Endoprothetik: Ein künstliches Kniegelenk für neue Lebensqualität

Schäden am Knie können starke Schmerzen verursachen und die Lebensqualität einschränken. Für das Einsetzen und Auswechseln künstlicher Kniegelenke treffen Sie in der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt auf ein kompetentes und erfahrenes Ärzteteam. Wir lindern Ihre Schmerzen und stellen die Funktion Ihres Knies wieder her.

Ursachen für Gelenkversagen

Häufigste Ursache für Gelenkschäden ist ihr Verschleiß (Arthrose). Dazu kommt es, wenn sich der Gelenkknorpel abbaut. Reaktionen am Knochen wie eine Verdickung, Zysten oder knöcherne Neubildungen an den Gelenkrändern. Die Folgen sind Gelenkschmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit, bis das Knie nicht mehr gebeugt und gestreckt werden kann. Häufig bildet sich ein O-Bein heraus, das Kniegelenk wird instabil.

Weitere mögliche Ursachen:

  • Fehlstellungen der Beinachse wie O-und X-Beine
  • Rheumatische Erkrankungen (rheumatoide Arthritis)
  • Spätfolgen nach Verletzungen (z.B. Kreuzbandriss) oder Brüchen im Bereich des Kniegelenks
  • Spätfolgen nach Erkrankungen des Kniegelenks (z.B. Meniskusriss)
  • Spätfolgen bei Stoffwechselerkrankungen (z.B. Gicht)

Die Kniegelenk-Endoprothese

Durch die Implantation eines künstlichen Kniegelenks können wir Schmerzen lindern und die Funktion des Knies wiederherstellen. Bei dem chirurgischen Eingriff entfernen wir abgenutzte und beschädigte Oberflächen des Kniegelenks und ersetzen sie durch künstliche Teile.

Die Wahl des Implantates richtet sich dabei nach dem Ausmaß der arthrotischen Veränderungen (Verschleiß) und nach dem Zustand Ihrer Bänder und Muskeln. Jeder Patient erhält also eine individuell für ihn geeignete Prothese.

Ist nur ein Teil Ihres Gelenkes vom Verschleiß befallen, meistens die Innenseite, und der Bandapparat intakt, können wir eine sogenannte Schlittenprothese implantieren.

Wenn die Knorpelzerstörung im Kniegelenk weit fortgeschritten ist, sodass die Knorpelbeläge nicht nur auf der Innenseite, sondern auch auf der Außenseite des Kniegelenkes sowie im Bereich der Gleitbahn der Kniescheibe zerstört sind, implantieren wir den sogenannten Oberflächenersatz. Ein Einsatz einer Teilprothese, wie die beschriebene Schlittenprothese ist medizinisch in diesen Fällen nicht mehr möglich. Der Oberflächenersatz ist aktuell die am häufigsten eingesetzte Knieerstprothese. Hierbei werden alle gelenkbildenden Anteile mit einer künstlichen Gelenkfläche überzogen. Entsprechend des Namens des Öberflächenersatzes wird nur die Oberfläche ersetzt und damit sehr knochensparend operiert.

Ist der Verschleiß ausgedehnter und zusätzlich der Kapsel-Band-Apparat geschädigt, sind teilgekoppelte oder gekoppelte Prothesensysteme erforderlich. Hierfür verwenden wir eine modulare Erweiterung der Oberflächenersätze oder komplett gekoppelte Modelle wie die Rotationsprothese und das reine Scharniergelenk.

Wechseloperationen

Neben dem Einsatz von künstlichen Gelenken nehmen wir bei uns auch sämtliche Operationen vor, bei denen Endoprothesen teilweise oder komplett ausgewechselt werden müssen. Das kann notwendig werden, wenn sich künstliche Gelenke lockern oder verschleißen.  Die Lebensdauer einer modernen Knieendoprothese beträgt heutzutage bereits 15 bis 20 Jahre.

Wechseloperationen sind zumeist aufwändiger, da bei der Implantation bereits Knochenteile zum Einbringen der Prothese entfernt wurden. Darum werden bei der Wechseloperation oft spezielle Implantate (Revisionsimplantate) verwendet, um die knöchernen Defekte zu überbrücken.

Bei Wechseloperationen des Kniegelenks sind zudem oft gekoppelte Formen von Endoprothesen erforderlich, die je nach individueller Anforderung verlängert werden können.

Behandlung und Nachsorge

Bei der Implantation eines künstlichen Kniegelenks verbleiben Sie etwa sieben Tage in unserer Klinik.
Die Rehabilitation beginnt sofort nach der Operation. Zusammen mit den Physiotherapeuten führen Sie gezielte Beuge- und Streckübungen durch.  Bei normalem Verlauf  stehen Sie bereits am Abend der OP mit Hilfe unseres Pflegepersonals wieder auf Ihren eigenen Beinen und beginnen mit ersten Gehübungen auf Unterarmstützen. Das Ziel dabei fest vor Augen: eine Kniebeugung von mindestens 90 Grad. Unter krankengymnastischer Begleitung lernen Sie in den nächsten Tagen, wie Sie mithilfe von Gehhilfen laufen und wie Sie Ihr Gelenk schonen und stabilisieren.

Nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus beginnt die Anschlussbehandlung in einer speziell ausgestatteten Reha-Einrichtung. Die Rehabilitation dauert etwa drei Wochen und kann ambulant oder stationär erfolgen.