Darmkrebs? Das kann mir doch nicht passieren!
Pressemitteilung
Darmkrebsmonat März: die Helios Kliniken Miltenberg-Erlenbach informieren rund um das Thema Darmkrebs

Darmkrebs? Das kann mir doch nicht passieren!

Erlenbach

Über 4 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Veranlagung zum Darmkrebs. Im Landkreis Miltenberg erkranken jährlich 90 Menschen neu daran. Anlässlich des Darmkrebsmonats März informieren die Helios Kliniken Miltenberg-Erlenbach in einem Zweiteiler über das Thema Darmkrebs – von der Prävention über die Vorsorge hin bis zur Diagnose.

Anna ist 26 Jahre alt. In ihrem Darm wächst ein kleiner Tumor. Doch davon ahnt Anna nichts. Darmkrebs? Das kann mir doch nicht passieren! Aber Annas Familie ist vorbelastet: Bereits ihr Vater erkrankte in jungen Jahren an Krebs. Bei jährlich rund 60 000 Neuerkrankungen in Deutschland gehen 30 Prozent auf ein familiäres Risiko zurück.

Darmkrebs. Dahinter verbirgt sich ein bösartiger Tumor im Darm. Besonders häufig sind Dickdarm und Mastdarm betroffen. Krebs im Dünndarm ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:100 Fällen recht selten. Woran liegt das? Bei der Entstehung von Darmkrebs vermutet man einen Zusammenhang mit der Ernährung. Das Gegessene verweilt besonders lange im Dickdarm, weshalb krebsfördernde Stoffe mehr Zeit haben, um auf die Umgebung einzuwirken. Es entstehen Darmpolypen, kleine Wölbungen der Darmschleimhaut. Sie gelten als die Vorstufe zu Darmkrebs. Innerhalb von 10 Jahren können sie entarten und bösartig werden. Erkennt und entfernt man die Darmpolypen rechtzeitig, könnten bis zu 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen verhindert werden. Das macht die Darmkrebsvorsorge so wichtig.

Mit gesundem Lebensstil das Darmkrebsrisiko senken

Die Ursachen für Darmkrebs sind einerseits auf die Ernährung und andererseits auf genetischen Faktoren zurückzuführen. Um das Darmkrebsrisiko zu senken, ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung von Vorteil. Empfohlen wird, wenig rotes Fleisch (max. jeden zweiten Tag) zu essen, dafür mehr Obst und Gemüse. Gleichzeitig sollte man auf eine ballaststoffreiche und fettarme Kost achten. Auch das Gewicht spielt eine Rolle. Ideal ist ein Normalgewicht mit einem Body-Maß-Index unter 26. Auf Alkohol und Zigaretten sollte verzichtet und sich mindestens 30 Minuten pro Tag aktiv bewegt werden. Aber nicht immer schützt ein gesunder Lebensstil vor der Darmkrebserkrankung. Darmkrebs kann - wie im Fall von Anna - auch erblich oder familiär bedingt sein.

Viele Fälle von Darmkrebs könnten verhindert werden, wenn das Vorsorgeangebot besser angenommen werden würde.

Darmkrebsvorsorge: Sprechen Sie mit Ihrer Familie!

Der erste Schritt zur Vorsorge ist ein Gespräch mit der Familie. 30 Prozent aller Darmkrebsneuerkrankungen sind auf ein familiäres Risiko zurückzuführen. Das Vorsorgeprogramm gegen Darmkrebs richtet sich nach dem individuellen Darmkrebsrisiko. Auch die Häufigkeit und der Zeitpunkt der Untersuchung hängen davon ab, ob man zu einer sogenannten Risikogruppe gehört. Bei Menschen, die eine familiäre Vorbelastung haben, ist das Darmkrebsrisiko besonders hoch. Bei Verdacht auf erblichen Darmkrebs (HNPCC oder Familärer Adenomatösen Polyposis (FAP)) muss die Vorsorge sehr viel früher einsetzen als bei Menschen ohne erbliches Risiko. Bei FAP beginnt sie bereits im Alter von 10 Jahren, bei HNPCC startet die Vorsorge mit 25 Jahren. Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gehören ebenfalls zur Risikogruppe. Für alle Menschen mit erhöhtem Darmkrebsrisiko - ob erblich, familiär oder wegen entzündlicher Darmerkrankung - werden die notwendigen Vorsorgemaßnahmen unabhängig vom Alter von den Krankenkassen übernommen. Ab einem Alter von 50 Jahren steigt das altersbedingte Darmkrebsrisiko. Deswegen wird empfohlen, zur Darmkrebsvorsorge zu gehen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zudem die Kosten für den jährlichen Stuhltest auf verstecktes Blut sowie die Austastung des Mastdarms. Ab 55 wird die Darmspiegelung als Vorsorge bezahlt.

Es gibt verschiedene Vorsorgeuntersuchungen, wobei die Darmspiegelung die effektivste ist. "Tumore können schon sehr früh erkannt und sofort entfernt werden. Es sind keine weiteren Eingriffe nötig.", erklärt Dr. Samer Said, Chefarzt der Gastroenterologie. Natürlich gibt es auch Alternativen zur Darmspiegelung: den Stuhltest, das Austasten des Mastdarms, die virtuelle Darmspiegelung oder eine Kapsel mit Kamera zum Schlucken. Diese Behandlungsmethoden ersetzen die Darmspiegelung aber oftmals nicht. Sind die Befunde bei einer dieser Methoden auffällig, muss trotzdem eine Darmspiegelung durchgeführt werden. Zudem unterscheiden sich die Darmpolypen in ihrer Form: Manche sind flacher als andere und ohne Darmspiegelung schwieriger bis gar nicht zu erkennen. Auch ein sauberer Darm ist hier unerlässlich. Grundsätzlich gilt: je kleiner der Polyp, desto unkomplizierter und schneller die Behandlung. Bei der ambulant durchgeführten Darmspiegelung kann der Patient meist nach weniger als zwei Stunden schon wieder nach Hause.

Viele Fälle von Darmkrebs könnten verhindert werden, wenn das Vorsorgeangebot besser angenommen werden würde. Die Helios Kliniken Miltenberg-Erlenbach wollen deshalb aufklären und sensibilisieren. Im Rahmen des Darmkrebsmonats finden zwei Patientenvorträge zum Thema statt: Dr. Siegfried Beller stellt am 6. März die Fortschritte in der chirurgischen Behandlung von Dickdarmkrebs vor. Im Vortrag von Dr. Peter Kehrer am 14. März geht es um Entzündungen, Tumore und funktionelle Störungen.

Darmkrebsmonat März

Zum 18. Mal steht der März in ganz Deutschland im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Ausgerufen von der Felix-Burda-Stiftung, der Stiftung LebensBlicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., engagieren sich in diesem Monat Medien, Gesundheitsorganisationen, Unternehmen, Städte, Kliniken und Privatpersonen für die Darmkrebsvorsorge. Hintergrund ist das familiäre Risiko für Darmkrebs, von dem rund vier Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Ein Drittel aller Neuerkrankungen an Darmkrebs lassen sich auf das familiäre Risiko zurückführen. Aber noch denken viele unter 50 Jahren, dass sie dieser Krebs nicht betrifft. Zu wenige wissen über Krebs in ihrer Familie Bescheid. Der Darmkrebsmonat soll dazu ermutigen, in der Familie über Krebs zu sprechen. Das Wissen über bisherige Erkrankungen in der Familie ist der erste Schritt zur Vorsorge.