Operationstechnische Assistentin: Die rechte Hand im OP

Für Melissa Möller-Meeder gab es immer nur einen Traumberuf: OTA. Seit 13 Jahren steht sie als Operationstechnische Assistentin in den OP-Sälen und kümmerte sich bei Tausenden Operationen um ihre Patienten. Heute ist die 29-Jährige OP-Leiterin in der ENDO-Klinik und trägt Verantwortung für rund 70 Mitarbeiter.

„Schwester, Tupfer bitte!“  - Wer kennt diesen Satz nicht aus den vielen Krankenhaus-Serien im TV. Doch das Aufgabengebiet der Schwester bzw. eigentlich der Operationstechnischen Assistentin ist extrem komplex und wesentlich anspruchsvoller als das einfach Tupfer reichen. Als wichtiger Bestandteil des OP-Teams unterstützen OTAs den Chirurgen.

Technik ist dabei das A und O im Operationssaal. Und das Wissen, wie genau jede Operation vonstattengehen muss. „Denn nur dann kann ich als OTA dem Operateur immer einen Schritt voraus sein, um ihm die im nächsten Moment benötigten Instrumente anzureichen“, sagt Melissa Möller-Meeder.

Die 29-Jährige wusste schon früh, dass sie einen medizinischen Beruf ausüben wollte. Nach ihrem Realschulabschluss macht sie eine Ausbildung zur OTA in einem Krankenhaus an der Küste. Sie durchläuft alle wichtigen Bereiche wie die Stationen, die Notfall-Ambulanz, die Endoskopie und natürlich den Operationssaal. 2010 wechselt sie an die ENDO-Klinik - orthopädische Eingriffe findet sie besonders spannend.

Bevor Melissa Möller-Meeder ihre Arbeit im Operationssaal beginnt, führt sie die chirurgische Händedesinfektion durch und zieht einen sterilen OP-Kittel sowie Handschuhe an. Anschließend bereitet sie den Instrumentiertisch vor, der mit einem sterilen Tuch bezogen wird und auf dem sie später die Operationsinstrumente und –materialien nach einem vorgegebenen Standard richtet. Mehrweginstrumente wie Pinzetten und Klemmen werden dabei in Containern mit Siebeinsatz aus Metall in den Operationssaal geliefert. „Natürlich muss ich sämtliche Instrumente kennen. Bei Eingriffen für eine Hüft-Op brauchen wir beispielsweise fünf Siebe, für eine Knie-Op sogar neun Siebe“, so Melissa Möller-Meeder.

Während der Operation reichen OTAs den Operateuren dann die Instrumente „Es muss alles griffbereit sein“, so Melissa Möller-Meeder. „Wenn eine Operation gelungen ist, schweißt uns das als Team unheimlich zusammen. Das begeistert mich immer wieder.“

Wie werde ich OTA?

Ausbildung

3 Jahre

 

Karrieremöglichkeiten:

OP-Leitung

Praxisanleiter

 

Aufgaben:

Sicherstellung der korrekten Vor- und Nachbereitung operativer Maßnahmen und der OP-Säle unter Einhaltung der Hygienerichtlinien

Instrumentier- und Springertätigkeiten im OP

Durchführung der OP-Dokumentation unter Einhaltung von Schweigepflicht und Datenschutzbestimmungen

Versorgung und Dokumentation von Gewebetransplantationen für die Knochenbank

Weiterentwicklung von Arbeitsablaufmodellen sowie Sicherung der OP-Standards und der Qualität

Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen

 

Arbeitsalltag:

Operationstechnische Assistenten, oder kurz OTA, arbeiten im Operationssaal. Dort sorgen sie dafür, dass die Operationen reibungslos ablaufen. Sie bereiten alle nötigen Instrumente im OP-Saal vor, reichen dem Operateur während der Operation die Instrumente und assistieren den Ärzten während der Operation. Operationstechnische Assistenten sind zusätzlich für die Dokumentation während der OP zuständig. Neben großem medizinischem Wissen erhalten Operationstechnische Assistenten während ihrer Ausbildung zahlreiche technische Kenntnisse rund um den OP.