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Dermatologische Empfehlungen zu den Hygieneplänen an Schulen

Dermatologische Empfehlungen zu den Hygieneplänen an Schulen

Erfurt

Die ersten Schüler kehren in diesen Tagen in die Klassenräume zurück.

 

 

Prof. Dr. med. Rudolf Herbst | Chefarzt der Hautkrankheiten und Allergologie

Die ersten Schüler kehren in diesen Tagen in die Klassenräume zurück. Eng begleitet wird die Öffnung von einem schulindividuellen Hygieneplan nach den Vorgaben des Thüringer Kultusministeriums. Prof. Dr. med. Rudolf Herbst, Chefarzt der Klinik für Hautkrankheiten und Allergologie im Helios Klinikum Erfurt, begrüßt es, dass der Handhygiene an Schulen nun mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, verweist aber zugleich auf einen Baustein, der in den Hygieneplänen vernachlässigt wird: die Handpflege.

„Eine zu häufige Nutzung von Seifen und Desinfektionsmitteln kann die natürliche Hautflora beschädigen. Allergische Hautreaktionen, starke Hautaustrocknung und sogar Ekzeme können die Folge sein“, so der Experte. Dermatologen verzeichnen auch unter Kindern und Jugendlichen bereits eine Vielzahl von allergischen Erkrankungen oder die Anlage dazu, was mit einem erhöhten Risiko für Handekzeme einhergeht.

Prof. Herbst verweist daher auf jüngsten Empfehlungen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, die die Hygienepläne des Kultusministeriums ergänzen:

  • Desinfektion sollte bei fehlender sichtbarer Verschmutzung der Hände Vorrang haben vor Waschungen mit Seife (Detergentien), da eine Desinfektion die epidermale Barriere weniger beeinträchtigt.
  • Desinfektionsmittelspender sollten nicht nur in Waschräumen, sondern auch in Klassenzimmern und Gängen angebracht werden, um eine Infektionsprophylaxe auch an Orten zu ermöglichen, wo keine Waschbecken vorhanden sind.
  • Nach jeder Waschung und Desinfektion sollte die Haut mit einem Pflegepräparat eingecremt werden, das die Regeneration der Hautbarriere unterstützt. Dazu sind ausreichend Spender zu installieren.
  • Damit Händewaschen/Desinfizieren/Hautpflege wirksam sind, müssen sie korrekt erfolgen. Richtiges Händewaschen/Desinfizieren/Hautpflege sollte den Schülern regelmäßig demonstriert werden.
  • Schüler und Eltern sollten darauf hingewiesen werden, dass sich Schüler beim Auftreten von Hautschäden durch die intensivierte Handhygiene bei einem Hautarzt vorstellen sollten. Da Schüler gesetzlich unfallversichert sind, kann über einen Hautarztbericht an die Unfallversicherung eine individuelle Versorgung mit Hautschutzpräparaten ermöglicht werden.