Wissenswertes für Patienten

Die Herzkatheter-Untersuchung: Vorbereitung, Ablauf und Nachsorge

Die Herzkatheter-Untersuchung: Vorbereitung, Ablauf und Nachsorge

Mithilfe einer Herzkatheter-Untersuchung können wir verschiedene Formen von Herzschwäche, Brustschmerz, Herzrhythmusstörungen, Schwindel und Kollaps abklären.

Eine Herzkatheter-Untersuchung erfolgt nach dem folgenden Ablauf:

Vor der Untersuchung

Am Morgen der Untersuchung dürfen Sie nichts essen. In Absprache mit Ihrem Hausarzt sollten vor der Untersuchung Medikamente gegen Zuckerkrankheit abgesetzt werden.

Während der Untersuchung

Die Herzkatheter-Untersuchung erfolgt in der Regel über die Leisten oder Armarterie. Von der eigentlichen Untersuchung spüren Sie als Patient bis auf die örtliche Betäubung in der Leiste so gut wie nichts.

Im Anschluss an die Untersuchung erfolgt die Befundbesprechung. Die Behandlung wird (Ballondehnung und Einlage einer Gefäßstütze) in der Regel unmittelbar im Anschluss durchgeführt.

Nach Abschluss der Untersuchung sorgt ein Druckverband für einen sicheren Verschluss. In manchen Fällen verschließen wir die Punktionsstelle zusätzlich mit einem speziellen Verschlusssystem.

Nach der Untersuchung

Nach der Anlage des Druckverbandes gilt eine strenge Bettruhe, die für eine Dauer von mindestens vier bis sechs Stunden einzuhalten ist. Im Bedarfsfall erfolgt eine Herz-Kreislauf-Überwachung auf unserer Telemetrie-Station. Aufgrund der Kontrastmittelgabe sollten Sie am Tag nach der Untersuchung ausreichend Flüssigkeit trinken. Für etwa eine Woche sollten Sie auf sportliche Betätigung verzichten.

Herzkatheterlabore

Die Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) dient der optimalen Darstellung der Herzkranzgefäße. Die Herzkatheteruntersuchung wird meistens dann durchgeführt, wenn eine bedeutsame Einengung (Stenose) der Kranzgefäße besteht oder vermutet wird. Solche Einengungen können sich oftmals durch ein Engegefühl in der Brust (Angina pectoris) oder Luftnot bemerkbar machen.

In den meisten Fällen lassen sich diese Verengungen in der gleichen Sitzung mittels einer Stent-Implantation behandeln. Üblicherweise handelt es sich dabei um moderne Medikamenten-beschichtete Stents oder auch selbst-expandierende Gefäßstützen.

Die Anlagen verfügen über Röntgenröhren (mono-/biplane Untersuchungstechnik). Die biplane Anlage bietet noch mehr Sicherheit, z.B. bei komplizierten Eingriffen. Es wird nur die Hälfte des Nieren-belastenden Kontrastmittels benötigt im Vergleich zu den gängigen Anlagen. Zudem verfügt diese Anlage über eine spezielle Technik mit der die Strahlenbelastung für den Patienten und Untersucher deutlich verringert wird.

Der Schwerpunkt der Klinik für Kardiologie – Medizinische Klinik I des Helios Klinikums Gifhorn liegt in der Diagnostik und interventionellen Behandlung der koronaren Herzkrankheit.

Gerade in unserer Klinik liegt die Expertise auf innovativen interventionellen Lösungsansätzen und deren Kombination zur Behandlung hochkomplexer Szenarien der Koronaren Herzerkrankung unter möglichst leitliniengerechter Umgehung einer Herzoperation. Diese werden unter Berücksichtigung der Aufklärungsfristen meist sofort und zeitnah behandelt.
Unter Berücksichtigung der Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der AG - Interventionelle Kardiologie - und des Euro-CTO-Clubs werden sogenannte „Standardverfahren“ heute bei komplexen Scenarien singulär kaum noch angewendet. Alternativ käme dann in vielen Fällen nur eine Bypassoperation in Frage.
Es steht eine 24h-Herzkatheter-Notfallversorgung seit nunmehr 6 Jahren bereit, um Patienten notfallmäßig kardiologisch-interventionell erfolgreich und mit höchster Qualität behandeln zu können.

Alle Verfahren zur morphologischen und funktionellen Zusatzdiagnostik von komplexen Koronarbefunden sind vorhanden:


Mit IVUS erfolgt die Querschnittabbildung der Koronararterien in Echtzeit. Hiermit können Koronarstenosen quantifiziert, Thromben und Dissektionen erkannt und die Stentlage beurteilt werden. Verfahren wie IVUS werden im Klinikum Gifhorn seit Jahren routinemäßig eingesetzt.

Die Bestimmung der funktionellen Flussreserve mittels Druckdraht ist ein etabliertes und validiertes Verfahren zur Bestimmung der klinischen Relevanz einer Koronarstenose und wird seit einigen Jahren auch in unserer Abteilung durchgeführt. Die Methode ist vor allem dann sinnvoll einsetzbar, wenn die Relevanz eingeschätzt werden soll.

Neben Koronarangiographien sowie Ballondilatationen, Rotablationen, Hi-Pressure-PTCA und (SES-)DES-Stentimplantationen werden routinemäßig Rechtsherzkatheter zur Evaluation und zur Quantifizierung von Klappenvitien durchgeführt.

Regelmäßig werden chronische Koronarverschlüsse (CTO) rekanalisiert und mittels Stentimplantation versorgt. Hierfür stehen spezielle Materialien zur Verfügung und es werden innovative Verfahren angewand. Diese Prozeduren zählen zu den anspruchsvollsten Prozeduren im Herzkatheterlabor. Insbesondere durch die modernen Drahttechnologien können wir Erfolgsraten > 80% in ausgewählten Patienten erreichen. Neben einer klinischen Besserung zählen die Besserung der LV-Funktion, eine geringere Mortalität im Langzeitverlauf sowie die Vermeidung einer Bypassoperation als etablierte Indikation für eine Rekanalisation.

Eine Hauptstammstenose findet man bei bis zu 10% aller Patienten mit behandlungsbedürftiger koronarer Herzerkrankung. Dabei weist der Beginn der linken Kranzarterie eine mittels IVUS zu verifizierende Verengung auf.

Im Gegensatz zu Stenosen anderer Kranzgefäße ist hier die Mortalität bei rein medikamentöser Behandlung deutlich erhöht, so dass eine klare Indikation zur Behandlung vorliegt. Bisher war diese Diagnose eine Indikation zur Verlegung in eine Herz-Chirurgie, also verbunden mit einer Operation. Dies hat sich durch eine Vielzahl neuer Techniken die auch im Helios Klinikum Gifhorn zur Anwendung kommen, sehr erfolgreich geändert.

Durch die Kombination von besonders ausgefeilter Gerätetechnik - zum Beispiel hochempfindliche Röntgendetektoren auf der Basis von Siliziumkristallen - und modernsten Softwareverfahren zur Bildverarbeitung, wie sie seit ca. 5 Jahren europaweitweit Einzug hält, können die Eingriffe mit besonders guter Bildqualität und bei gleichzeitig niedriger Strahlenexposition durchgeführt werden.
Dadurch lassen sich Gefäßstützen in den Herzkranzgefäßen besonders exakt positionieren. Außerdem können dreidimensionale Bilder des Herzens angefertigt werden, die für manche Eingriffe hilfreich sind. Schließlich lassen sich zum Beispiel auch Ultraschallbilder aus dem Inneren des Herzens in Röntgenbilder so integrieren, dass krankhafte Veränderungen besonders genau lokalisiert werden können.

Ein ganzes Bündel von Maßnahmen sorgt dafür, die Strahlen-Dosis auf ein Minimum zu senken. Die moderne Technologie, die zur Erzeugung des Röntgenbildes eingesetzt wird, liefert zudem gestochen scharfe Bilder. Sie geben den Mitarbeitern die Sicherheit für ihre Diagnose und ihre Therapie, zum Wohle des Patienten.