Kniegelenk-Endoprothese

Kniegelenk-Endoprothese

Schäden am Knie können starke Schmerzen verursachen und die Lebensqualität einschränken. Wir sind auf das Einsetzen und Auswechseln künstlicher Kniegelenke spezialisiert. Schmerzen werden dadurch gelindert, und die Funktion des Knies wiederhergestellt.

Der Bereich Knie-Endoprothetik ist ein Schwerpunkt der Helios ENDO-Klinik Hamburg. Pro Jahr setzen unsere Ärzte mehr als 1700 Knie-Endoprothesen ein. Seit der Gründung der ENDO-Klinik im Jahr 1976 wurden rund 37.500 Knieprothesen implantiert.

Die Wahl des Implantates richtet sich dabei nach dem Ausmaß der arthrotischen Veränderungen (Verschleiß) und nach dem Zustand Ihrer Bänder und Muskeln. Dabei gilt: Je stabiler der Kapsel-Band-Apparat ist, desto weniger stabilisierend muss das Prothesensystem sein. Umgekehrt muss das Prothesensystem die Stabilisierung durch unterschiedliche Kopplungsmechanismen übernehmen, wenn die körpereigenen Strukturen instabil sind. Diesem Prinzip folgend, erhält jeder Patient die individuell für ihn geeignete Prothese. 

Die Teilprothese

Ist nur ein Teil des Gelenkes vom Verschleiß befallen, meistens die Innenseite, und der Bandapparat intakt, kann eine Schlittenprothese implantiert werden. Ist der Verschleiß ausgedehnter und betrifft zusätzlich die Außenseite des Gelenkes oder das Gleitlager der Kniescheibe (Femoropatellararthrose), so ist bei stabilem Bandapparat ein Oberflächenersatz (OFE) möglich.

Ist der Verschleiß ausgedehnter und zusätzlich der Kapsel-Band-Apparat geschädigt, sind teilgekoppelte oder gekoppelte Prothesensysteme erforderlich. Hierfür verwenden wir eine modulare Erweiterung der Oberflächenersätze oder komplett gekoppelten Modelle wie die Rotationsprothese und das reine Scharniergelenk.

Ist der Austausch einer Kniegelenk-Endoprothese erforderlich, wird wie bei der Erstimplantation verfahren, wenn der Knochen nicht wesentlich beschädigt ist. Im Falle von Knochenverlust kann unter speziellen Verfahren der Knochen wieder aufgebaut werden oder über Spezialprothesen stabilisiert werden.

 

 

Die Vollprothese

Wenn die Knorpelzerstörungen im Kniegelenk weiter fortgeschritten sind, sodass die Knorpelbeläge nicht nur auf der Innenseite, sondern auch auf der Außenseite des Kniegelenkes sowie im Bereich der Gleitbahn der Kniescheibe zerstört sind, wird der sogenannte Oberflächenersatz implantiert. Ein Einsatz einer Teilprothese, wie die beschriebene Schlittenprothese ist medizinisch in diesen Fällen nicht mehr möglich.

Der Oberflächenersatz ist aktuell die am häufigsten eingesetzte Knieerstprothese. Hierbei werden alle gelenkbildenden Anteile mit einer künstlichen Gelenkfläche überzogen. Entsprechend des Namens des Öberflächenersatzes wird nur die Oberfläche ersetzt und damit sehr knochensparend operiert. Der knieseitige Oberschenkel wird dabei mit einer metallenen Schalen-Prothese versorgt, welche mit Zement fixiert wird.

In den Unterschenkel wird eine Trägerplatte eingebaut, auf die ein hochvernetztes abriebstabiles Polyethylen-Inlay gesetzt wird, auf der die glattpolierte Fläche der Oberschenkelprothese frei gleiten kann. Das Prothesensystem basiert auf einem Baukastenprinzip, sodass jedem Patienten seine individuelle Größe intraoperativ angepasst werden kann. Die Prothese ist ungekoppelt, was bedeutet, dass die natürlichen Seitenbänder, die für die Stabilität erforderlich sind, erhalten bleiben.

Durch die Erkrankung der Arthrose verursachte Achsfehlstellungen werden durch die Operation regelhaft korrigiert, bestehende Bewegungseinschränkungen wieder ausgeglichen.

 

Die Nachbehandlung

Die postoperative Nachbehandlung besteht in der sofortigen Mobilisation, d.h. die Patienten stehen in der Regel am Operationstag unter physiotherapeutischer Hilfe auf. Eine Vollbelastung ist sofort möglich. Die tägliche Gangschulung, das Nutzen von orthopädischen Hilfsmitteln und der individuelle Einsatz von Bewegungsschienen gehören zum standardisierten Nachbehandlungsschema. Eine Entlassung in die organisierte Reha ist meistens bereits ab dem vierten postoperativen Tag nach ärztlicher Begutachtung möglich.

Knochenzement bei Knieprothesen

Seit Gründung der Klinik 1976 haben wir alle Implantate mit Knochenzement verankert, einem Kunststoff, der dem Plexiglas ähnelt. Er wird aus einem Pulver und einer Flüssigkeit angerührt, bildet eine gut zu verarbeitende Paste und ist nach zwölf Minuten vollständig ausgehärtet.  Langzeitstudien an unseren eigenen Patienten zeigen, dass auch sehr gute Langzeitergebnisse mit dieser Fixierungsmethode erreicht werden. Eine Verankerung von Knieprothesen mit Zement ist nach wie vor zeitgemäß, eine moderne Zementierungstechnik vorausgesetzt. Am Kniegelenk halten wir aber nach wie vor grundsätzlich eine Verankerung der Prothese mittels Zement für sicherer und deshalb besser.

Die Weiterentwicklung der Operationstechniken hat auch die Zementierungstechnik und damit die Haltbarkeit deutlich verbessert. So werden während der Operation die knöchernen Anteile des Gelenkes vor Zementeinbringung mit einer speziellen Druckspülung (Jet-Lavage) gereinigt, sodass die Zementierung der Prothese sich fester in der Knochensubstanz verzahnen kann, was eine höhere Stabilität und Haltbarkeit bewirkt. Die moderne operative Zementierungstechnik erfolgt im Vakuumsystem unter Vermeidung von Lufteinschlüssen unter einer speziellen Druckeinbringung des Zementes, was zusätzlich das Zementierungsverfahren in der Haltbarkeit optimiert. 

Der große Vorteil in der Nachbehandlung des Patienten ist die Möglichkeit der sofortigen Mobilisation des Patienten. Eine mit Knochenzement implantierte Prothese erlaubt die sofortige volle Belastung der eingesetzten Prothese.