Schutz vor der Sonne ist immer wichtig

Schutz vor der Sonne ist immer wichtig

Erfurt

Steigende Hautkrebszahlen heben die Bedeutung von Sonnenschutz hervor

Heiß, heißer am heißesten: Der Sommer 2019 ist mit über 40 Grad erneut bis an die Spitze des Thermometers geklettert. Das bedeutet neben Badespaß und Wassereis vor allem eins: eine extreme Belastung für unsere Haut. Laut aktuellen Zahlen der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) ist die Anzahl der von Hautkrebs betroffenen Menschen innerhalb der vergangenen zehn Jahren drastisch gestiegen. Die ostdeutschen Bundesländer sind dabei unter den traurigen Spitzenreitern. Prof Dr. Rudolf Herbst, Chefarzt der Dermatologie und Allergologie im Helios Klinikum Erfurt, klärt über den vermeintlichen Zusammenhang der hohen Temperaturen und der gestiegenen Zahl an Hautkrebspatienten auf.

„Es liegt an uns!“

„Nur ein minimaler Prozentsatz der steigenden Hautkrebsfälle lässt sich wirklich auf das Ozonloch und das veränderte Klima zurückführen“, stellt Professor Herbst klar. Es läge vor allem an uns. So habe sich beispielsweise das Freizeitverhalten der Deutschen in den vergangenen 30 Jahren stark verändert. Menschen würden sich, entgegen der Empfehlung, immer öfter bewusst der Sonne aussetzen, ohne dabei an wichtige Schutzmaßnahmen zu denken.

„Nur ein minimaler Prozentsatz der steigenden Hautkrebsfälle lässt sich wirklich auf das Ozonloch und das veränderte Klima zurückführen.“

Prof. Dr. med. Rudolf Herbst Chefarzt | Chefarzt der Dermatologie & Allergologie und Leiter des Hauttumorzentrums

Braun ist nicht gesund!

Gebräunte Haut sei immer ein indirektes Anzeichen für DNA-Schäden. Diese könnten wiederum Hautkrebs verursachen, so Herbst. Das stehe jedoch dem fälschlich verstandenen Schönheitsideal des gebräunten Menschen im Weg. „Jegliche Art der Belastung durch Ultraviolettstrahlung ist schädlich. Selbst bei dichter Wolkendecke ist der Körper einem großen Anteil an UV-Strahlen ausgeliefert“, betont der Dermatologe. Eine Wolkendecke filtere vordergründig die Wärme, also die Infrarotstrahlung, heraus. Professor Herbst empfiehlt daher, die Haut immer mit Lichtschutz zu versorgen, auch wenn das auf den ersten Blick als wenig relevant erscheint.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Zwischen 11 und 15 Uhr steht die Sonne im Sommer am höchsten. Durch den Einfallswinkel ist die UV-Belastung in dieser Zeit besonders intensiv. Hier beginnt für Professor Herbst die Vorsorge: „Meine Empfehlung ist es, sich einen Sommertag genau zu planen. Wichtige Erledigungen und Outdoor-Aktivitäten sollten im Idealfall morgens bzw. auf die Zeit nach dem höchsten Sonnenstand, also auf den späteren Nachmittag oder Abend verlegt werden. Die pralle Sonne ab der Mittagszeit sollte wiederum gänzlich gemieden werden.“ In jedem Fall seien bestimmte Schutzmaßnahmen unbedingt notwendig. „Lichtschutzfaktor ist immer bedeutsam, nicht nur zu bestimmten Uhrzeiten. Denn häufig gehen die meisten Menschen zu sparsam mit der Menge ihres Lichtschutzmittels um.“ Der Chefarzt empfiehlt daher generell, auf Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor 50 zurückzugreifen und diesen auch in regelmäßigen Zeitabständen ausreichend zu erneuern. Außerdem rät der Dermatologe, regelmäßig ein Haut-Screening machen zu lassen. Diese Vorsorgemöglichkeit nutzen in Deutschland insgesamt noch zu wenige Menschen.

„Eigenvorsorge ist das Allerwichtigste“

Wichtig sei es grundsätzlich, dass die Gefahren von UV-Strahlung im Bewusstsein und im Umgang mit der eigenen Haut ernst genommen werden. „Wenn alle Menschen sich wirklich gut vor ultravioletten Strahlen schützen würden, gäbe es in 30 oder 40 Jahren keine Notwendigkeit mehr, Hautumore zu operieren,“ spekuliert Herbst. Um den Sommer dennoch genießen zu können, gilt es insgesamt drei Regeln zu beherzigen:

  1. Stets auf Sonnenschutz achten!
  2. Einen ausreichenden Lichtschutzfaktor verwenden!
  3. Kopf bedecken!

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