Erste endovaskuläre Bauchoperation am Helios Klinikum Gifhorn
Bauchaortenaneurysma

Erste endovaskuläre Bauchoperation am Helios Klinikum Gifhorn

Gifhorn

Ein Bauchaortenaneurysma stellt eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader im Bauchraum dar. Ein Riss in der Bauchschlagader kann lebensbedrohliche Folgen haben. Oguz Coskun hat mit seinem Team der Gefäßchirurgie die erste endovaskuläre Bauchoperation im Helios Klinikum Gifhorn durchgeführt.

Die Hauptschlagader, die vom Herzen in den Bauchraum führt, nennt man Aorta. Ein Aneurysma ist eine etwa drei Zentimeter große Ausbuchtung in den arteriellen Gefäßen. „Am besten lässt sich ein Aneurysma an dem Beispiel eines gealterten Fahrradschlauches erklären. Unter Druck ist ein guter Fahrradschlauch überall gleich dick. Falls der Schlauch ausbeult oder an einer Stelle dünner wird, kann er bereits gefährlich werden. Denn es besteht die Gefahr, dass der Schlauch platzt“, erklärt Oguz Coskun, der leitende Arzt Gefäßchirurgie. In Bezug auf die Bauchaorta kann das Aneurysma platzen und reißt die Aortenwand auf. Dabei kommt es zu starken inneren Blutungen und es besteht Lebensgefahr.

Wilfried Robert stellte sich bereits vor einigen Monaten im Helios Klinikum Gifhorn vor. Im Rahmen der neugegründeten Abteilung Gefäßchirurgie ist es nun möglich, Aneurysmen der Bauchaorta schnell und wohnortnah zu operieren. „Für Herrn Robert haben wir die endovaskuläre OP-Methode gewählt, da die Anatomie hierfür sehr gut geeignet war. Sie bringt ein weniger großes Risiko mit sich als eine offene Bauchoperation, welche Herr Robert schon vermehrt hinter sich hat. Die endovaskuläre Operation ist jedoch für Ärzte und OP-Mitarbeiter ein schwieriger Eingriff, der höchste Konzentration voraussetzt“, erzählt Departmentleiter Oguz Coskun. 

Bei dem endovaskulären Eingriff werden mit einer ultraschallgestützten Punktion in den Leisten zwei dünne Katheter in die Beckenarterien eingeführt. Unter Röntgen-Kontrollen werden über diese Arterien die Katheter bis in das Aneurysma vorgeschoben, um dort die Stent-Prothese einzusetzen. Ist das Aneurysma erreicht, wird die Stent-Prothese mithilfe eines Ballons an der Spitze des Katheters mit Präzision entfaltet und in der Bauchschlagader fixiert. 

Der Katheter wird anschließend zurückgezogen. Das Blut strömt dann durch den Stent. Dadurch wird die Gefäßwand weniger belastet, sodass die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass das Aneurysma weiter wächst oder reißt.

Oguz Coskun, Departmentleiter

Wilfried Robert musste nach dem Eingriff eine Nacht auf der Intensivstation zu Überwachung verbringen und konnte zwei Tage später entlassen werden. Während der Kontrolluntersuchung erzählt der 77-Jährige: „Durch die Punktion habe ich keine große Wunde und kaum Schmerzen. Ich bin sehr zufrieden mit der Behandlung und freue mich, dass alles so reibungslos gelaufen ist.“ 

Der Hauptentstehungsgrund eines Bauchaortenaneurysmas ist ab einem Alter von 45-Jahren zunehmende Gefäßverkalkungen, die sogenannte Arteriosklerose. Des Weiteren wird das Aneurysma durch Rauchen, einen hohen Blutdruck und schlechte Blutfettwerte begünstigt. „Abgesehen von der bereits etablierten offen-chirurgischen Versorgung mittels Bauchschnitt und Protheseneinlage, welche zahlreich in unserem Klinikum durchgeführt wurde, konnten wir nun unser Spektrum individuell an den Patienten angepasst um das endovaskuläre Vorgehen erweitern. Dies ist nur durch die hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den entsprechenden Fachbereichen möglich. Wir sind froh, als moderne Gefäßchirurgie im Landkreis Gifhorn und Umgebung diese Methode anbieten zu können, um Patienten individuell und zeitnah behandeln zu können und so Schlimmeres zu vermeiden“, sagt Coskun. 

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Lisa Iffland

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