Genuss statt Muss – Ernährung in der Palliativmedizin

Schwere Erkrankungen können Geschmack, Gewohnheiten und Lust am Essen stark verändern. Der Appetit nimmt deutlich ab und damit auch die Wertigkeit von Essen und Trinken. Ein Ekelgefühl ist oft neben einer absoluten Appetitlosigkeit vorherrschend.

Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verändern sich bei einer fortschreitenden Erkrankung deutlich. Oft steht bei unseren Patienten Appetitlosigkeit einhergehend mit Ekel, Übelkeit, Erbrechen und einem daraus resultierenden Gewichtsverlust im Vordergrund. In der palliativen Lebensphase ist dies, aufgrund der sich verändernden Stoffwechselbilanz, völlig normal. Es geht nicht darum, Speicher aufzufüllen und deswegen einen Gewichtsverlust zu verhindern. Stattdessen steht das Wohlbefinden unserer Patienten im Vordergrund. Folglich stellt die Steigerung der Lebensqualität und nicht die Steigerung der Nahrungsaufnahme primäres Ziel unserer Therapie dar.

So setzen wir beispielsweise auf folgende Maßnahmen, um unsere Patienten bei der Nahrungsaufnahme zu unterstützen:

  • ausführliche Mundpflege vor und nach dem Essen
  • Gabe von Lutschtabletten, sie fördern den Speichelfluss bei Mundtrockenheit
  • Mittel zur Geschmacksverbesserung (Fenchel, Anis, Hopfentee regen den Appetit an)