Derzeit keine Patientenbesuche möglich!

In unserer Klinik gilt aktuell ein Besuchsverbot. Mehr Informationen und weiteren Regelungen finden Sie hier.

Leistungen

Hilfe bei Erkrankungen der Speiseröhre

Hilfe bei Erkrankungen der Speiseröhre

Die Speiseröhre gehört zum Verdauungssystem des Menschen und führt die Nahrung vom Mund in den Magen. Ist das komplizierte Zusammenspiel aus verschiedenen Muskelschichten und –ventilen gestört, stehen unsere Chirurgen Ihnen mit modernen Operationsmethoden zur Seite.

Erkrankungen der Speiseröhre behandeln wir in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Gastroenterologie. Einige Krankheitsbilder lassen sich durch konservative Methoden, etwa durch Medikamente, gut behandeln, bei anderen ist jedoch ein operativer Eingriff nötig.

Wir bieten Ihnen unter anderem Hilfe bei

  • Refluxerkrankungen
  • Speiseröhrenentzündung
  • Achalasie (verkrampfter Speiseröhrenschließmuskel)
  • Zwerchfellhernie
  • Divertikel der Speiseröhre
  • Tumoren der Speiseröhre

Klinik-Einblicke: Der Refluxkrankheit auf der Spur

Im Video erklärt Dietmar Gebhardt, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, welche Behandlungsmöglichkeiten es für die Refluxerkrankung gibt.

Diagnose

In einem ersten Gespräch befragen wir Sie zu Ihren Beschwerden und klären mögliche Vorerkrankungen. Im Anschluss folgen eine Laboruntersuchung Ihres Blutes und körperliche Untersuchungen. Beispielsweise untersuchen wir bei einer Speiseröhren- und Magenspiegelung die Speiseröhre auf Veränderungen. Zudem können eine Langzeitsäuremessung (pH-Metrie) und eine Druckmessung der Speiseröhre (Manometrie) durchgeführt werden. Mit der pH-Metrie wird der pH-Wert der unteren Speiseröhre gemessen und die Stärke des Magensäurerückflusses in die Speiseröhre festgestellt. Bei der Manometrie wird untersucht, wie kräftig der Schließmuskel der Speiseröhre ist. In einzelnen Fällen muss die Diagnostik durch eine Röntgenuntersuchung (Ösophagus-Breischluck) und durch eine Computertomographie ergänzt werden.

Behandlung

Bei Refluxerkrankungen ist der Verschlussmechanismus der Speiseröhre gestört: Die Magensäure fließt in die Speiseröhre zurück (Reflux ist lateinisch für Rückfluss). Die untere Speiseröhre wird dadurch gereizt und angegriffen, eventuell entstehen Entzündungen. Werden die Entzündungen chronisch, können sich daraus bösartige Erkrankungen in der Übergangsregion von der Speiseröhre zum Magen entwickeln.

Refluxerkrankungen können medikamentös durch Säureblocker behandelt werden. In bestimmten Fällen kommen auch operative Verfahren mit minimal-invasiver Technik in Betracht. Bei der Operation rekonstruieren wir die natürlichen Verhältnisse am Übergang  von der Speiseröhre zum Magen. Der Eingriff wird in der Regel minimal-invasiv durchgeführt. Nach der Operation bleibt der Patient drei bis fünf Tage in der Klinik. 

Speiseröhrenentzündungen können verschiedene Ursachen haben. Häufig wird die Entzündung durch Refluxerkrankungen ausgelöst. Aber auch Verätzungen in der Speiseröhre oder Infektionen mit Pilzen oder Viren können Ursache der Krankheit sein.  

Liegt eindeutig ein Defekt des Verschlussmechanismus als Ursache der Erkrankung vor, kann ein operativer Eingriff den Rückfluss unterbinden. Bei der Operation stellen wir die natürlichen Verhältnisse am Übergang von der Speiseröhre zum Magen wieder her. Der Eingriff erfolgt in der Regel minimal-invasiv. Nach der Operation folgt ein Klinikaufenthalt von drei bis fünf Tagen.

Die Achalasie ist eine sehr seltene Bewegungsstörung der Speiseröhre. Dabei ist der untere Schließmuskel der Speiseröhre zu kräftig. Er kann nicht mehr richtig erschlaffen und ist „verkrampft“. Schuld daran ist meist, die fehlende Öffnung des unteren Speiseröhrenschließmuskel und eine gestörte Transportfunktion der Speiseröhre. Als Folge bleiben Speisen in der Speiseröhre stecken und sammeln sich dort an. Das führt zu Erbrechen, beziehungsweise dazu, dass der Speisebrei passiv die Speiseröhre hochläuft. Die teilweise erheblichen Schluckstörungen führen bei fast allen Betroffenen im Laufe der Erkrankung zu einem zunehmenden Gewichtsverlust. Zudem besteht die Gefahr einer chronischen Speiseröhrenentzündung, die zu bösartigen Veränderungen in der Speiseröhrenschleimhaut führen kann.  

Mithilfe eines operativen Eingriffes spalten wir die eingeengte Muskulatur im Bereich der unteren Speiseröhre. Dadurch sind der normale Schluckakt und die Entleerung der Speiseröhre in den Magen wieder möglich. Eine bestehende Entzündung kann abheilen. Der Eingriff kann minimal-invasiv durchgeführt werden. Der Patient sollte im Anschluss an den Eingriff vier bis fünf Tage in der Klinik bleiben.

Bei der Zwerchfellhernie treten Anteile des Magens über das Zwerchfell aus der Bauchhöhle aus und gelangen in die Brustkorbregion. Als Komplikation kann ein Reflux-Leiden entstehen. Zudem besteht die Gefahr, dass abgeschnürte Magenanteile absterben, Magensaft in die Lungenhöhle und/oder den Mittelfellraum austritt und zu einer lebensbedrohlichen Infektion führt.

Da sich Hernien nicht von selbst zurückbilden, sollte die Hernie in einem operativen Eingriff verschlossen werden. Kleinere Hernien können wir oft ambulant operieren. Die Patienten kommen dann morgens zur Aufnahme, werden operiert und gehen am Abend wieder nach Hause. Bei größeren Hernien bleiben Patienten etwa ein bis zwei Tage in der Klinik.  

Divertikel sind sackförmige Ausstülpungen der Speiseröhrenwand. Verbleiben Nahrungsbestandteile in diesen „Höhlen“, leiden Patienten unter erschwertem Schlucken und zunehmendem Mundgeruch. Möglicherweise kann es auch zum Hervorwürgen unverdauter Nahrungsbestandteile kommen. Speiseröhren-Divertikel entstehen unter anderem durch einen erhöhten Druck im Organ. Eine medikamentöse Behandlung hilft dagegen nicht. Bei einer Operation tragen wir das Divertikel ab.  Das geschieht  über einen kleinen Zugang am Hals, direkt über den Mundbereich (transoral-endoskopisch) oder minimal-invasiv per Brustkorbspiegelung – je nachdem, auf welcher Höhe der Speiseröhre sich das Divertikel befindet. Außerdem beheben wir die mitunter ursächliche Veränderung im Bereich der oberen Schlundmuskulatur. Nach dem Eingriff bleibt der Patient ca. fünf Tage in der Klinik. 

Die Ursachen für bösartige Tumore der Speiseröhre sind noch nicht eindeutig geklärt. Zu den Risikofaktoren gehören das Rauchen und ein erhöhter Alkoholkonsum, aber auch Refluxerkrankungen. Wurde ein bösartiger Tumor der Speiseröhre diagnostiziert, schließen sich Folgeuntersuchungen (Blutuntersuchungen, Computertomographie, Ultraschalluntersuchung)  an, um festzustellen, ob die Lymphknoten befallen sind und sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben.  

Zur Behandlung von Speiseröhren-Tumoren kommen operative Eingriffe, Strahlentherapie, Chemotherapie sowie eine Kombination der Verfahren in Frage. Im Rahmen unserer Tumorkonferenz stimmen wir die Behandlung unserer Tumorpatienten mit den anderen Fachabteilungen der Klinik ab und legen gemeinsam einen individuellen Therapieplan fest.  

Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors und der umliegenden Lymphknoten.  Die große Operation erfordert sowohl einen Zugang zur Bauchhöhle als auch zum Brustraum. Der befallene Teil der Speiseröhre und die Lymphknoten werden entfernt. Als Ersatz für den entfernten Teil wird der Magen zu einem Schlauch geformt, mit der Restspeiseröhre verbunden und in die Brusthöhle hochgezogen.