Einzeitiger Wechsel

Infektsanierung mit nur einer OP

In den allermeisten deutschen Kliniken wird bei Kunstgelenkinfektionen ein zweizeitiges Wechselkonzept bevorzugt. Dies beinhaltet in der ersten Operation zunächst das Entfernen der Prothese. Für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen wird dabei ein Platzhalter eingesetzt, der die Funktion des Beines meistens nur schlecht gewährleistet. Erst in einer zweiten großen Gelenkoperation wird wieder ein neues künstliches Gelenk eingesetzt.  

In der ENDO-Klinik Hamburg wurde in den 70er Jahren von Professor Hans-Wilhelm Buchholz und Professor Hans Lodenkämper das Diagnose- und Therapiekonzept der einzeitigen Wechseloperation mit sofortiger Endoprothesen-Reimplantation entwickelt und klinisch etabliert. Einen Platzhalter benötigen wir hierbei nicht, das Bein funktioniert von Anfang an wieder ganz normal.

Die Erfolgsrate der einzeitigen Wechseloperation wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder wissenschaftlich untersucht und liegt bei über 90 Prozent.

Die Vorteile des einzeitigen Wechsels für den Patienten liegen in einer erheblich kürzeren Verweildauer im Krankenhaus, der nur einmaligen Notwendigkeit einer operativen Maßnahme mit entsprechender Verminderung der Komplikationsmöglichkeiten (Thrombose, Embolie, Wundheilungsstörungen, Bluttransfusionen, etc.) sowie besseren funktionellen Ergebnissen für das betroffene Gelenk durch den Wegfall des Zeitraumes mit einer Platzhalterprothese.

Wir sind überzeugt von den Vorteilen des einzeitigen Wechsels und streben ihn bei all unseren Patienten an. Obwohl nicht jeder Patient mit diesem Verfahren behandelt werden kann ist er dennoch mit mehr als 85 Prozent das am häufigsten in unserer Klinik angewandte Verfahren.