Derzeit keine Patientenbesuche möglich!

In unserer Klinik gilt aktuell ein Besuchsverbot. Mehr Informationen und weiteren Regelungen finden Sie hier.

Stroke Unit

Schlaganfall - wenn das Gehirn nicht richtig durchblutet wird

In der Medizin unterscheiden wir zwischen zwei verschiedenen Arten von Schlaganfällen. In beiden Fällen gilt: „Time is brain“ – Zeit ist Gehirn. Je schneller der betroffenen Person geholfen wird, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Genesung.

Ischämischer Schlaganfall

Der ischämische Schlaganfall ist die häufigste Form des Hirnschlags. Er liegt in etwa acht von zehn Fällen vor. Meist entsteht er durch ein Blutgerinnsel, das eine hirnversorgende Arterie ganz oder teilweise verstopft und somit die Blut- und Sauerstoffversorgung für bestimmte Hirnbereiche unterbricht. In der Regel passiert dies als Folge von Arterienverkalkung.

Hämorrhagischer Schlaganfall

Ein hämorrhagischer Schlaganfall kommt seltener vor, nämlich in nur etwa zwei von zehn Fällen. Er entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn einreißt und zu einer Hirnblutung führt. Dadurch werden zum einen Hirnbereiche, die hinter dem "Leck" liegen, nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt und beginnen abzusterben. Zum anderen lässt das ins Gewebe austretende Blut das Hirn anschwellen, wodurch der Druck im Schädel steigt. Als Folge wird das Hirn "eingequetscht" und Hirnzellen nehmen Schaden.

Eine der häufigsten Ursachen dafür, dass ein Blutgefäß im Hirn reißt, ist Bluthochdruck. Denn er schädigt auf Dauer die Blutgefäße und schwächt dadurch die Gefäßwände. Ein plötzlicher Blutdruckanstieg kann so dazu führen, dass das Blutgefäß einreißt. Auch ein Diabetes mellitus kann die Gefäßwände langfristig schädigen. Eine Hirnblutung kann zudem auftreten, wenn ein Hirngefäß krankhaft ausgeweitet ist (Aneurysma) und einreißt.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Mit speziellen Methoden lassen sich die bei einem Schlaganfall typischen neurologischen Symptome meist schnell erkennen. Oft wird dazu der sogenannte FAST-Test genutzt:

  1. F wie Face (englisch für Gesicht)

    Der Betroffene wird gebeten, zu lächeln. Verzieht sich dabei das Gesicht einseitig?

  2. A wie Arme

    Der Betroffene soll beide Arme für zehn Sekunden gerade nach vorn strecken und die Handflächen dabei nach oben drehen. Im Falle einer Lähmung gelingt das nicht mit beiden Armen, stattdessen wird ein Arm absinken.

  3. S wie Sprache

    Der Betroffene soll einen Satz nachsprechen (z.B. "Morgenstund hat Gold im Mund"). Bei einem Schlaganfall gelingt das wahrscheinlich nicht, klingt verwaschen oder gestammelt oder es werden falsche Wörter benutzt.

  4. T wie time (englisch für Zeit)

    Kann der Betroffene mindestens einer der drei Aufforderungen nicht nachkommen, darf keine Zeit verloren werden – er benötigt sofort ärztliche Hilfe.

Schnelle Hilfe auf der Stroke-Unit

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall! Bei Verdacht rufen Sie sofort den Notarzt (112) an.

Je schneller die Ärzte einen Schlaganfall behandeln können, desto weniger Nervenzellen sterben im Gehirn ab. So lässt sich das Risiko auf Folgeschäden gering halten. 

In der Helios Klinik Herzberg/Osterode werden Schlaganfall-Patienten auf der Stroke-Unit betreut. Dieser Bereich ist auf die Untersuchung und Behandlung dieser Patienten spezialisiert.

Ein Flur im OP-Bereich.

Schlaganfall verhindern

Eine verengte Halsschlagader kann Ursache für einen Schlaganfall sein. Um diesem effektiv vorzubeugen, sollten Sie Verengungen der Halsschlagader behandeln lassen.