Vorhofflimmern geht mit einem erhöhten Risiko für einen thrombembolischen Schlaganfall einher. Als Schutz vor dem Schlaganfall wird eine Therapie mit einem Blutverdünner nach bestimmten Kriterien, die sog. CHA2DS2-VASc-Score, eingesetzt. Allerdings kann die Therapie im Einzelfall zur schweren Blutungen führen. In diesem Fall muss das verschriebene Präparat abgesetzt werden. Ihr Arzt wird dann die Ursache untersuchen und abhängig davon wird die Therapie umgestellt oder die Dosis wird reduziert. Falls die weitere Einnahme der Blutverdünner aus medizinischer Sicht nicht vertretbar ist und bei Ihnen ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko vorliegt, empfehlen wir das Einsetzen von einem Vorhofohrverschluss. 

Das linke Vorhofohr/Herzohr ist eine Aussackung der linken Vorkammer. In diesem Vorhofohr bilden sich vornehmlich Blutgerinnsel, welche für den Schlaganfall verantwortlich sind. Der Vorhofohrverschluss oder der sog. Occluder dichtet das Vorhofohr ab. Für diesen Zweck stehen Ihnen zwei mögliche Verfahren zur Verfügung: (1.) das minimale invasive Verfahren mittels eines Katheters und (2.) die chirurgische Entfernung oder das Zunähen. Das letztere wird üblicherweise während eines herzchirurgischen Eingriffs (Bypass- oder Herzklappen-Operation) durch den Herzchirurgen durchgeführt. Unsere Abteilung bietet Ihnen das Verschließen des linken Vorhofohrs mithilfe eines Katheters an. 

Procedere:

Abbildung 1: Der WATCHMANTM Occluder von der Firma Boston Scientific.

Der Vorhofohrverschluss (Occluder) kommt in Form eines kleinen Netz-Schirm aus Polyurethan und Titan mit unterschiedlichen Größen (s. Abb. 1). Vor der Untersuchung erhalten Sie eine Kurznarkose. Dann wird ein Schluck-Ultraschall (TEE) durchgeführt, in dem das linke Ohr auf vorliegende Blutgerinnsel untersucht und das Herzohr genau ausgemessen wird. Der Schallkopf wird während des Eingriffs in der Speiseröhre belassen. Der passende Occluder wird danach über eine Leistenvene mithilfe eines Katheters durch die Scheidenwand in der linken Vorkammer eingebracht. Anschließend wird der Occluder unter Ultraschall-Kontrolle in das Herzohr eingesetzt. Um den Sitz des Occluders zu kontrollieren benötigen wir eine kleine Menge von Kontrastmittel. Nach Prüfung der Lage und Stabilität des Occluders wird das Kathetermaterial entfernt und die Punktionsstelle wird mit einem Verschlusssystem abgedichtet. Dazu wird ein Druckverband für 6-8 Stunden angelegt. Die weitere Überwachung erfolgte auf einer Überwachungsstation für 24 Stunden.

In den ersten 3 Monaten nach der Implantation sollte eine duale Plättchenhemmungstherapie mit ASS und Clopidogrel erfolgen. Hiernach kann Clopidogrel abgesetzt werden. ASS sollte mindestens für weitere 3 Monate eingenommen werden (also insgesamt 6 Monate), ggf. muss die ASS Einnahme lebenslang erfolgen.

Risiken und Komplikationen:

Leistenkomplikationen (Nachblutungen) können gelegentlich auftreten. In seltenen Fall kann eine Blutung im Herzbeutel auftreten. Deshalb wird am Folgetag nach Implantation ein Herzultraschall durchgeführt. Nur in einzelnen Fällen ist eine Entlastung durch eine Punktion des Herzbeutels notwendig, da sich die Blutung in meisten Fällen von selbst zurückbildet.

Das Verhalten nach dem Eingriff:

Wir empfehlen Ihnen, nach der Behandlung die Leisten für weitere sieben Tage zu schonen. Um Nachblutungen aus den Leisten zu verhindern, sollten in dieser Zeit folgenden Tätigkeiten vermieden werden: Schweres heben, Fahrrad fahren, starkes pressen im Bauch, schnelles laufen, Schwimmen oder ähnliches. Eine Schuck-Ultraschall-Untersuchung (TEE) sollte in 3 Monaten zur Lage- und Verlaufskontrolle durchgeführt werden. Hiernach sind keine weiteren Untersuchungen mehr notwendig.