Kardiale Kontraktionsmodulation (CCM)

Als Basistherapie der Herzinsuffizienz steht die medikamentöse Herzinsuffizienztherapie nach den aktuellen Leitlinien weiter im Vordergrund. Bei persistierend symptomatischen oder therapierefraktären Patienten können additive elektrische Therapieoptionen die Morbidität senken. Ob die Mortalität hierdurch gesenkt werden kann, ist weiterhin Bestandteil von laufenden Studien.

Für Patienten mit hochgradig reduzierter systolischer Herzfunktion, verbreitertem QRS-Komplex (>130 ms) bei Linksschenkelblock (LSB) ist die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) die einzige gesicherte Therapieform mit signifikanter Symptom- und Prognoseverbesserung. Da diese Therapieform nur für weniger als 30% der Patienten mit Herzinsuffizienz geeignet ist, besteht ein Bedarf nach alternativen elektrischen Therapieformen, insbesondere für die Patientengruppe mit schmalem QRS-Komplex.

Abb. 1: Schematische Darstellung der Impulsabgabe durch die Elektroden im EKG-Modell. Schematische Darstellung mit Röntgenblick der Elektroden im Herzen. Abbildungen aus der Publikation „Kardiale Kontraktilitätsmodulation, Cardiac contractility modulation, J. Kuschyk, B. Rudic, M. Borggrefe, I. Akin. Der Internist Volume 59, pages1021–1027(2018).“

Das CCM-System (s. Abb. 1) beinhaltet das implantierbare Aggregat (Optimizer® Smart der Firma Impulse Dynamics) sowie 2 konventionelle Schrittmacherelektroden mit aktiver Fixierung (Schraube) zur Stimulation am rechtsventrikulären Septum in der absoluten Refraktärphase des Herzmuskels. Darüber hinaus kann optional eine Vorhofelektrode zum Sensing eingesetzt werden. Der Optimizer® Smart (s. Abb. 1) hat die Maße 47,2 × 60 × 16 mm. Die Lithiumionenbatterie ist über ein Induktionsladegerät wiederaufladbar (Ladezyklus 1 mal/Woche für etwa 1–2 h) und hat eine Batterielebenszeit von etwa 10 Jahren. 

Experimentell induzieren die hochenergetischen, bipolaren CCM-Signale (bis 7,5 V, 22 ms) in der absoluten Refraktärphase (s. Abb. 1) eine spontane Normalisierung und Phosphorylierung myokardialer Schlüsselproteine (beispielsweise von Phospholamban) mit akuter und chronischer Wiederherstellung der zellulären Funktion sowie Steigerung der Kontraktilität.

Implantation (Einpflanzung) eines CCM-Aggregates

Ähnlich wie ein Herzschrittmacher oder ICD wird das CCM-Gerät im Brustbereich unterhalb des rechten Schlüsselbeines eingesetzt. Komplikationen sind sehr selten und in der Regel einfach zu beheben. 

Beim Einsetzen werden eine Sonde in der Scheidewand der rechten Herzkammer verankert und mit dem CCM-Gerät unterhalb des Schlüsselbeins verbunden. Der operative Eingriff erfolgt während eines stationären Aufenthalts von mindestens 5 Nächten. Der Eingriff erfolgt in lokaler Betäubung, zusätzlich können Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht werden. 

Was ist zu beachten nach der OP?

  • Damit die Elektroden (Drähte) in den Herzmuskel einwachsen können ist es wichtig mindestens in den ersten 6 Wochen, und um ganz sicher zu gehen in den ersten 3 Monaten den Arm auf der Aggregatseite (in der Regel rechter Arm) zu schonen. Hier sollten vor allem Bewegungen über Kopf vermieden werden, um Dislokationen (Lageänderungen) zu vermeiden.
  • Zur Vorbeugung von Wundinfektionen nehmen Sie gemäß Verordnung noch Antibiotika für 3 Tage nach der OP ein.
  • Fäden müssen bei uns in der Regel nicht gezogen werden, da wir eine besondere Nahttechnik anwenden. Für 14 Tage jedoch sollten Sie regelmäßig vom Hausarzt die Wunde begutachten lassen und das Pflaster wechseln.
  • Die erste Kontrolle findet in etwa 6-8 Wochen in unserer Spezialambulanz statt. Bitte beachten Sie den Termin im Brief und Befund. 

Wie lebt es sich mit einem CCM-Aggregat?

Abb. 2: Patient beim Laden des CCM-Aggregates (Bild-Quelle: Wikipedia).
  • Die meisten Patienten nehmen das CCM-Aggregat nach einiger Zeit gar nicht mehr wahr.
  • In der Regel muss das CCM-Aggregat 1 mal wöchentlich für 1-2 Stunden aufgeladen werden (s. Abb. 2).
  • Alle 3-6 Monate sollte eine ambulante Kontrolle bei einem niedergelassenen Kardiologen oder in unserer Spezialambulanz durchführen werden.
  • Denken Sie daran Ihren CCM Ausweis immer bei sich zu tragen. In Notfällen und bei Kontrollen liefert dieser wichtige Informationen.