Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Herzrhythmusstörungen sicher identifizieren

Abbildung 1a: Katheterplatzierung im Rahmen der Elektrophysiologischen Untersuchung in RAO-Projektion.

Reichen die verschiedenen Formen der Elektrokardiographie (EKG, Langzeit-EKG, Telemetrie, etc.) nicht aus, um eine sichere Diagnose von Herzrhythmusstörungen zu stellen, besteht die Möglichkeit einer elektrophysiologischen Untersuchung (EPU). Die EPU ist eine besondere Form der Herzkatheteruntersuchung, mit der Herzrhythmusstörungen im Detail aufgenommen und analysiert werden können. Je nach Art der zugrundeliegenden Herzrhythmusstörung dauert die Untersuchung zwischen 30 und 60 Minuten.

Zu Beginn der EPU werden 2 bis 4 kleine Kunststoffschläuche (Schleusen) unter örtlicher Betäubung in der rechten und/oder linken Leistenvene eingeführt. Darüber werden kleine Elektrodenkatheter zum Herzen vorgebracht. An bestimmten Positionen im Herzen kann über die Elektroden ein „intrakardiales“ EKG direkt aus dem Herzen abgeleitet werden. Dieses EKG hilft uns dabei, Herzrhythmusstörungen genauer abzubilden. Falls keine anhaltenden Herzrhythmusstörungen vorliegen, kann der Arzt über Abgabe von elektrischen Impulsen über die Elektrodenkatheter im Herzen versuchen Herzrhythmusstörungen auszulösen. Bei Patienten mit wiederkehrenden Bewusstlosigkeiten kann die EPU auch wichtige Informationen über die Notwendigkeit einer Herzschrittmachertherapie liefern.
Falls keine Herzrhythmusstörungen auslösbar sind, der Patient jedoch unter anfallsartigem Herzrasen oder wiederkehrenden Bewusstlosigkeit leidet, wird der Arzt mit Ihnen über die Möglichkeit der Implantation eines Ereignisrekorders sprechen.

Abbildung 1b: Katheterplatzierung im Rahmen der Elektrophysiologischen Untersuchung in LAO-Projektion.

Falls jedoch klassische Herzrhythmusstörungen vorliegen oder durch die Untersuchung  auslösbar sind, kann eine Katheterablationstherapie im Anschluss der EPU erfolgen. Zu den klassischen Herzrhythmusstörungen zählen das rechtsatriale Vorhofflattern und die AV-Knoten-Reentry Tachykardie. Bei Detektion von anderen Herzrhythmusstörungen wird in der Regel ein zweizeitiges Vorgehen mit Ablationstherapie angeraten.
Nach Abschluss der Untersuchung werden die Kunstoffschläuche aus der Leiste entfernt und ein Druckverband für 3 bis 4 Stunden angelegt. Während dieser Zeit muss der Patient auf den Rücken flach liegen, damit es zu keiner Blutungskomplikation in der Leiste führt.

Abbildung 2: Typische Ableitungen der intrakardialen Elektrogramme durch die im Herzen platzierten Elektrodenkatheter