Woche der Wiederbelebung 2016: Aktionstag Reanimation in der HELIOS Klinik Erlenbach
Pressemitteilung

Woche der Wiederbelebung 2016: Aktionstag Reanimation in der HELIOS Klinik Erlenbach

Erlenbach

Staying alive – im Rhythmus der Herzdruckmassage

 

Wiederbelebungs-Experten der HELIOS Klinik Erlenbach bilden Lebensretter beim Info- und Aktionstag für Laien aus - spannende Vorträge und praktisches Training

 

Prüfen. Rufen. Drücken: Wie einfach und überlebensnotwendig es sein kann, erste Hilfe zu leisten, haben Besucher beim Aktionstag Reanimation am 24. September in der HELIOS Klinik Erlenbach erfahren. Unter dem Motto „Jeder kann Leben retten“ hat das Krankenhau in Kooperation mit dem Kreisverband Miltenberg-Obernburg des Bayerischen Roten Kreuzes zum öffentlichen Informations- und Aktionstag für Laien eingeladen.

Denn Deutschland braucht mehr Ersthelfer: Nur 15 Prozent der Bundesbürger helfen im Ernstfall. „Eine alarmierende Bilanz“, so Klinikgeschäftsführer Norbert Jäger. „Und Anlass für uns, die bundesweite Woche der Wiederbelebung unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit zu unterstützen.“

 

Ziel: Hemmschwellen abbauen und Wissen verbreiten

 

Ziel des Aktionstages war es, das Wissen über lebensentscheidende Sofortmaßnahmen zu verbreiten und Hemmschwellen abzubauen. Denn der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland; es kann jeden treffen, und die meisten Vorfälle ereignen sich zu Hause oder im Familien- und Bekanntenkreis. „130 000 Menschen sterben jedes Jahr durch plötzlichen Herzstillstand, diese Opferzahl entspräche dem Absturz einer Boing 747 an jedem Werktag“, erklärte Dr. Dirk Große Meininghaus, Chefarzt der Kardiologie, Rhythmologie und Angiologie an der Klinik für Innere Medizin I, die eine Brustschmerz-Einheit (Chest Pain Unit) zur Behandlung von  Menschen mit akuten Herzproblemen vorweisen kann.

 

Laut dem Herzexperten ist es bei einem Herzstillstand unerlässlich, schnell zu handeln: Bereits nach drei Minuten wird das Gehirn nicht mehr genug mit Sauerstoff versorgt, nach fünf Minuten wird ein Überleben unwahrscheinlich. Hingegen: Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut zirkulieren, die Überlebenschancen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes werden entscheidend erhöht. Leider fehlt vielen Menschen der Mut, weil sie sich überfordert fühlen.

 

Keine Angst vor Fehlern: Jede Hilfe ist erste Hilfe

 

„Dabei ist jede Hilfe erste Hilfe, man kann nichts falsch machen“, ermutigte Dr. Rüdiger Retzko, Chefarzt der Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Der Notfallmediziner demonstrierte gemeinsam mit BRK Rettungsassistent Jörg Kuhn auf was es bei der Ersthilfe ankommt: Prüfen – das heißt, Reaktion und Atmung checken, Rufen: 112 wählen und Drücken, das heißt sofort mit der Herzdruckmassage beginnen, so die eindeutige Anweisung der Experten, die auch die Anwendung von Defibrillatoren und Wiederbelebungsmaßnahmen für Profis vorstellten.

Bis zum Eintreffen eines Rettungsarztes ist jedoch die Anwendung der Herzdruckmassage ausschlaggebend: „Sie brauchen weder die Mund-zu-Mund-Beatmung noch die stabile Seitenlage beherrschen. Konzentrieren Sie sich als Laie auf die Herzdruckmassage. Das ist entscheidend“, so Retzko. „Selbst wenn Sie dabei eine Rippe brechen sollten, ist das immer noch besser als der Herztod.“

 

Praxis-Anwendung "Staying alive": 100 Pro Reanimation

 

Ihre Risikofaktoren dafür konnten die Besucher bei einer Demonstration zum Blutdruck und einer Blutzuckermessung testen. Um das theoretische Wissen gleich praktisch anzuwenden, ging es für die interessierten Besucher zum praktischen Teil: Im Disco-Beat von „Staying alive“ oder wahlweise dem Ticken eines Metronoms, das sich heute jeder auf sein Handy laden kann, übten die Teilnehmer den richtigen Rhythmus der Herzdruckmassage mit Reanimationspuppen: 100- bis 120-mal pro Minute das Brustbein fünf bis sechs Zentimeter drücken. „Drücken Sie mit durchgestreckten Armen fest und hören Sie nicht auf, bis professionelle Hilfe eintrifft“, so der Appell der Wiederbelebungs-Experten.

 

Positive Besucherresonanz: Für den Ernstfall gewappnet

 

Viele der Teilnehmer äußerten sich erstaunt, wie einfach es ist, auch als Laie Leben zu retten: „Ich hoffe nicht, dass ich es mal brauche, aber wenn, dann fühle ich mich jetzt für den Ernstfall gewappnet. Vorher habe ich mich unsicher gefühlt“, sagte eine Frau, die gemeinsam mit ihrem Mann gekommen war. „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass jetzt einige Lebensretter mehr im Landkreis unterwegs sind“, so sein Kommentar. Zum Abschluss erhielten alle Workshop-Teilnehmer eine Lebensretter-Urkunde und eine Stärkung mit einer kleinen Wiederbelebungsvesper.