Magenchirurgie

Magen - Das gute Bauchgefühl

Magenerkrankungen machen sich durch Bauchschmerzen, Brennen oder Druckgefühl im Oberbauch bemerkbar.

Auf dem Gebiet der Magenchirurgie besteht in unserer Klinik hinsichtlich der Diagnostik eine enge Zusammenarbeit mit der Inneren Medizin I, Gastroenterologie, wo neben allen endoskopischen Untersuchungen und Eingriffen auch alle Funktionsuntersuchungen durchgeführt werden können.

Als Ursache kommen Magenschleimhautentzündungen (häufig), Magengeschwüre (seltener) oder auch Magenkrebs (selten) in Frage.

Wenn sich Ihre Magenbeschwerden nach anfänglicher medikamentöser Therapie nicht bessern, sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen und in jedem Fall eine Magenspiegelung durchführen lassen.

Man kann bei der Magenspiegelung die Ursache für Ihre Beschwerden feststellen, gleichzeitig können Proben entnommen werden, um das Vorliegen eines Krebses (Karzinom) auszuschließen.

 

Magengeschwür

Eine chirurgische Behandlung ist in der Regel nur bei Komplikationen des Magengeschwürs erforderlich.

Wann nötig?

Bei einer Perforation (Durchbruch) des Magengeschwürs oder bei der endoskopisch nicht beherrschbaren Magenblutung.

Entfernungen von größeren Anteilen des Magens sind in diesen Fällen jedoch kaum notwendig.

Operation

Diese Eingriffe werden häufig in Schlüssellochtechnik durchgeführt.

Gutartige Tumore

Gutartige Tumore werden in der Regel operativ entfernt.
Viele dieser Eingriffe werden auch in Schlüssellochtechnik durchgeführt.
 

Magenkrebs

Die Häufigkeit des Magenkrebses nimmt zwar insgesamt ab, gleichzeitig hat aber in den letzten Jahren die Häufigkeit von bösartigen Tumoren im Bereich des Überganges zwischen Speiseröhre und Mageneingang deutlich zugenommen.

 

Die wichtigste Untersuchung zum Nachweis eines Tumors ist die Endoskopie, dabei kann gleichzeitig eine Gewebeprobe entnommen werden, um den Tumor zu sichern.

Wenn ein Magenkarzinom/-krebs diagnostiziert wurde, ist es sehr wichtig, die Tumorgröße und -ausdehnung festzustellen sowie die Frage zu klären, ob bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) vorliegen.

Die wichtigsten Untersuchungen, um diese Frage zu klären, sind die Computertomographie des Bauchraumes und die Endosonographie, welche in unserem Hause durchgeführt werden.

Nach Vorliegen dieser Befunde wird im Rahmen der Tumorkonferenz festgelegt, ob Sie eine Vorbehandlung (Chemotherapie) benötigen  oder ob der Tumor ohne Vorbehandlung entfernt werden kann.

 

Operation

Bei Magenkrebs wird je nach Tumortyp und Lage des Tumors entweder der gesamte oder nur ein Teil des Magens entfernt. Diese Operationen werden in unserer Klinik häufig durchgeführt.  

Der Magen wird bei der Operation durch Dünndarm ersetzt, wobei verschiedenen Techniken zur Anwendung kommen können.

Aus Dünndarmanteilen kann beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen gegebenenfalls ein Ersatzmagen gebildet werden, um die Reservoirfunktion des fehlenden Magens nachzubilden.

 

Heilung

Wenn der Krebs komplett entfernt ist, sind die Aussichten für den Patienten in der Regel gut. In vielen Fällen kann eine dauerhafte Heilung erzielt werden.

 

Therapie

Alle Erkrankungsfälle werden in einer interdisziplinären Tumorkonferenz unter Beteiligung von Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Radiologen vorgestellt. 
 
Nach Analyse aller Befunde wird für jeden Patienten auf Grundlage der gültigen Leitlinien ein individueller Therapieplan erstellt.

Die individuelle Behandlung kann also in enger fachübergreifender Abstimmung und ohne Verzögerung in einem Haus stattfinden.
 

Leben ohne Magen

Auch ohne Magen kann eine gute Lebensqualität erreicht werden.
In der Anfangsphase kommt es meist zu einem geringen Gewichtsverlust von bis zu 10% des Körpergewichtes. Daher muss anfangs die Nahrung vorsichtiger eingenommen werden und insbesondere auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden, um die gleiche Kalorienmenge aufnehmen zu können.

Das Ziel der laparoskopischen Antirefluxchirurgie besteht in der Wiederherstellung des Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen. Hierfür wird der obere Magenanteil wie eine Manschette um die Speiseröhre gezogen und vernäht (Fundoplicatio). Ein gleichzeitig bestehender Zwerchfellbruch wird verschlossen (Hiatusplastik).

Die Langzeitergebnisse zeigen eine effektive Refluxkontrolle bei etwa 90% der Patienten.