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Berufsspezifische Angebote

Berufsspezifische Angebote

In allen Berufsgruppen gibt es spezifische Anforderungen und Schwierigkeiten, die zu ernsten seelischen Problemen oder psychischen Erkrankungen führen können.

Pädagogische Berufe

Das Helios Coaching Concept für Lehrerinnen und Lehrer (HCC) ermöglicht den Austausch innerhalb der eigenen Berufsgruppe. Die persönliche Motivation für den Beruf und die Beziehungsgestaltung im Berufsfeld werden reflektiert. Die Gruppe ist kurrikular aufgebaut und beinhaltet strukturierte Informations- und Übungseinheiten.

Das HCC ist ein Baustein in unserem multimodalen Therapiekonzept während Ihres stationären Aufenthaltes. Dabei lernen Sie die Entstehungsbedingungen, Symptomatik, Behandlungskonzepte und Vorbeugungsmöglichkeiten des Burnout kennen und verstehen. In erlebnisorientierten Kleingruppen gehen wir individuell auf Ihre Situation ein und Sie entwickeln, unterstützt durch Ihre Therapeuten, neue Bewältigungs- und Lösungsstrategien.

Der Schwerpunkt des HCC liegt auf dem zentralen Thema der Beziehungsgestaltung, dem „Dreiklang“ zwischen der eigenen Persönlichkeit, den Anderen und der beruflichen Identität. Die Harmonie und Ausgewogenheit dieser drei Aspekte kann in einzigartiger Weise zu einem ausgeglichenen und erfolgreichen Leben beitragen.

Leben in Balance - neue Erkenntnisse und Verhaltensweisen helfen Ihnen dabei

Im ersten Modul beschäftigen Sie sich mit der Beziehung zu sich selbst, dem ersten Klang im oben erwähnten Dreiklang. Die wichtigen Themen dieses Moduls sind die Selbstfürsorge und der eigene Selbstanspruch, der zu Behandlungsbeginn mit dem AVEM-Test (Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster) ermittelt wird.

Im zweiten Modul werden die Beziehungen zu Schülern, Eltern, Kollegen und Vorgesetzten Schwerpunkte. Dabei hat jeder der Teilnehmer die Möglichkeit, sein ganz persönliches, schulbezogenes Thema im Kreis von Kollegen und Therapeuten zu besprechen.

Das dritte Modul thematisiert die eigene, berufliche Identität, das berufliche Selbstverständnis und die berufliche Grundhaltung.

Das vierte Modul hat hilfreiche Methoden bei der Kommunikation zum Inhalt, wie z.B. die themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn. Hierdurch erlernen Sie in der dynamischen Beziehung zwischen Unterrichtsgestaltung, Gruppendynamik und Ihnen in Ihrer Lehrtätigkeit eine Balance herzustellen.

Je nach Bedarf werden auch zusätzliche Module angeboten, wie z.B. Stimmbildung für Lehrerinnen und Lehrer. Die neu erlernten Erkenntnisse und Verhaltensweisen werden Sie im beruflichen Alltag umsetzen können und dadurch wieder die Kraft erlangen, die Herausforderungen zu meistern.

Bei allen berufsspezifischen Besonderheiten gibt es eine Gemeinsamkeit: In einer Gruppe gleichfalls Betroffener finden Sie Verständnis, in der Gemeinschaft werden dadurch schneller spezifische Handlungsspielräume und Ressourcen sichtbar.

Ärztinnen und Ärzte

In unserer Spezialgruppe für Ärztinnen und Ärzte bieten wir einen „Austausch auf Augenhöhe“. Unter Nutzung des Balintgruppeneffekts sowie unter Vermeidung der Reaktivierung einer Arzt-Patientenbeziehung in gemischten Gruppen kann das spezielle berufsspezifische Risikoprofil bearbeitet werden.
Dieses Modul wird – zusätzlich zum regulären Therapiesetting – in Ihre Therapie eingebunden. Wir respektieren bei jedem Patienten den aktuell möglichen Grad der Öffnung, d.h. niemand wird gezwungen, etwas von sich Preis zu geben. Andererseits werden wir alles dafür tun, dass Sie sich in der Gruppe so wohl und sicher fühlen, dass Sie gerne diesen geschützten  Raum nutzen, um über Ihre persönlichen oder beruflichen Probleme zu sprechen. Dabei finden auch spezielle berufsgruppenspezifische Probleme Beachtung, z.B: Zeitmanagement, Abgrenzung, Burnout, Teilhabe am sozialen Leben trotz Rufbereitschaft, Nacht- und Wochenenddiensten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Beruf und Berufung zwischen Ethik und Wirtschaftlichkeit und Suchtrisiko.

Mit diesem Zusatzangebot wird die Effektivität unseres Therapieangebots erhöht und die Aufenthaltsdauer in der Regel verkürzt.

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste

Als Angehörige von Polizei, der Feuerwehr oder als Mitarbeiter im Rettungsdienst kommen Sie in gewaltgeladene Situationen, die extremen Stress auslösen und starke Gefühle wie Entsetzen, Hilflosigkeit oder Zorn hervorrufen können.

Diese Erlebnisse können Ihr Selbst- oder Weltbild erschüttern, sie können zum sozialen Rückzug, zu Verzweiflung und Depression führen. Psychische und somatische (körperliche) Störungen, die meist nicht mit den traumatisierenden Erlebnissen in Zusammenhang gebracht werden, sind die Folge. Oft werden die Beschwerden unter dem Begriff Burnout zusammengefasst.

Die Symptome klingen überwiegend nicht von alleine ab. Deshalb ist es wichtig, die Probleme rechtzeitig zu erkennen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die stationäre Therapie von sog. Monotraumata gelingt in mehreren Stufen. Nach der Information über Traumatherapie und -verarbeitung beginnt die Stabilisierungsphase. In dieser Phase erlernt der Betroffene wieder mehr Kontrolle über die Welt der inneren Bilder zu bekommen. Dadurch wird ein Gefühl der Sicherheit und Entlastung erreicht. Nach der Stabilisierung schließt die Phase der Trauma-Bearbeitung an, den Abschluß bildet die (Neu)Orientierung. Wenn ein Mensch oft oder längere Zeit traumatisierenden Situationen ausgesetzt war, kann die Aufteilung der oben beschriebenen Stufen auf zwei oder mehr kürzere stationäre Aufenthalte sinnvoll sein. Hilfreich sind die rasche Aufnahme der Behandlung und die Distanzierung aus dem Alltag. Frau Birte Hildebrandt-Möller, Chefärztin, bietet Ihnen in ambulanten Vorgesprächen die Möglichkeit, Klarheit zu schaffen und unterstützt Sie bei der Entscheidung für die nächsten Schritte.