Harninkontinenz

Harninkontinenz

Der unkontrollierte Abgang von Urin ist im Alltag sehr unangenehm und belastend. Unsere Experten untersuchen Sie und zeigen Ihnen Therapiemöglichkeiten auf, damit Sie bald wieder beschwerdefrei sind.

Harninkontinenz ist der unkontrollierte Harnverlust. Im Alltag sprechen wir auch von einer „Blasenschwäche“.

Unsere Experten unterscheiden verschiedene Formen von Inkontinenz, die häufigsten sind:

Bei dieser Form verlieren Sie ungewollt Urin, sobald sich der Druck im Bauchraum erhöht – beispielsweise durch das Anheben oder Tragen schwerer Gegenstände sowie wenn Sie husten, niesen oder lachen. Dabei können Sie nur wenige Tropfen Urin oder eine größere Menge in Strahlform verlieren. Bei einer sehr ausgeprägten Inkontinenz erfolgt der Urinabgang mit jeder Bewegung, im Stehen und zum Teil sogar im Liegen. Die Patientin verspürt jeweils keinen Harndrang.

Im Gegensatz zur Belastungsinkontinenz haben Patientinnen mit dieser Inkontinenzform eine überaktive Blase – sie verspüren öfter und stärker als normalerweise einen Harndrang und müssen deutlich öfter Wasserlassen. Wobei jeweils nur geringe Urinmengen ausgeschieden werden. Schon auf dem Weg zur Toilette kann es zu einem unkontrollierten Harnverlust kommen.

Häufig leiden Patientinnen nicht nur an einer Form von Inkontinenz sondern an einer Kombination.
Um festzustellen, an welcher Inkontinenz- oder Mischform Sie leiden  und um die richtige Behandlung auszuwählen, untersuchen und beraten wir Sie umfassend in unserer urogynäkologischen Sprechstunde -  inklusive einer Blasendruckmessung.

Ursachen

Unsere Blase erfüllt gleich zwei wichtige Funktionen: In ihr sammelt sich Urin an. Währenddessen müssen die Blasenmuskulatur entspannt und der Schließmuskel der Harnröhre angespannt sein. Gleichzeitig muss die Blase auch zum gewünschten Zeitpunkt entleert werden können. Hierfür spannt sich die Blase an und der Schließmuskel öffnet sich.
Dieses sensibel aufeinander abgestimmte System kann durch viele Faktoren gestört werden. Ursache einer Belastungsinkontinenz ist hingegen in der Regel eine Schwächung des Beckenbodens.

Behandlungsmöglichkeiten

Bevor eine Operation in Frage kommt, sollten zunächst andere Therapiemöglichkeiten der Inkontinenz ausgeschöpft werden:

  • Beckenbodentraining
  • Gewichtsabnahme
  • Pessarbehandlung
  • Toilettentraining
  • Medikamente

Wir besprechen die einzelnen Therapiemöglichkeiten ganz individuell mit Ihnen.

Sollte doch eine Operation notwendig sein, kommen hierfür folgende Verfahren in Frage:

  • Die Harnkontinenz kann beispielsweise wieder hergestellt werden, indem während einer Operation ein spannungsfreies Kunststoffband durch die Scheide um die Harnröhre gelegt und leicht zugezogen wird.
  • Sind andere Senkungszustände mit einer Belastungsharninkontinenz verbunden, werden diese zunächst behoben.
  • Bei Fällen von Dranginkontinenz kann in einzelnen Fällen die Injektion von Botox in die Blase sinnvoll sein.