Diagnostik und Therapie bei Gallenwegerkrankungen
Klinikum im Dialog

Diagnostik und Therapie bei Gallenwegerkrankungen

Wegen Bauchschmerzen zum Arzt? Ja, wenn sie regelmäßig auftreten oder akut starke Schmerzen verursachen. Hinter vermeintlich harmlosen Bauchschmerzen kann eine Gallenwegerkrankung stecken. Wie Steinleiden, Entzündungen und Abflussstörungen entstehen und auf welche schonenden Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten das Helios Klinikum Gifhorn setzt, darüber informiert Dr. Michael Liebetrau, Chefarzt der Medizinischen Klinik II – Gastroenterologie, am Donnerstag, dem 17. Oktober 2019. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Konferenzraum 1. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Plötzlicher stechender Schmerz im Oberbauch, Völlegefühl und Schweißausbrüche – Gallensteine, die sich in der Gallenblase selbst oder in den Gallengängen bilden, können die Ursache sein. Jeder fünfte bis zehnte Deutsche trägt in Gallenblase oder Gallenwegen Steine. Doch nur jeder vierte Betroffene hat Beschwerden, meist bleibt die Erkrankung unerkannt. „Gallensteine entstehen, wenn feinste kristalline Bestandteile der Gallenflüssigkeit verklumpen. Dabei kann es sich um Cholesterin oder Eiweiße handeln“, erklärt Dr. Liebetrau. „Hauptgründe für ihre Entstehung sind unter anderem zu fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht, aber auch genetische Veranlagung.“

Verspüren Betroffene keine Schmerzen und sind symptomlos, bedarf die Erkrankung auch keiner Therapie. „Anders ist dies bei plötzlich auftretenden Koliken, also Schmerzattacken, oder Steinen, die über drei Zentimeter groß sind. Dann besteht dringender Handlungsbedarf, sonst kann es zu einer Gallengangentzündung oder einem Gallengangverschluss kommen“, so der Chefarzt.

Für die sichere Diagnose greifen Dr. Liebetrau und sein Team auf eine Darstellung mittels Ultraschall zurück. „Finden sich hier krankhafte Befunde, haben wir die Möglichkeit, mit gezielten ultraschallgestützten Punktionen Gewebe zur weiteren Untersuchung zu gewinnen. Bei besonderen Fragestellungen führen wir auch eine Spiegelung unter Zuhilfenahme eines Endoskops durch“, erklärt Dr. Liebetrau. Bei der sogenannten Endoskopischen Retrograde Cholangio-Pankreatikographie, kurz ERCP, sucht der Chefarzt – ähnlich wie bei der Magenspiegelung – die Mündungsstelle des Gallenganges auf. Diese Untersuchung erfolgt, wenn Anhaltspunkte für eine Gallensekretabflussbehinderung, wie es etwa bei einem Steinleiden oder Tumoren der Fall sein kann, bestehen. Diese lassen sich nach Erweiterung der Mündungsstelle der Gallengänge mit einem Katheter entfernen beziehungsweise zertrümmern. Auch kann der Sekretabfluss durch die Einlage eines Stents – eines Kunststoffröhrchens – wieder ermöglicht werden.

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Isabell Adam

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