Gekoppelte- und teilgekoppelte Prothesensysteme

Die Indikation für eine teilgekoppelte oder gekoppelte Knieprothese besteht bei unzureichender Stabilität der Seitenbänder, die gegen eine Versorgung mit einer Oberflächenersatzprothese spricht oder bei fortgeschrittener Fehlstellung des Kniegelenkes.

 Bei geringer Insuffizienz der Seitenbänder ist die Versorgung mit einer Teilgekoppelten Knieprothese  ( z.B.  LCCK ) eine elegante Lösung, die eine Rekonstruktion der Defekte durch die dazugehörigen Augmente sowie ein stabiles Plateau ermöglicht.

Die Prothese wird mit Hilfe von Stielen in Oberschenkel und Schienbein verankert, sowie auch die gekoppelten Knieendoprothesen. Sie stabilisiert das Knie stärker als der OFE, aber schwächer als die Rotationsknieprothese und die Scharnierprothese.  

Bei einer ausgeprägten Bandinstabilität bzw. Kontrakturen, einer extremem Fehlstellung der Bein-Achse mit erheblichen knöchernen Defekten sowie Osteoporose werden die gekoppelten Prothesen (Rotationsknieprothese und Scharnierknieprothese ) bevorzugt.

Bei der Rotationsprothese ENDO-Modell® ist das Oberteil der Prothese mit einer Hülse ausgestattet, welche über einen Zapfen des Unterteils gesteckt wird und somit die Rotation des Unterschenkels ermöglicht. Diese Rotation ist ausschließlich bei gebeugtem Knie möglich, ebenso wie bei einem natürlichen Kniegelenk. Die axiale Lastübertragung erfolgt von den Kufen des Oberteils auf das Plateau des Unterteils. Die Prothesenteile werden mit Knochenzement verankert.  

Die Scharnierprothese ENDO-Modell® ist achsgeführt. Sie gewährleistet die maximale Stabilisation. Die Lastübertragung erfolgt über eine in Polyethylen (Kunststoff) gelagerte Achse, welche auch die Beugung des Gelenkes ermöglicht.

Ein Genu laxum („Wackelknie“) jeglicher Ursache, ein schweres Genu valgum (X-Beinfehlstellung) und die Austauschoperationen sind die Hauptindikationen für das Scharnierknie. Auch bei sehr schweren Fällen von rheumatoider Arthritis ist die Versorgung mit dem Scharnierknie sicherer.  

In der Langzeitbeobachtung ist der Einsatz der gekoppelten Prothesen sehr positiv zu bewerten, wie unsere Operationsergebnisse zeigen. Nach sieben Jahren war bei 95 von 100 Patienten die Rotationsknieprothese unverändert fest verankert bei guter Funktion und Schmerzfreiheit. Die Scharnierknieprothesen waren nach 14 Jahren bei 93 von 100 Patienten unverändert fest im Knochen verankert.