Leitlinien-orientierte Psychotherapie

Leitlinien-orientierte Psychotherapie

Unser Tag ist geprägt von der Psychotherapie in Form von Einzel- und Gruppentherapie. Dabei ergänzen sich die beiden Therapieformen. Wir orientieren uns dabei immer an den aktuellen S3-Behandlungsrichtlinien der Fachgesellschaften für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie.

Psychologische Diagnostik

Die Psychologische Diagnostik ist Grundlage jeder Psychotherapie und steht damit zu Beginn der stationären Behandlung im Vordergrund. In vielen eingehenden Gesprächen werden wir Ihre Krankengeschichte erheben. Unsere Chefärztin oder der zuständige Oberarzt, der jeweilige Bezugstherapeut und die Pflege führen diese Einzelgespräche und sammeln aus ihren jeweiligen Blickwinkeln möglichst umfassende Informationen, z. B. zur aktuellen Symptomatik, zur Biographie, den schon vorhandenen Ressourcen, zum Suchtverhalten, den bisherigen Behandlungsversuchen und bisheriger Medikation. Neben diesen Informationen führen auch unsere computergestützten testpsychologischen Untersuchungen dazu, dass eine genaue Diagnose gestellt werden kann und die ersten Schritte der Therapie festgelegt werden können. Im Laufe der stationären Behandlung wird immer wieder der aktuelle psychische Befund erhoben, oft ergeben sich in den Gesprächen auch – vergessene – Details, die ein kontinuierliches Anpassen der Therapie ermöglichen. Bei Entlassung helfen uns die nochmals durchgeführten computergestützten testpsychologischen Untersuchungen, unsere Behandlungsqualität zu sichern und geben Ihnen Auskunft über Ihren Therapieerfolg.

Einzeltherapie

Ein sehr wichtiger Baustein unserer stationären Therapie ist das vertrauensvolle Einzelgespräch zwischen Bezugstherapeut und Patienten. In diesen Gesprächen werden Ihre Behandlungsschritte gemeinsam geplant, die Behandlungsziele festgelegt und jeweils dem Behandlungsverlauf angepasst   Unsere Bezugstherapeuten führen mit Ihnen in der Regel zweimal pro Woche ausführliche Einzelgespräche. Bei Bedarf bieten wir zusätzliche Krisengespräche und fokussierende Gespräche an. Neben der Bearbeitung der zentralen Therapiethemen können hier auch die in den Therapiegruppen aktivierten Themen individuell nachbearbeitet und integriert werden. Oft werden dabei Zusammenhänge mit den zentralen Therapiethemen deutlich.

Gruppentherapie 

In unseren Gruppentherapien arbeiten wir interaktionell und themenoffen. Diese sind jeweils mit drei non-verbalen Spezialtherapiegruppen (Körper-, Kunst- und Musiktherapie) verbunden. Unsere Gruppen bestehen aus maximal 8 Personen, die von einem festen Bezugstherapeuten betreut werden. Das Beziehungserleben zu Ihnen selbst und zum anderen auf dem Hintergrund der eigenen Biographie ist zentrales Thema dieser Gruppenarbeit. Verhaltensmuster, die vom Patienten in seiner aktuellen Lebensphase als nicht mehr ausreichend hilfreich erlebt werden, werden wertschätzend herausgearbeitet, ihrem biographischen Ursprung zugeordnet und der Patient von der Gruppe bei einem kreativen Wachstumsprozess zu neuen Verhaltens- und Erlebensmustern begleitet. Dabei entwickelt sich die gesamte Gruppe weiter. Neben interaktionellem Vorgehen werden verschiedene strukturierte, erlebnisaktivierende Methoden, unter anderem Psychodrama, Familienaufstellung und Gestalttherapie, genutzt.   In manchen Fällen ist die Aufnahme in eine unserer Gruppen nicht oder noch nicht möglich, z. B. wenn eine schwerwiegende Traumatisierung vorliegt. Wenn dies der Fall ist, werden Sie in eine ressourcenorientiert und stabilisierend arbeitende Gruppe integriert.