Wir helfen Ihnen bei Harninkontinenz

Ungewollter Harnverlust ist für Betroffene mit vielen Einschränkungen verbunden. Um Ihnen wieder mehr Sicherheit zu geben, bieten wir Ihnen vielfältige Möglichkeiten, die unterschiedlichen Arten der Harninkontinenz zu therapieren. Gemeinsam mit Ihnen erstellen wir die am besten auf Sie zugeschnittene Therapie.

Harninkontinenz bezeichnet den ungewollten Urinabgang. Ist der Schließmuskel zu schwach, können Niesen, Husten oder Bewegungen zum unfreiwilligen Harnverlust führen. Dabei spricht man von einer Stress- oder Belastungsinkontinenz. Liegt eine Harnblasen- oder Nervenschädigung vor, äußert sich der Urinverlust aus einem unkontrollierten Drang heraus. Das ist die sogenannte Dranginkontinenz. Ausschlaggebend für die Behandlung der Harninkontinenz ist eine exakte Abklärung von Art und Ursachen.

Diagnostik bei Harninkontinenz

Im Rahmen der Diagnostik führen wir neben einer gezielten Befragung und körperlichen Untersuchung eine Messung des Harnstrahls (Uroflowmetrie) und ein Ultraschall des Harntrakts durch. Bei Frauen ist eine vaginale Untersuchung zur Abklärung einer möglichen Senkung der Beckenorgane notwendig. Oft können zusätzliche Untersuchungen wie eine Blasendruckmessung (Urodynamik) oder Harnröhren- und Blasenspiegelung (Urethrozystoskopie) wertvolle Zusatzinformationen liefern.

Behandlung bei Belastungsinkontinenz

Neben konservativen Behandlungsmöglichkeiten wie gezieltem Beckenbodentraining oder den Einsatz wirkungsvoller Medikamente kommt häufig auch ein operativer Eingriff in Betracht:

Bei der Bandoperation legen wir ein synthetisches Bändchen unter die Harnröhre, welches diese wie eine Hängematte stützt. Für Betroffene bringt die Operation die Sicherheit, dass die gefüllte Blase in Zukunft den Urin besser halten kann, da die Harnröhre durch das Band an der richtigen Position gehalten wird. Bei Husten, Lachen oder körperlicher Anstrengung wird dann kein Urin mehr ausgeschieden.

Hierbei wird ein spezieller Kunststoff in den Bereich um die Harnröhre gespritzt. Es erhöht sich der Druck auf die Harnröhre, indem ihr Durchmesser minimal kleiner wird. Dadurch verbessert sich der Verschluss der Harnröhre. Der Ablass von Urin wird für Sie wieder kontrollierbar, der ungewollte Urinverlust bleibt aus.

Behandlung bei Dranginkontinenz

Bereits die Umstellung der Lebensgewohnheiten (Gewichtsreduktion bei Übergewicht, ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung, Optimierung des Trinkverhaltens, Verzicht auf Zigaretten) kann zu einer Besserung einer Dranginkontinenz beitragen. Zudem steht eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die eine Beruhigung der Blasenmuskulatur bewirken.

Dieser kleine Schrittmacher wird bei Dranginkontinenz eingesetzt und kann den starken Harndrang mindern. Wir implantieren ihn zusammen mit einer Elektrode unter Ihre Haut. Die meisten Patienten tragen den Schrittmacher im Gesäß, alternativ können wir ihn auch in der unteren Bauchgegend einsetzen. Schrittmacher und Elektrode stimulieren die Nerven der Lendenwirbelsäule durch milde elektrische Impulse. Über eine Fernbedienung können Sie den Schrittmacher ein- und ausschalten.

Ebenfalls bei Dranginkontinenz kann die Botoxinjektionsterrapie zum Einsatz kommen. Ziel ist, die Aktivität des Blasenmuskels zu verringern, um beispielsweise den ständigen Harndrang und das nächtliche Wasserlassen zu verbessern. Im Rahmen eines endoskopischen Eingriffs, indem wir über die Harnröhre einen dünnen, elastischen Schlauch mit einer kleinen Kamera einführen, können wir das Botox in kleinen Dosierungen direkt in die  Blasenmuskulatur spritzen. Die Botoxinjektionstherapie erfolgt ambulant unter lokaler Betäubung.