person findet, sollte zunächst PRÜFEN: Atmet die Person, ist sie ansprechbar? Nein - dann sofort Hilfe RUFEN: die 112 wählen. Ruhig bleiben und die Fragen der Feuerwehr-Leitstelle beantworten. Nicht auflegen! Der Gesprächspartner aus der Leitstelle wird genau sagen, was zu tun ist, und gleichzeitig Hilfe schicken.  

Dann mit der Herzdruckmassage beginnen: den Brustkorb freimachen, den Handballen auf die Mitte der Brust legen, den Ballen der anderen Hand darüber. Finger verschränken. Arme durchgestreckt halten und senkrecht mit den Schultern über den Druckpunkt gehen. So kann am besten Kraft ausgeübt werden. Das Brustbein fünf bis sechs Zentimeter nach unten DRÜCKEN – und das 100 bis 120 mal pro Minute. Nicht aufhören bis der Rettungsdienst eintrifft. Falls die Kraft ausgeht, von einem anderen Ersthelfer ablösen lassen.

Daniela Kasper

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