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Rettung vor der Amputation

Rettung vor der Amputation

Erfurt

Mit einer offenen Wunde am Fuß geht Peter S. zum Arzt. Die Diagnose: diabetisches Fußsyndrom. Es droht die Amputation. Ein Spezialistenteam im Helios Klinikum Erfurt aber kann den Fuß retten.

Erfurt. Es beginnt mit einer offenen, nässenden Stelle am rechten Fuß. Peter S. spürt keine Schmerzen, versorgt die Wunde mit einem Heftpflaster. Sein Herz ist schwach, dadurch hat er öfter Wassereinlagerungen im Fuß.

Doch diesmal ist es anders. Die Schwellung kommt zurück. Und es wird schlimmer.

Peter S. hat einen sogenannten Charcot Fuß, eine Sonderform des diabetischen Fußsyndroms. Sein Fußskelett ist eingebrochen. Die Knochen drücken gegen die Haut. Das führt zu Druckschäden und offenen Wunden. Seit Beginn des Jahres wird der 64-Jährige wegen Diabetes mellitus behandelt. Ein zu hoher Blutzucker greift auf die Dauer Blutgefäße und Nervenbahnen an. Diabetiker haben dadurch ein reduziertes Schmerzempfinden, was sich zunächst an den Füßen bemerkbar macht. Mit fatalen Folgen: Jährlich werden in Deutschland rund 40.000 Füße und Zehen amputiert. Die Betroffenen merken meist zu spät, dass etwas nicht stimmt.

Andreas Gräfenstein, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Auch Peter S. droht die Amputation. Die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im Helios Klinikum Erfurt entscheidet sich dagegen: „Wir können den Fuß retten“, ist sich Oberarzt Andreas Gräfenstein sicher. In Zusammenarbeit mit Gefäßchirurgen, Diabetologen, Orthopäden und dem Wundteam im Haus entwickelt der Chirurg die bestmögliche Behandlung für Peter S. Zunächst behandeln die Ärzte die Wunde und verschreiben eine Antibiotika-Therapie. Drei Wochen später baut Andreas Gräfenstein in einer vierstündigen Operation das Fußskelett neu auf. Dafür entfernt er einen Teil aus dem Innern des Fußes, sodass dieser nun kürzer als der andere ist. Damit die Knochen in der neuen Position verheilen können, wird noch im OP-Saal ein Ring-Fixateur montiert, der stattliche zwei Kilogramm auf die Waage bringt.

„Die Schwestern auf Station sagen, sie haben so etwas noch nie gesehen“, sagt Peter S., als er nach der OP wieder auf den Beinen ist. Es sei ungewohnt, doch als Fremdkörper empfinde er die Konstruktion nicht. „Es entsteht vielmehr ein Zugehörigkeitsgefühl“, sagt er schmunzelnd. Acht bis zwölf Wochen unterstützt der Fixateur nun die Stabilisierung des Fußes. Schmerzmittel benötigt Peter S. nicht. „Ich kann den Umständen entsprechend gut schlafen. Das fehlende Schmerzempfinden, das das Fußsyndrom begünstigt hat, macht die Behandlung erträglich“, erklärt er.

Zuhause wird sich ein Pflegedienst um die Reinigung und Versorgung der Wunde kümmern. Peter S. freut sich auf den Tag, an dem er wieder ins Büro gehen kann. „Auf Dauer wird es zuhause langweilig“, sagt er. Und die Aussichten sind gut: Je nach Heilungsverlauf folgt noch ein stabilisierender Eingriff an den Knochen. Dann kann er wieder ohne Gehhilfen laufen.

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