Das Herz vor dem plötzlichen Herztod schützen

Der ICD ist ein „Mini-Defibrillator“, ein kleines Elektroschockgerät, das im Brustbereich eingesetzt wird. Die Implantation (Einpflanzung) erfolgt in der Regel bei einem erhöhten Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen oder nach einem überlebten plötzlichen Herztod.

So funktioniert ein ICD

Abbildung 1: Ein ICD kann einen oder mehrere Elektroschocks zur Normalisierung des Herzrhythmus abgeben (von der Seite: www.gesundheitsinformation.de)

Der ICD überwacht kontinuierlich den Herzrhythmus des Patienten. Bei Komplikationen wie lebensgefährlichem Herzrasen oder Kammerflimmern reagiert er automatisch. Je nach Art der Komplikation gibt das Gerät einen Elektroschock oder eine Reihe kleiner Impulse ab, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen und einen plötzlichen Herztod zu verhindern (s. Abb. 1).

Zusätzlich beugen implantierbare Cardioverter-Defibrillatoren einem zu langsamen Herzschlag vor – ähnlich wie ein Herzschrittmacher.

Implantation (Einpflanzung) eines ICD

Ähnlich wie ein Herzschrittmacher wird das ICD-Gerät im Brustbereich unterhalb des linken Schlüsselbeines eingesetzt. Komplikationen sind sehr selten und in der Regel einfach zu beheben. 

Beim Einsetzen wird eine Sonde in der Herzkammer verankert und mit dem ICD-Gerät unterhalb des Schlüsselbeins verbunden. Der kleine operative Eingriff erfolgt während eines kurzen stationären Aufenthalts. Während des Routineeingriffs werden Sie nur wenige Minuten lang lokal betäubt, zusätzlich können Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht werden. 

Was ist zu beachten nach der OP?

Abbildung 2: Links ist ein Herzschrittmacher (Volumen von 11 cm3) und rechts eine Defibrillator (Volumen von 33 cm3) zu sehen. Somit ist ein Defibrillator ungefähr 3 mal größer als ein Herzschrittmacher
  • Damit die Elektroden (Drähte) in den Herzmuskel einwachsen können ist es wichtig mindestens in den ersten 6 Wochen, und um ganz sicher zu gehen in den ersten 3 Monaten den Arm auf der Schrittmacherseite zu schonen. Hier sollten vor allem Bewegungen über Kopf vermieden werden, um Dislokationen (Lageänderungen) zu vermeiden.
  • Zur Vorbeugung von Wundinfektionen nehmen Sie gemäß Verordnung noch Antibiotika für 3 Tage nach der OP ein.
  • Fäden müssen bei uns in der Regel nicht gezogen werden, da wir eine besondere Nahttechnik anwenden. Für 14 Tage jedoch sollten Sie regelmäßig vom Hausarzt die Wunde begutachten lassen und das Pflaster wechseln.
  • Die erste Kontrolle findet in etwa 6-8 Wochen in unserer ICD-Spezialambulanz statt. Bitte beachten Sie den Termin im Brief und Befund. 

Wie lebt es sich mit einem Defibrillator?

Abbildung 3: Röntgenaufnahme des Brustkorbs eines Patienten nach Implantation eines 2-Kammer Defibrillators.
  • Die meisten Patienten nehmen den Defibrillator nach einiger Zeit gar nicht mehr wahr. Beruf und Freizeitaktivitäten können in der Regel schon bald wieder aufgenommen werden.
  • Alle 3 Monate sollten Sie eine ambulante Kontrolle bei einem niedergelassenen Kardiologen durchführen lassen. Falls Sie privat versichert sind können wir Ihre Kontrollen auch gerne in unserer ICD-Ambulanz durchführen.
  • Denken Sie daran Ihren ICD Ausweis immer bei sich zu tragen. In Notfällen und bei Kontrollen liefert dieser wichtige Informationen.
  • Da wir hochwertige Systeme einbauen, sind die Defibrillatoren überwiegend auch MRT-fähig. Vor einer MRT Untersuchung sollten Sie jedoch den ICD in den entsprechenden Modus umprogrammieren lassen.
  • Bitte achten Sie im Alltag auf Magneten und elektromagnetische Felder (wie z.B. Kettensägen und Schweißgeräte), die die Wahrnehmung und Funktion des ICDs beeinflussen können. Wenn Sie jedoch genügend Abstand (mind. 30cm) halten kann Ihnen nichts passieren. Bei Induktionskochfeldern sollten Sie 60cm Abstand halten.