Corona-Impfung – Was Sie wissen sollten
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Corona-Impfung – Was Sie wissen sollten

Berlin

Aktuell herrscht eine große Diskussion und Informationsflut zum Thema Corona-Impfung. Um so transparent wie möglich über die neue Impfung zu informieren, haben wir die wichtigsten bereits bekannten Fakten gebündelt zusammengestellt.

Im Zuge der nationalen Impfstrategie bekommen derzeit Risikogruppen und Personen in systemkritischen Infrastrukturen, wie zum Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kliniken, MVZs und Pflegeheimen sowie über 80-Jährige ein Impfangebot.

Impf-Empfehlung durch die STIKO

Bild: pixabay.com/whitesession

Grundsätzlich empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Mitarbeitern im Gesundheitswesen eine Impfung. Aufgrund des anfangs nur eingeschränkt zur Verfügung stehenden Impfstoffes wird jedoch auch empfohlen, zunächst nur Mitarbeiter, die einer besonderen Gefährdung ausgesetzt sind oder aber besonders gefährdete Patienten betreuen, zu impfen.

Jede Impfung wird in zwei Etappen durchgeführt. Die Impfabstände sind abhängig vom eingesetzten Präparat. Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, den Helios Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemäß der STIKO-Empfehlung ab Januar die Impfungen anbieten zu können.

Was ist das besondere an einem mRNA-Impfstoff?

Illustration von Frau mit Fragezeichen über dem Kopf
Welche Corona-Impstoffe gibt es eigentlich? | Grafik: Helios

Derzeit sind drei Covid-19-Impfstoffe in der EU zugelassen: von BioNTech/Pfizer, Moderna und Astra Zeneca. Die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna basieren auf mRNA und unterscheiden sich dadurch von allen bisherigen Impfstoffen. Der Impfstoff von AstraZeneca basiert auf dem Vektorprinzip.

Herkömmliche Impfstoffe enthalten einen abgeschwächten Erreger oder Bausteine des Erregers. Nach der Impfung bildet der Körper unter anderem Antikörper. Bei einer Infektion ist das Immunsystem so vorbereitet und kann den Erreger sofort bekämpfen.

Illustration RNA, Frau und Text
mRNA-Impfstoffe und ihre Wirkweise | Grafik: Helios

Neu ist die Möglichkeit auf Basis von mRNA (messenger Ribonukleinsäure oder auch Boten-RNA) Impfstoffe herzustellen. Die hier eingesetzte mRNA enthält den Bauplan für ein bestimmtes Oberflächenprotein von Sars-CoV-2, das „Spike-Protein“. Die mRNA ist im Falle der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna in spezielle Fetthüllen verpackt. AstraZeneca nutzt die Möglichkeit, die mRNA in die Hülle eines Schimpansen-Adenovirus zu verpacken. Beide Varianten stellen sicher, dass die mRNA effizient von der menschlichen Zelle aufgenommen werden kann. Hier liefert sie den Bauplan zur Produktion des viralen Proteins. Gegen das virale Protein richtet sich dann die Immunabwehr des Körpers. Der gesamte Vorgang imitiert damit den natürlichen Prozess einer viralen Infektion.

Die Nutzung eines mRNA-Impfstoffes ist sehr vielversprechend. Da er keine Virus-Proteine enthält und keine Covid-19 Erkrankung verursachen kann, ist er besonders risikoarm. Die DNA im Zellkern wird nicht beeinflusst, vielmehr wird die mRNA nach einigen Tagen auf natürlichem Weg abgebaut.

Gleichzeitig ist ein Impfstoff auf dieser Basis schnell herzustellen. Gerade in der aktuellen Situation, in der schnellstmöglich ein Impfstoff zur Verfügung gestellt werden muss, ist das ein großer Vorteil.
Vektorimpfstoffe transportieren die gentechnologisch eingebauten Gene für Spike-Antigene von SARS-CoV-2 in den menschlichen Körper und lösen die Produktion dieser Antigene und damit eine Immunantwort aus.

Wie gut wirkt so ein Impfstoff?

Unsere Informationen beziehen sich auf den Impfstoff von BioNTech/Pfizer, da es hierzu bisher die meisten  öffentlich zugänglichen Informationen gibt. Die Zulassungsstudie belegt 95%-ige Wirksamkeit über alle Patientengruppen hinweg, insbesondere auch bei älteren Patientinnen und Patienten und bei solchen Personen, die wegen Begleiterkrankungen mit einem besonders schweren Verlauf bei einer Covid-19-Infektion rechnen müssen.

Muss ich mit Impfreaktionen rechnen?

Illustration vom Mann mit Text
Übersicht der möglichen Impfreaktionen | Grafik: Helios

Ja, mit akut auftretenden Impfreaktionen muss gerechnet werden. Wie bei jeder Impfung kann es auch bei der Corona-Impfung zu einer Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle kommen. Weiterhin können allgemeine Infektionszeichen, wie Müdigkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Diese können als Zeichen gewertet werden, dass im Körper die Immunreaktion abläuft.

Alle Corona-Impfstoffe sind so neu, dass aktuell noch keine verlässlichen Informationen zu möglicherweise verzögert auftretenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen vorliegen. Da das Zulassungsverfahren der für uns verantwortlichen Behörde (EMA) noch nicht abgeschlossen ist, sind noch nicht alle Daten hierzu verfügbar, werden aber voraussichtlich in Kürze vorliegen.

Im Video beantwortet Dr. Dominic Fenske, Leiter des Zentralen Dienstes Apotheke bei Helios, die wichtigsten Fragen rund um die SARS-CoV-2-Impfung (Wissensstand: 12. Januar 2021) | Helios Gesundheit

Dieser Artikel gibt den derzeitigen Wissensstand des zuletzt aktualisierten Datums wieder. Er wird regelmäßig nach den neuesten wissenschaftlichen und medizinischen Kenntnissen aktualisiert.