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Kleiner Sensor – große Wirkung

Kleiner Sensor – große Wirkung

Erfurt

Die Spezialisten der Kardiologie im Helios Klinikum Erfurt haben das erste CardioMEMS-Implantat in Thüringen eingesetzt. Es überwacht Patienten, die an einer Herzschwäche leiden. Das neue Verfahren soll die Zahl von Krankenhausaufenthalten Betroffener reduzieren.

Erfurt. Schwächeanfälle, Atemnot und Wassereinlagerungen können auf eine Herzschwäche hindeuten – der häufigsten Diagnose bei stationärer Aufnahme in ein Krankenhaus. Die Sterblichkeitsrate ist hoch, die medizinische Versorgung kostenintensiv. Deutschlandweit sind jährlich eine halbe Million Notfalleinweisungen auf die so genannte Herzinsuffizienz zurückzuführen. Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung ist die Tendenz steigend.

Auch Günther D. (73) hat seit seiner Diagnose im Jahr 2015 zahlreiche Krankenhausaufenthalte hinter sich. Um den Zustand seines Herzens aus der Ferne zu überwachen und gegebenenfalls einzugreifen, hat das Ärzteteam der Klink für Kardiologie des Helios Klinikums Erfurt ihm nun einen drahtlosen Sensor, ein sogenanntes CardioMEMS-System, eingesetzt. Dieser wird in einem kurzen Eingriff über einen Katheter direkt in eine Lungenarterie eingebracht und misst dort den Blutdruck. Zuhause legt sich der Patient auf ein spezielles Kissen, das die Daten ausliest und automatisch über das Telefonnetz an die behandelnden Ärzte übermittelt. Zeigen sich Auffälligkeiten, können die Ärzte zum Beispiel die Medikation nachjustieren, bevor Schlimmeres passiert. Ebenso hat die kardiologische Praxis des Patienten Zugriff auf die Messwerte, sodass auch ambulant kurzfristig auf die Änderungen reagiert werden kann.

„Durch die täglichen Messungen können wir die Therapie besser steuern und optimal auf den Patienten anpassen. Damit beugen wir Notfällen und weiteren Krankenhausaufenthalten vor.“

Prof. Dr. Alexander Lauten, Chefarzt der Kardiologie im Helios Klinikum Erfurt

Der Eingriff erfolgte minimalinvasiv. Günther D. konnte noch am selben Tag wieder nach Hause entlassen werden. „Dank der Fernüberwachung kann er nun ein unabhängigeres Leben führen“, sagt Oberarzt Dr. Niels Menck, der das Implantat eingesetzt hat. Weitere Eingriffe bei anderen Betroffenen sind geplant, die Therapie soll fest etabliert werden.

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