Chronische Wunden – was lange währt, wird endlich gut

Chronische Wunden entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum, sie heilen äußerst langsam oder gar nicht. Mittels gefäßspezifischer Diagnostik gehen wir den Ursachen chronischer Wunden auf den Grund und wählen eine individuell angepasste Wundversorgung.

Chronische Wunden entstehen häufig durch eine venöse Stauung, arterielle Durchblutungsstörungen, Diabetes (Diabetisches Fußsyndrom) oder ein schwaches Immunsystems.

Diagnostik bei chronischen Wunden

Wir erforschen zuerst die Ursache der Wunde, um dann möglichst gezielt verbesserte Heilungsbedingungen zu erreichen. Dafür erfassen wir zunächst in einem ausführlichen Gespräch Ihre Krankengeschichte, in dem wir auch auf die Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Diabetes mellitus, Bewegungsarmut etc. eingehen. Darauf folgt eine körperliche Untersuchung mit Labordiagnostik, Wundabstrich und Fotodokumentation.

Behandlung von chronischen Wunden

Die Behandlung der chronischen Wunde ist abhängig von dem Zustand der Wunde, z.B. der Wundausdehnung, dem Entzündungszustand und Wundbelag. Das Behandlungsspektrum reicht von der Säuberung der Wunde über Vakuumverbände und plastische Hautdeckungen bis zur biologischen Wundbehandlung.

Hochgradig infizierte und bakteriell besiedelte Wunden, bei denen keine Heilung zu erwarten ist, erfordern eine chirurgische Wundreinigung. Unter lokaler Betäubung entfernen wir abgestorbene Gewebereste und Beläge aus der Wunde und schaffen somit einen sauberen Wundgrund und -rand. Auf diese Weise hat die Wunde eine Chance, heilen zu können.

Bei tiefreichenden Wunden setzen wir nach der Wundsäuberung einen Schwamm auf, den wir mit einer Folie dicht verkleben. Anschließend erzeugen wir einen Unterdruck, der die Wunde zusammenzieht und verkleinert. Durch den kontinuierlichen Sog bildet sich neues Gewebe. Wir wechseln den Vakuumverband so lange, bis die gewünschten Wundverhältnisse erreicht sind.

Handelt es sich um eine infizierte und stark belegte Wunde oder eine Wunde mit vielen abgestorbenen Zellen, wenden wir in Einzelfällen – und natürlich nur in Absprache mit Ihnen – eine Maden-Therapie an. Die Maden werden in einem steril abgepackten Säckchen auf die Wunde gelegt und mit einem luftdurchlässigen Verband fixiert. Sie verbleiben zwei bis drei Tage auf der Wundfläche und werden regelmäßig kontrolliert. Durch Absonderungen der Maden in die Wunde lösen sich die Beläge. Gesundes Gewebe greifen sie nicht an.

Größere Wunden erfordern häufig eine Hauttransplantation. Hier wenden wir die sogenannte Spalthauttransplantation an. Unter örtlicher Betäubung gewinnen wir das Hauttransplantat aus einem Areal gesunder Haut, meist am Oberschenkel. Dieses Transplantat versehen wir mit einem rautenförmigen Schnittmuster, sodass es sich bei Zug an den Seiten in ein Netz umwandelt. Dadurch kann das Transplantat etwa das Dreifache der ursprünglichen Fläche abdecken. Wir verpflanzen den Hautlappen auf die offene Wundfläche und legen um die betreffende Stelle einen Druckverband an, damit das Transplantat besser anwachsen kann. Die Spalthauttransplantation hat den Vorteil, dass Wundsekret durch die Öffnungen im Transplantat abfließen kann.

Wundambulanz

Wenn Sie sich über die Behandlung chronischer Wunden in der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt beraten lassen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Wundambulanz.