Schlittenprothese

Die Schlittenprothese ist ein nicht geführter Oberflächenersatz zur Versorgung isolierter medialer, gelegentlich auch isolierter lateraler Gonarthrosen. Das bedeutet, dass nur der innere oder nur der äußere Anteils des Kniegelenkes vom Verschleiß betroffen ist. Die Schlittenprothese verfügt über zwei Implantat-Typen - entweder mit fixiertem oder mobilem Plateau.

Die Schlittenprothese mit  fixiertem Plateau wie beispielsweise das ENDO-Model /St. Georg  besteht aus einer MetallKufe mit zwei parallelen Verankerungszapfen und läuft auf einem Plateau aus Polyethylen (Kunststoff). Das Plateau ist in der Formgebung dem Schienbeinkopf nachempfunden. Es gibt vier verschiedene Kufengrößen und zwölf verschiedene Plateaus, um sich bei jedem Patienten individuell auf die anatomischen Gegebenheiten einstellen zu können. 

Bei dem mobilem Typ wie der Oxford Schlittenprothese handelt es sich um eine Plattenkomponente aus Metall, die auf dem Schienbein fixiert wird, so dass das Plateau darauf gut gleiten kann, zu Gunsten der Beweglichkeit und Verminderung des Abriebs. Bei diesem Modell ist allerdings eine absolute Stabilität der Seitenbänder eine wichtige Voraussetzung.

Beide Prothesentypen werden mit Knochenzement (Palacos®) im Knochen verankert.  

Die Schlittenprothese ermöglicht in der Regel die vollständige Beweglichkeit des Gelenkes und eine schnelle, kurze und schmerzarme Rehabilitationszeit nach der Operation durch den kleinen OP-Zugang sowie das Erhalten der Kreuzbänder und der restlichen gesunden Gelenkflächen.

Eine Wechseloperation auf eine Oberflächenersatzprothese z.B. bei einer Lockerung oder Versagens dieser Prothese ist eine relativ einfache Versorgung, was vor allem bei jüngeren Patienten vom Vorteil ist.  

Die Indikation setzt einen intakten Kapsel-Bandapparat voraus. Es darf präoperativ keine grobe Fehlstellung des Kniegelenkes von mehr als zehn bis 15 Grad und keine Streckhemmung von mehr als fünf bis zehn Grad vorliegen. Bei rheumatoider Arthritis („Gelenkrheuma“) ist die Indikation eingeschränkt.  

In der Langzeitbeobachtung ist der Einsatz der Schlittenprothese in beiden Varianten sehr positiv zu bewerten, wie unsere Operationsergebnisse zeigen. Nach zehn Jahren war die Prothese bei  90-95 von 100 Patienten noch fest verankert, bei guter Funktion und Schmerzfreiheit.