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Patientenwissen

Spiegelung des Dickdarms

Spiegelung des Dickdarms

Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) betrachtet der Arzt den gesamten Dickdarm von innen und untersucht die Schleimhäute auf Auffälligkeiten, um Erkrankungen am Dickdarm sowie am Ende des Dünndarms abzuklären. Oft erfolgt die Koloskopie im Rahmen der Krebs-Vorsorge.

Das Untersuchungsgerät

Für die Darmspiegelung benutzt der Arzt ein Untersuchungsgerät, das Endoskop genannt wird. Dabei handelt es sich um einen biegsamen Schlauch mit einem Durchmesser von etwa einem Zentimeter. Im Inneren dieses Schlauchgerätes verlaufen mehrere dünne Kanäle.  

An der Spitze des Endoskops befindet sich ein kleiner Mikrochip, der wie eine Miniaturkamera Bilder im Inneren des Körpers aufnimmt und direkt an ein Videogerät weiterleitet. Die Bilder werden dem Arzt auf einem TV-Bildschirm angezeigt. Durch den anderen Kanal (Arbeitskanal) können beispielsweise winzige Zangen und Schlingen vorgeschoben werden, um Gewebeproben zu entnehmen.

  1. Untersuchungsvorbereitung

    Für die Darmspiegelung muss der Darm gründlich gereinigt werden. Je sauberer der Darm ist, desto besser kann der Arzt sehen. Bereits eine Woche vor der Untersuchung sollten Sie auf grob geschrotetes Brot, Müsli, Trauben, Kiwis und andere körnerhaltige Lebensmittel verzichten, denn die kleinen Kerne verbleiben sehr lange im Darm und können die feinen Kanäle der Endoskope verstopfen Am Tag vor der Untersuchung dürfen Sie morgens noch ein leichtes Frühstück und mittags eine klare Brühe zu sich nehmen. Danach nur noch Getränke wie Mineralwasser, Tee und Fruchtsäfte ohne Fruchtfleisch. Am Nachmittag erhalten Sie für die Darmreinigung eventuell ein Abführmittel und eine spezielle Abführlösung. Je mehr Sie trinken, desto besser ist der Darm außerdem gereinigt. Am Untersuchungstag müssen Sie morgens (terminabhängig) einen Liter der Abführlösung trinken. Nach Bedarf können Sie zusätzlich noch Wasser zu sich nehmen.  

    In unseren Sprechzeiten bespricht der Arzt mit Ihnen zudem, welche Medikamente im Vorfeld der Untersuchung abgesetzt oder ersetzt werden müssen.

  2. Die Spiegelung

    Eine durchschnittliche Darmspiegelung dauert in der Regel 15 bis 45 Minuten. Der Patient liegt während der Untersuchung linksseitig auf einer Liege oder auf einem besonderen Behandlungsstuhl. Durch den After schiebt der Arzt das Endoskop in den Dickdarm bis zur Mündung des Dünndarms. Zur Verbesserung der Sichtverhältnisse wird Luft in den Darm geblasen, damit die Darmwände sich voneinander entfernen und die  Ärzte die Schleimhaut besser betrachten können.  Manchmal ist es notwendig, die Lage des Endoskops mittels Röntgendurchleuchtung zu kontrollieren.  

    Bei der Darmspiegelung können Ärzte krankhafte Veränderungen im Darm erkennen, zum Beispiel Entzündungen und Polypen. Über den Arbeitskanal kann der Arzt während der Untersuchung Gewebeproben für eine feingewebliche Untersuchung (Biopsie) entnehmen. Auch die Behandlung und Entfernung von Polypen ist während einer Darmspiegelung möglich. Hierzu wird der Polyp mit einer Drahtschlinge umfasst, durch Stromzufuhr abgetrennt und durch das Endoskop entfernt.  

    In der Regel sind die Behandlungsmaßnahmen schmerzfrei. Einige Patienten empfinden die Spiegelung an sich jedoch als unangenehm oder auch schmerzhaft. In der Regel verabreichen wir Ihnen deshalb leichtes ein Beruhigungs- oder Schmerzmittel. Gegebenenfalls wird die Untersuchung in Kurznarkose durchgeführt. In unseren Sprechzeiten klären wir, welche Mittel für Sie infrage kommen. Im Einzelfall werden lebenswichtige Funktionen durch EKG und Kontrolle von Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung überwacht.  

  3. Nach der Untersuchung

    Nach einer Spiegelung werden Sie von unseren Mitarbeitern so lange überwacht, bis sie wach und alle Organfunktionen stabil genug sind. Wurde die Spiegelung ambulant durchgeführt, lassen Sie sich bitte von einer erwachsenen Begleitperson abholen und stellen Sie  sicher, dass auch zu Hause eine Aufsichtsperson ein Auge auf Sie hat.  

    Sofern Sie ein Betäubungs-, Beruhigungs- oder Schmerzmittel bekommen haben oder der Eingriff in Kurznarkose durchgeführt wurde, ist Ihr Reaktionsvermögen nach der Untersuchung noch eingeschränkt. Es ist normal, dass Sie sich schläfrig und müde fühlen. Auf Essen und Trinken sollten Sie für mindestens eine Stunde nach der Untersuchung verzichten. Zudem sollten Sie für 24 Stunden nicht am Straßenverkehr teilnehmen, keinen Alkohol trinken, keine gefährlichen Tätigkeiten ausüben und keine wichtigen Entscheidungen treffen.  

    Treten nach der Darmspiegelung starke Bauchschmerzen oder andere Beschwerden (Schwindel, Übelkeit, Fieber) auf oder tritt Blut aus dem After aus, informieren Sie bitte umgehend Ihren behandelnden Arzt.

Endosonographie

Bei der Endosonographie wird die Spiegelung mit einem Ultraschallverfahren kombiniert. So erhält der Arzt auch Aufschluss über den Zustand der Organwände und der umliegenden Organe.

Krebsvorsorge

Die Darmspiegelung ist Bestandteil der Darmkrebs-Früherkennung. Die Vorsorgeuntersuchung kann ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre in Anspruch genommen werden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Die Untersuchung ist zurzeit die effektivste und treffsicherste Methode, Tumoren und Polypen im Darm zu erkennen.