Wochenbett

Die Zeit nach der Geburt, in der sich der Körper vom schwangeren zurück auf den nicht schwangeren Zustand umstellt, wird als Wochenbett bezeichnet. Es ist durch eine Reihe von Veränderungen gekennzeichnet. So wird beispielsweise die während der Schwangerschaft vom Körper vermehrt gespeicherte Flüssigkeit im Wochenbett allmählich ausgeschieden. Sie verlieren an Gewicht, manchmal können das sogar mehrere Kilo am Tag sein.

Die Rückbildung

Unmittelbar nach der Entbindung ist die Gebärmutter noch so groß, dass sie etwa bis zum Nabel reicht. Die Nachwehen bewirken, dass sie sich verkleinert, vermeiden starke Blutungen aus der ehemaligen Plazentahaftfläche und beugen so auf natürliche Weise Entzündungen vor. Die Rückbildung wird durch Tasten über die Bauchdecke zunächst täglich im Rahmen der Visite auf der Wochenstation, später dann durch Ihre nachsorgende Hebamme überprüft. Gleichzeitig wird dabei nach der Wundheilung am Damm oder bei einem Kaiserschnitt am Bauch geschaut. Nach dem Wochenbett ist die Gebärmutter von außen nicht mehr tastbar, und der Muttermund hat sich wieder geschlossen.

Beim Stillen wird außerdem ein Wirkstoff ausgeschüttet, der die Gebärmutter auf natürliche Weise zum Zusammenziehen veranlasst. Die Nachwehen sind in der Schmerzhaftigkeit nicht mit Geburtswehen vergleichbar und gerade beim ersten Kind kaum zu spüren.

Sie können selbst den Rückbildungsprozess der Gebärmutter durch Wochenbettgymnastik unterstützen, zu der Sie durch Physiotherapeuten auf der Wochenstation angeleitet werden. Die Teilnahme an Rückbildungskursen im Rahmen der Elternschule ist ab sechs bis acht Wochen nach der Entbindung ratsam.

Der „Wochenfluss“ ist anfänglich blutig, dann rötlich-bräunlich, blasst zunehmend ab und ist zum Schluss nur noch ein gelblich-weißes Sekret. Insgesamt dauert dieser Vorgang etwa vier bis sechs Wochen.

Die Milchbildung

Direkt nach der Entbindung können die Brüste schon wenige Tropfen Milch enthalten. Einige Frauen merken das bereits am Ende der Schwangerschaft, das muss aber nicht sein. Der eigentliche „Milcheinschuss“ erfolgt erst zwei bis drei Tage, manchmal auch vier Tage nach der Entbindung. Die Brüste werden praller und spannen nun. Durch frühes Anlegen Ihres Neugeborenen – zum ersten Mal bereits im Kreißsaal – wird dieser Vorgang ganz natürlich gefördert. Wenn Sie zu Beginn des Stillens Schmerzen bemerken, lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Sprechen Sie die Hebammen und Schwestern jederzeit an, um Hilfe beim Anlegen zu erhalten.

Anfängliche Beschwerden bessern sich im Verlauf deutlich. Die Menge der gebildeten Milch steigert sich allmählich entsprechend des Bedarfes Ihres Kindes. Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind nicht satt wird, können Sie durch häufiges Anlegen Ihres Babys an die Brust die Milchbildung anregen. Zur weiteren Unterstützung sollten Sie während der Stillperiode selbst viel trinken.

Kommt es zu Rissbildungen an den Brustwarzen, Entzündungen an der Brust oder sogar zu Blutungen, müssen Sie nicht abstillen. Bei Problemen können Ihnen Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Ärzte mit ihrer jahrelangen Erfahrung sicher helfen.

Muttermilch ist die bestmögliche Ernährung für Ihr Kind, an die kein industriell gefertigtes Produkt heranreicht. Sie enthält neben den optimal zusammengesetzten Nährstoffen auch Antikörper, die Ihrem Kind einen sogenannten „Nestschutz“ bieten.

Das Stillen fördert eine innige Mutter-Kind-Bindung. Muttermilch ist zudem preiswert und überall gut verpackt dabei. Lassen Sie sich nicht von eventuellen Startschwierigkeiten vom Stillen abbringen, geben Sie sich und Ihrem Kind die nötige Zeit es zu erlernen. Wir stehen Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite. Auch nach Ihrer Entlassung aus der Klinik können Sie uns über die Still-Hotline jederzeit erreichen.