Leistungen

Bandscheibenvorfälle der Hals, -Brust- und Lendenwirbelsäule

Bandscheibenvorfälle der Hals, -Brust- und Lendenwirbelsäule

Die aus Bindegewebe bestehenden Bandscheiben verbinden die Wirbelkörper miteinander und sorgen gemeinsam mit den Wirbelgelenken für die Beweglichkeit der Wirbelsäule.

Degenerative Veränderungen der Bandscheiben beginnen nicht selten schon vor dem zwanzigsten Lebensjahr und können einerseits zu Rückenschmerzen, andererseits durch Bandscheiben-Vorwölbungen (Protrusionen) oder - Vorfällen (Prolapse oder Hernien) zu Nervenwurzel-Kompressionen führen mit ausstrahlenden Schmerzen in einem Bein.

Bei stärkeren Kompressionen von Nervenwurzeln kann es neben Schmerzen auch zu Sensibilitätsstörungen und zu Lähmungen kommen. Bei einem reinen Schmerzsyndrom ohne Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen wird zunächst konservativ physiotherapeutisch und mit Schmerzmitteln behandelt.

 Eine Operationsindikation besteht bei Lähmungen, stärkeren Sensibilitätsstörungen und konservativ nicht zu beherrschenden Schmerzbildern.

 Bandscheibenvorfälle werden bei uns mikrochirurgisch und, wenn möglich, minimal-invasiv über einen sogenannten perkutanen Zugang operiert. Üblicherweise beginnt die Mobilisation am Abend des Operationstages.

Eine stationäre Anschlussheilbehandlung ist nach Bandscheiben-Operationen der Halswirbelsäule oder Lendenwirbelsäule meistens nicht indiziert.

Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule können neben lokalen Nackenschmerzen durch Kompression von Nervenwurzeln zu ausstrahlenden Schmerzen in einem oder selten in beiden Armen führen. Hier ist eine Operation indiziert bei Lähmungen, deutlichen Missempfindungen und konservativ nicht zu beherrschenden Schmerzen.

Meistens werden die Bandscheibenvorfälle von ventral (vorne) operiert. Hierbei wird die entsprechende Bandscheibe mit Vorfall vollständig entfernt, die Nervenwurzeln werden mikrochirurgisch dekomprimiert und die Bandscheibe dann durch einen sogenannten Cage oder eine Bandscheiben-Endoprothese ersetzt.

Eine Endoprothese sollte nur eingesetzt werden, wenn die Wirbelgelenke und Wirbelkörper keine zu starken knöchernen Anbauten aufweisen und das Segment noch gut beweglich ist. Daher ist eine solche, die Bewegung erhaltende Endoprothese meist nur bei jüngeren Patienten indiziert.

Bei manchen, rein im Nervenaustrittskanal liegenden Bandscheibenvorfällen oder Nervenaustrittskanal-Stenosen (Verengungen) kann auch mikrochirurgisch von dorsal (hinten) operiert werden (sogenannte Operation nach Frykholm).

Klinische relevante Bandscheibenvorfälle der Brustwirbelsäule sind viel seltener als in der Lendenwirbelsäule oder Halswirbelsäule. Sie können zu lokalen, ausstrahlenden Schmerzen führen.

Große Vorfälle können auch inkomplette Querschnittsymptome verursachen. Die meisten Vorfälle können konservativ behandelt werden, nur selten ist eine Operation notwendig.

Die Vorfälle können über einen hinteren oder seitlichen Zugang unter Schonung des Rückenmarks entfernt werden.

Degenerative Veränderungen der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule können einerseits zu Rückenschmerzen, andererseits durch Bandscheiben- Vorwölbungen (Protrusionen) oder Vorfälle (Prolapse) zu Nervenwurzel-Bedrängung führen mit ausstrahlenden Schmerzen oder sogar zu Lähmungen in einem Bein.

Eine Operationsindikation besteht bei Lähmungen oder konservativ nicht zu beherrschenden Schmerzbildern. Bandscheibenvorfälle werden bei uns mikrochirurgisch und auch minimal-invasiv operiert.

Mehr zum Thema

Priv.-Doz. Dr. Ralf Hempelmann, Leitender Arzt der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie, erklärt:

Bandscheibenvorfall – was ist das?

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?